dvs-Kommission Gesundheit

1. Wissenschaftliche Tagungen

Interdisziplinäre Forschung und Gesundheitsförderung in Lebenswelten – Jahrestagung 2019 in Hamburg

„Bewegung heilt und beugt vor“– Bewegungs- und sportwissenschaftliche Interventionen können dazu beitragen, einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu entwickeln oder zu erhalten.
In allen Lebenswelten (Kitas, Schulen, Gemeinden, Arbeitswelten, Rehabilitations- und Senioreneinrichtungen) kümmern sich sportwissenschaftliche Akteure um die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten und Maßnahmen der Gesundheitsförderung. Dennoch ist die körperliche Inaktivität eine gesellschaftspolitische Herausforderung mit unmittelbaren Folgen für die Gesundheit. Um nachhaltige Lösungen zu entwickeln gilt es, die Sportwissenschaft interdisziplinär zu vernetzen und Best-Practice Ansätze stärker in den Fokus zu rücken.

Die Jahrestagung der dvs-Kommission Gesundheit nimmt die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten in der Gesundheitsförderung zum Anlass in Hamburg einen breiten Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zu geben sowie vorhandene Ansätze gemeinsam zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Vor dem Hintergrund des interdisziplinären Kongressansatzes wird ein Satellitensymposium der DGSP (Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention – Deutscher Sportärztebund) stattfinden. Inhaltlich werden „sportmedizinische Aspekte der Gesundheitswissenschaft“ präsentiert.
Die Keynote-Sprecher Prof. Dr. Alexander Woll, Prof. Dr. Kim Delbaere, Prof. Dr. Willem Van Mechelen, Prof. Dr. Eling De Bruin geben einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen in den zentralen Lebenswelten (Kitas, Schulen, Arbeitswelten) sowie zu Aspekten im Bereich der Technikentwicklung zur Gesundheitsförderung in Freizeit und Seniorenalter.

Mehr Informationen finden Sie unter https://www.dvs-gesundheit2019.de/.

27.04.2018

Internationaler Kongress im Rahmen der Special Olympics Deutschlands

Kiel ist Wissenschafts-Treffpunkt von Menschen mit und ohne Behinderung

„Lebenswelten inklusiv gestalten“ – unter dieser Überschrift steht der internationale wissenschaftliche Kongress, der vom 14.-16.05.2018 in Kiel stattfindet und von der Special Olympics Deutschland Akademie (SODA) und der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel (CAU) organisiert wird. Anlass sind die Special Olympics Deutschlands, den Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung, die in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt während des 14.-18.05.2018 ausgetragen werden.

„Das Ziel ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Wir möchten gegenseitig voneinander lernen. Ich denke, dass es da großes Potential gibt“, beschreibt Sportwissenschaftler und gleichzeitig Veranstalter Prof. Dr. Manfred Wegner von der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel (CAU) die Motivation des Treffens von Menschen mit und ohne Behinderung, zu denen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt, Pädagogen aus Einrichtungen der Behindertenhilfe, Lehrkräfte, Special Olympics Athletinnen und Athleten und Interessierte eingeladen sind. Um Barrierefreiheit zu schaffen, wird unter anderem eine Simultanübersetzung in Leichter Sprache angeboten.

Eine große soziale Dimension
„Wichtig ist uns, dass wir die unterschiedlichen Lebenswelten kennenlernen. Es sind Lebensbereiche wie etwa Schule, Sport und Werkstätten, die ganz unterschiedlich von den Akteuren wahrgenommen werden“, so der ehrenamtliche SOD-Vizepräsident für Bildung und Akademie Manfred Wegner. Jeder der drei Kongresstage legt mit Workshops und Vorträgen einen anderen Schwerpunkt: Die Tagung beginnt mit dem Thema Inklusion und Sport/Internationales, am zweiten Tag stehen Schule und Bildung im Fokus. Wer möchte, kann in diesem Rahmen inklusiv gestalteten Sport wie Stand Up-Paddling, Klettern oder Yoga ausprobieren. Über Gesundheit, Bewegung und Engagement wird sich am dritten Kongresstag ausgetauscht.

„Behinderung und Begegnung haben eine große soziale Dimension. Sport ist ein Medium, um sich unkompliziert zu begegnen, sich zu bewegen und in Kontakt zu kommen“, erklärt Manfred Wegner. „Genau diese Lebensbereiche Inklusion, Sport, Bewegung und Gesundheit wird der Kongress thematisieren. Die Chance besteht in der Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung: Indem wir Menschen als Experten in eigener Sache in den Prozess mitaufnehmen, können wir auch unsere Forschung besser reflektieren“, meint Prof. Dr. Wegner.

Die Agenda, auch in Leichter Sprache, und das Formular zur kostenfreien Anmeldung finden sich unter https://kiel-2018.specialolympics.de/programm-zeitplan/sod-akademie/

(wirkhaus berlin)

23.02.2018

Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium – Rahmenthema „Rehabilitation bewegt!“

Vom 26. bis 28. Februar 2018 findet in München das Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) statt. Das Rahmenthema lautet dieses Jahr „Rehabilitation bewegt!“ Damit wird der steigenden Bedeutung der Bewegungsförderung und der besonderen Rolle der Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation Rechnung getragen.

Das Rahmenthema wird in drei Plenarvorträgen, einer Podiumsdiskussion sowie in verschiedenen Diskussionsforen adressiert (siehe nachstehende Liste). Zusätzlich findet zum ersten Mal ein sogenannter „pre-conference-Workshop“ statt, in dem neue Möglichkeiten der verhaltensbezogenen Bewegungstherapie vorgestellt und diskutiert werden.

Pre-Conference-Workshop

  • „Bewegungsförderung in der Bewegungstherapie – Wie kann Bindung an körperliche Aktivität gelingen? (W. Geidl und R. Streber, Erlangen)

Plenarvorträge:

  • Bentele (Berlin, Behindertenbeauftragte des Bundes): Bewegung für den Sprung aufs Treppchen
  • Pfeifer (Erlangen): Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation – Anspruch, Qualität, Herausforderungen
  • Regina Guthold (Genf, WHO): Bewegungsförderung aus internationaler Perspektive

Diskussionsforen:

  • „Bewegt Euch doch endlich!(?) – Anforderungen, Möglichkeiten und Grenzen der Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation
  • Moderation: S. Brüggemann (Berlin), O. Klassen (Bad Rothenfelde)
  • „Bewegungsversorgung nach der Rehabilitation – Wer ist Ihr bester Partner?“

Moderation: A. Baldus (Köln), G. Huber (Heidelberg)

  • Psychologische Strategien zur Bewegungsförderung in der Bewegungstherapie und Patientenschulung

Moderation: A. Reusch (Würzburg)

Meet the Experts: Bewegungsförderung in der Rehabilitation – Empfehlungen, Umsetzung, Assessment

  • Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung: Baldus (Köln), S. Peters (Köln)
  • Assessments zur Bewegungsförderung in der Bewegungstherapie: Huber (Heidelberg), A. Rauch (Furtwangen)
  • Verhaltensbezogene Bewegungstherapie – wie geht das?: Göhner (Freiburg), O. Klassen (Bad Rothenfelde)

Weitere Informationen zum Programm unter www.reha-kolloquium.de

13.07.2017

Tagung „Professionalisierung von SQ-Angeboten“ in Karlsruhe

Vom 5. bis 6. Oktober 2017 findet die vom House of Competence veranstaltete interdisziplinäre Tagung „Professionalisierung von Schlüsselqualifikationsangeboten“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) statt.

Im Zuge des vom Institut für Sport und Sportwissenschaft verantworteten Panels 4 „Forschung zur Gesundheitsförderung von Studierenden“ wird die anhaltende Debatte über die zunehmende Belastung von Studierenden an Hochschulen zum Anlass genommen, um nach dem geeigneten Ort für ein Studentisches Gesundheitsmanagement an deutschen Hochschulen zu fragen – in Analogie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Die systematische und nachhaltige Gestaltung von gesundheitsförderlichen Strukturen und Prozessen für Studentinnen und Studenten einschließlich deren Befähigung zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten Verhalten ist an deutschen Hochschulen erst im Entstehen begriffen. Mit dem Präventionsgesetz, das die Hochschule als Setting im Sinne der Weltgesundheitsorganisation anerkennt, eröffnen sich derweil neue Perspektiven für die Gesundheitsförderung in der akademischen Lebenswelt. Gemeinsam mit Akteuren aus dem Umfeld der „Gesunden Hochschule“ sollen die Potentiale von unterschiedlichen Hochschuleinrichtungen, wie z. B. SQ-Zentren und Sportinstituten, im Hinblick auf die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von Gesundheitsförderungsmaßnahmen für Studierende beleuchten werden.

Das Programm steht hier zum Download bereit.

Weitere Informationen zur Tagung: www.hoc.kit.edu/professionalisierungsq.php

2. Jahrestagungen

2019 | Hamburg, 04.-06.04.2019

„Interdisziplinäre Forschung und Gesundheitsförderung in Lebenswelten“

2016 | Karlsruhe, 22.-23.09.2016

 „Bewegung, Raum und Gesundheit: Wechselwirkungen im Spannungsfeld geänderter Lebensbedingungen und Mobilitäten” gemeinsam mit der Kommission „Sport und Raum“

2015 | Mainz, 30.09.-02.10.2015

„20 Jahre dvs-Kommission Gesundheit” im Rahmen des 22. Sportwissenschaftlichen Hochschultags der dvs

2014 | Erlangen, 20.-22.11.2014

„Kompetenzen in Gesundheit und Bewegung“

2013 | Konstanz, 25.-27.09.2013

„Interdisziplinäre Gesundheitsforschung in und mit der Sportwissenschaft“ im Rahmen des 21. Sportwissenschaftlichen Hochschultags der dvs. Abstractband: Filip Mess, Markus Gruber & Alexander Woll (Hrsg.), Sportwissenschaft grenzenlos?!.

2012 | Leipzig, 20.-21.09.2012

„Resource Bewegung – Herausforderung für Gesundheit und Sportsystem sowie Wissenschaft“.
Tagungsband: Eckert, K. & Petra Wagner, P. (Hrsg.). (2012). Ressource Bewegung – Herausforderungen für Gesundheit- und Sportsystem sowie Wissenschaft.

2011 | Karlsruhe, 16.-17.02.2011

„Kinder bewegen – wissenschaftliche Energien bündeln“

2010 | Vechta, 02.-04.09.2010

„Qualität im Handlungsfeld Sport und Gesundheit“
Tagungsband: o. A. (2010). Qualität im Handlungsfeld Sport und Gesundheit. Vechta: Universität Vechta.

2009 | Münster, 16.-18.09.2009

„Sport und Bewegung in der Gesundheitsbildung“

2008 | Bad Schönborn, 10.-11.04.2008

„Sport und Gesundheit in der Lebensspanne“
Knoll, M. & Woll, A. (Hrsg.). (2008). Sport und Gesundheit in der Lebensspanne. Hamburg: Czwalina.

2007 | Hamburg, 26.-28.09.2007

„Bewegung – Gesundheit – Lebenswelt“

2006 | Kassel, 21.-22.09.2006

„Rehabilitation: Zwischen Bewegungstherapie und Behindertensport“

2005 | Leipzig, 22.-24.09.2005

„Bewegung im Alltag – Health Enhancing Physical Activity“

2004 | Saarbrücken

„Assessmentverfahren in Gesundheitssport und Bewegungstherapie – Messen, Testen, Beurteilen, Bewerten“
Tagungsband: Wydra, G., Winchenbach, H.,  Schwarz, M. & Pfeifer, K. (Hrsg.). (2006). Assessmentverfahren in Gesundheitssport und Bewegungstherapie. Hamburg: Czwalina.

2003 | Potsdam

„Gesundheitssport und Sporttherapie – Evidenzbasierung und Umsetzung“ in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin

2001/ 2002 | Bad Schönborn

„Interventionen in Gesundheitssport und Sporttherapie“

2000 | Karlsruhe

„Qualitätssicherung im Gesundheitssport“

1999 | Heidelberg

„Public Health und Sportwissenschaft“

1998 | Bad Schönborn

„Studiengänge und Ausbildungen im Gesundheitssport“

1997 | Bayreuth

„Qualitätssicherung und Programme im Gesundheitssport“

3. Interdisziplinäre dvs-Expert/innen-Workshop

12.06.2018

Interdisziplinärer dvs-Expert/innen-Workshop: „Betriebliches Gesundheitsmanagement der Zukunft im Fokus der Diskussion“


Rund 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland kamen am 8. Juni 2018 in die Evangelische Akademie von Frankfurt, um darüber zu diskutieren, wie wir zukünftig arbeiten werden und welche Chancen, aber auch Risiken für die Gesundheit aus dem Wandel der Arbeitswelt erwachsen. Für die Herausforderung im Zeitalter der Digitalisierung und des demografischen Wandels stand der Slogan „Arbeit 4.0 – bewegt gestalten“. Eingeladen zum dvs-Expert/innen-Workshop „Sportwissenschaft im Zukunftsfeld Betriebliches Gesundheitsmanagement“ hatte die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), ausgerichtet hatte ihn die dvs-Kommission Gesundheit.

Als Vertreter der Förderer der Veranstaltung kamen Dr. Sabine Voermans von der Techniker Krankenkasse und Lothar Räcke vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. Nach ihren Grußworten stimmten die Keynote-Speaker Ralph Goldschmidt und Prof. Dr. Bertolt Meyer die Teilnehmer auf das Themenfeld „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ und die nachfolgenden Workshops ein.

Sportwissenschaftler und Volkswirt Ralph Goldschmidt stellte fest, dass Anpassungsfähigkeit und Lerngeschwindigkeit der Menschen häufig nicht mit der Geschwindigkeit des Wandels der Arbeitswelt mithalte. Das führe vielfach zu Burnout oder, wie er es nannte, zum „bösen B-Wort“. „Ich möchte dafür sorgen, dass es Ihnen gut geht, damit Sie dauerhaft Ihr Bestes geben können“, sagte er. Dafür sei es wichtig, auf sich selbst achtzugeben, seine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich selbst an erste Stelle zu setzen.

Bertolt Meyer von der TU Chemnitz ging in seiner Keynote unter anderem auf den Bereich Industrie 4.0.ein. Neue Entwicklungen wie Exoskelette würden ermöglichen, dass Menschen, in einer dem demografischen Wandel unterliegenden Gesellschaft, körperliche Belastungen länger ausüben könnten. Die Digitalisierung der Arbeitswelt beschrieb Bertolt nicht nur als Chance, sondern auch als Risiko. So bedeute Betriebliches Gesundheitsmanagement für viele Arbeitgeber vornehmlich Verhaltensprävention und weniger Verhältnisprävention. „Die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse kommt deutlich zu kurz“, so Meyer. „Und Zeitmanagementkurse für gestresste Mitarbeiter empfinde ich als ein starkes Stück.“

Digitalisierung, Demografie und Diversität
In drei themenspezifischen Workshops diskutieren Sportwissenschaftler/innen, Expert/innen aus allen Bereichen der Gesundheits- und Arbeitswissenschaften sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Politik und von Kostenträgern im Anschluss über Digitalisierung, Demografie und Diversität. Im Vordergrund stand dabei der interdisziplinäre Austausch. 

Anhand von mitgebrachen Abstracts stellten Sportwissenschaftler ihre Forschungsarbeiten vor und setzten Impulse für eine bewegte Diskussion. Dabei ging es wie im Workshop „Digitalisierung“ nicht nur um eine Bestandsaufnahme beziehungsweise Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstands.
So fragten die Teilnehmer nicht nur, wie man heute digitale Systeme im Betrieblichen Gesundheitsmanagement nutzt, sondern gingen auch der Frage nach Ansätzen für eine zukünftige praxisbezogene Forschung nach, auch vor dem Hintergrund der Initiierung von neuen Projekten mit Partnern aus Politik, Kostenträgern und Wissenschaft.