Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Band 271
Andreas Luh & Norbert Gissel (Hrsg.)
Neue Forschung zur Kulturgeschichte des Sports
Jahrestagung der dvs-Sektion Sportgeschichte vom 21.-22. September 2017 in Bochum
Hamburg: Czwalina 2018. 264 Seiten. ISBN 978-3-88020-663-2. 25,00 EUR*
Für die Wahl des Tagungsthemas »Neue Forschung zur Kulturgeschichte des Sports« der dvs-Sektionstagung 2017 in Bochum waren verschiedene Überlegungen maßgebend:
- Der Forschungsansatz der Neuen Kulturgeschichte ist von zunehmender Bedeutung in der Geschichtswissenschaft und allmählich auch in der sportwissenschaftlich verankerten Sportgeschichte. Kulturgeschichtliche Studien zielen auf die Sinnkonstruktionen und Wirklichkeitsdeutungen, die das Denken und Handeln von Menschen in der Vergangenheit prägten. Bei bestimmten Themen wie Körper, Geschlecht, Ethnizität oder Klasse haben sich solche Ansätze als gewinnbringend herauskristallisiert. Die Tagung will auf diesem Gebiet weitere Impulse geben.
- Die thematische Ausrichtung der Tagung fördert die Anschlussfähigkeit der Sportgeschichte an ihre Mutterwissenschaft. Etwa die Hälfte der Bochumer Vorträge stammte erwünschter Maßen aus der Feder von Angehörigen der allgemeinen Geschichtswissenschaft, bei der massiv für die Tagung geworben wurde.
- Nach der Wiederbelebung der dvs-Sektion Sportgeschichte im Oktober 2015 soll die thematische Ausrichtung der Tagung mit ihrem weiten Feld an relevanten Themenstellungen den erfolgreichen Neustart der Sportgeschichte in der dvs fördern.
Herausgeber
Andreas Luh ist an der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum verantwortlich für den Bereich Sportgeschichte und als Fachleiter für die Sportart Badminton.
Norbert Gissel ist studierter Historiker und arbeitet als Hochschullehrer im Lehr- und Forschungsbereich Sportpädagogik und Sportdidaktik an der Ruhr-Universität Bochum.
Inhaltsverzeichnis (PDF)
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Inhaltsverzeichnis
- Sprecher/innenrat der dvs-Sektion Sportgeschichte
- Grußwort
- Andreas Luh – Sportgeschichte 2020? Sportwissenschaftliche Positionierung und geschichtswissenschaftlicher Paradigmenwechsel
- Norbert Gissel – Leibesübungen als kulturelle Objektivationen. Das pädagogische und historische Denken Hajo Bernetts
- Christiane Eisenberg – Möglichkeiten und Grenzen der Konsumgeschichte: das Beispiel des Sportkonsums
- Stefan Scholl – Sportgeschichte, Gouvernementalität und Biopolitik
- Andreas Luh – Asterix bei den Olympischen Spielen. Fiktionen und Wirklichkeiten, (sport)historische Erinnerung und kollektives Gedächtnis
- Paul M. Nierhaus – Stadtkultur im spätmittelalterlichen Freischießen
- Constanze N. Pomp – Schneeschuh-Studien. Familie Gruber und der Skisport im Hochschwarzwald
- Sven Siemon – Sport und Gesellschaft. Die Sechstage-Rennen im Kaiserreich und in der Weimarer Republik
- Olaf Stieglitz – Eine Frage von Rhythmus und Eleganz. Eine kurze visuelle Geschlechtergeschichte des Hürdenlaufs
- Sven Ehlert – Der FC Barcelona während der Franco-Diktatur. Regimetreuer Club oder katalanischer Rückzugsort?
- Claudia Fleischle-Braun – Zur Verbreitung des Modernen Tanzes und sein Einfluss auf die Tanzpädagogik in Frankreich
- Kai Reinhart & Benedict Wichmann – Der TuS Fortschritt Magdeburg-Neustadt (Sektion Fußball) in der DDR. Ein Beispiel für den Amateursport im Sozialismus
- Marcel Reinold – Erkenntnisperspektiven einer Kulturgeschichte der Anti-Doping-Politik
- Philipp Ellrich – Snowboarding. Die Geschichte(n) eines neoliberalen Sports. Zur formal-ästhetischen Lesbarkeit sportlicher Wirklichkeit
