Dr. Gertrude Krombholz feierte 80. Geburtstag

Dr. Gertrude Krombholz feierte am Samstag (13. Juli 2013) ihren 80. Geburtstag. 

Das dvs-Präsidium und Geschäftsführung gratuliert dem Gründungsmitglied der dvs herzlichst und wünscht alles Gute für den weiteren Lebensweg.

Tanz und Bewegung haben sie ihr Leben lang begleitet. Und vor allem die Begeisterung daran, anderen die Freude an Tanz und Bewegung zu vermitteln. Fast vier Jahrzehnte lang unterrichtete Gertrude Kromholz ihre sportliche Vorliebe als Universitätsdozentin, zuletzt als Leitende Akademische Direktorin an der Technischen Universität München, sie leitete und choreographierte viele Aufführungen bei Sport- und Tanzveranstaltungen im In- und Ausland und entwickelte den Rollstuhltanz. Am kommenden Samstag (13. Juli) wird Gertrude Krombholz, genannt Krombine, 80 Jahre alt.

Am 13. Juni 1933 wurde sie als einzige Tochter einer sportbegeisterten Mutter und eines Anwalts in Nordböhmen geboren. Sie besuchte zunächst in Leitmeritz Volks- und Oberschule, nach der Vertreibung lernte sie in Regensburg am Mädchenrealgymnasium. Anschließend ließ sie sich im In- und Ausland als Tänzerin ausbilden und studierte bis 1957 Sport an der Bayerischen Sport-akademie fürs Lehramt an Gymnasien und nebenbei Chemie und Geographie an der Technischen Hochschule München, der heutigen Technischen Universität, und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach dem Zweiten Staatsexamen unterrichtete sie bis 1962 am Gymnasium des Staatlichen Landschulheims Marquartstein.

Ein Jahr später wurde sie Ausbildungsleiterin für die Sportphilologinnen-Ausbildung an der Bayerischen Sportakademie, die 1973 in die TUM integriert wurde, und wo sie am Sportzentrum die Fachgebiete Gymnastik, Tanz und Bewegung leitete und dann Leitende Akademische Direktorin war. 1978 bis 1981 studierte sie Neuere Geschichte und promovierte summa cum laude. Seit dieser Zeit war sie intensiv beschäftigt, das Archiv der TU München in diesem Bereich zu ordnen – eine Lebensaufgabe, die sie ebenfalls mit Begeisterung annahm.

Einen Namen machte sie sich auch mit der Choreographie der historischen Moriskentänze, die sie anhand überlieferter Quellen und Literatur aus dem Stadtarchiv München und dem Tanzarchiv Leipzig erarbeitete. 1976 gründete sie an der TUM die international auftretende Tanzgruppe Münchner Moriskentänzer.

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war sie Chefhostess und arbeitete an der Choreografie für die Eröffnungs- und Schlussfeier mit, anschließend auch 1976 in Innsbruck und 1980 in Lake Placid.

Die Idee für das Rollstuhltanzen kam Gertrude Krombholz, als sie 1973 die Choreografie für die Verabschiedungsfeier Rudi Sedlmayers als Präsident des Bayerischen Landessport-Verbandes entwickelte. 1975 stellte sie die neue Disziplin in Berlin bei der Weltgymnaestrada vor. Der von ihr entwickelte Rollstuhltanz wurde anschließend in mehr als 40 Ländern eingeführt, in 18 Ländern als Turniersport gepflegt und vom Internationalen Paralympischen Komitee als Paralympic Sport anerkannt.

Weggefährten bescheinigen ihr, sie habe mit ihrer Fachkompetenz und ihrem  Organisationstalent der Gymnastik und Tanz entscheidende Impulse gegeben und deren Stil auch international geprägt. Vor allem aber habe sie ihren Schwung und Elan auf die Studierenden übertragen und auf alle, die sie unterwies.

Gertrude Krombholz erfuhr für ihr Wirken zahlreiche Würdigungen. Sie trägt den Ehrenring der TUM, den Goldenen Ehrenring der Landeshauptstadt München und wurde 2002 mit dem Bayerischen Sportpreis in der Kategorie „Innovation im Sport“ ausgezeichnet.

Quelle: DOSB-Presse Nr. 28, 9. Juli 2013