Sie haben schon vor Gründung der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) die Entwicklung der jungen Sportwissenschaft in Norddeutschland an unterschiedlichen Hochschul-Standorten miterlebt und mitgeprägt – jetzt wurden sie dafür posthum mit der Aufnahme in die Hall of Fame des Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte (NISH) geehrt:
Prof.in Theda Hoch (1919–1976) und Hon.-Prof. Willi Lemke (1946–2024) sind Anfang Juni für ihre Verdienste im Sport und in der Sportwissenschaft als Persönlichkeiten des niedersächsischen bzw. bremischen Sports in das Ehrenportal des NISH aufgenommen worden. Die Auszeichnungen bei der Feierstunde in Hannover nahmen Ehefrau Heide Lemke (auf dem Foto links unten mit Urkunde, dahinter die Kinder) und für Theda Hoch ihr 76-jähriger Sohn (auf dem Foto stehend zweiter von rechts) entgegen.
Theda Hoch war seit den 1950er Jahren bis zu ihrem frühen 1976 Tod zuerst Assistentin am Institut für Leibesübungen an der Universität Göttingen und zuletzt Hochschullehrerin für Leibeserziehung an der Pädagogischen Hochschule (PH) Hannover, noch bevor u.a. mit Prof. Dieter Brodtmann (92) und Prof. Dr. Andreas Trebels (1937–2021), dem ersten dvs-Präsidenten, weitere Professuren in Sportpädagogik an der heutigen Leibniz Universität besetzt werden konnten und die PH dort integriert wurde. Theda Hoch gilt zudem als „die“ Pionierin des Volleyballsports in der Bundesrepublik Deutschland u.a. mit dem Gewinn von 15 Deutschen Meisterschaften, darunter der ersten mit dem Team der PH Hannover im Jahre 1957, ferner mit 50 Länderspieleinsätzen für den Deutschen Volleyball-Verband, wo sie zudem 15 Jahre als (ehrenamtliche) Bundestrainerin im Einsatz war. Theda Hoch hatte 1956 mit „Volleyball, Technik und Taktik“ eines der ersten deutschsprachigen Lehrbücher zum Volleyball verfasst. Sie war u.a. stellvertretende Vorsitzende im Bundessausschuss Frauensport des Deutschen Sportbundes (DSB).
Willi Lemke kennen alle als erfolgreichen Fußball-Manager vom Bundesligisten SV Werder Bremen (1981–1999) und als Mitglied bzw. Vorsitzender des Aufsichtsrates (2003-2016). Willi Lemke hat nach seinem Lehramtsstudium im Fach Sport an der Universität Hamburg von 1971 bis 1974 an der Universität Bremen den Fachbereich Sportwissenschaft aufgebaut und sich später als Senator für Bildung und Wissenschaft (1989–2007) sowie von 2007 bis 2008 als Senator für Inneres und Sport gleichsam sportpolitisch in der Freien Hansestadt Bremen betätigt. Seine letzte berufliche Station von 2008–2016 war die des Sonderberaters beim UN-Generalsekretär für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden. Seit 2010 war Willi Lemke Honorar-Prof. an der Western Cape Universität in Südafrika.
Mehr zu den diesjährigen Aufnahmen in die Hall of Fame des NISH sowie über das Ehrenportal insgesamt und über die weiteren Aktivitäten des NISH im Internet unter: www.nish.de.
Prof. Dr. Detlef Kuhlmann
