Prof. Dr. Hans-Jürgen Schulke feiert 75. Geburtstag

Prof. Dr. Hans-Jürgen Schulke feiert 75. Geburtstag

Kaum zu glauben, aber urkundlich beglaubigt: Prof. Dr. Hans-Jürgen („Hajo“) Schulke wird am kommenden Freitag, dem 28. August, 75 Jahre alt. Dieses Alter sieht man ihm wahrlich nicht an – es sei denn, man bezeichnet ihn als jung gebliebenen „Alt-68er“: Der gebürtige Naumburger Schulke studierte nämlich in der bewegten „68er-Zeit“ an der Universität Hamburg die Fächer Erziehungswissenschaft, Sport und Soziologie und ist seitdem nicht nur sportlich, sondern auch berufsbiografisch andauernd-ausdauernd im Sport und der Sportpolitik in Bewegung geblieben.

Der frühere (Auswahl-)Handballspieler von der TSG Bergedorf und passionierte Marathonläufer mit (ewiger) Bestzeit von 2:20 Std. hat nicht nur im Berufsleben, sondern auch mit seinem ehrenamtlichen Engagement im Sport eine vielseitige Laufbahn zurückgelegt, auf der er bis heute unentwegt unterwegs ist. An der Universität Bremen gehörte er u. a. ab Anfang der 1970er Jahre zusammen mit dem späteren Werder-Manager, Senator und UN-Sonderberater Willi Lemke (geb. 1946) zur Gründungs-Generation des Faches Sportwissenschaft: Hajo Schulke war hier wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistenzprofessor, baute den Hochschulsport auf und gründete Mitte der 1980er Jahre in Bremen das Institut für Gesundheit, Sport und Ernährung. Im Jahre 1991 wechselte er zum Deutschen Turner-Bund (DTB), um als Generalsekretär das Deutsche Turnfest 1994 in Hamburg zu organisieren.

Nach einer erneuten Station als Hochschullehrer an der Universität Bremen, wo er 1995 zusammen mit Willi Lemke das Institut für Sportmanagement gründete, zog es ihn wieder zurück nach Hamburg, und zwar diesmal in die öffentliche Sportverwaltung: Im Jahr 2000 wurde Schulke Direktor des Sportamts und Landessportreferent der Freien und Hansestadt. Hajo Schulke erhielt im Jahre 2007 einen Ruf als Hochschullehrer für Sport- und Eventmanagement an der (privaten) Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (HKM) in Hamburg. Diese Professur bekleidet er bis heute.

Ein wesentliches Markenzeichen des beruflichen Wirkens von Prof. Schulke ist die Gestaltung und Ausrichtung von Kongressen – allen voran seit 2001 der jährlich stattgefundene internationale Sportmanagement-Kongress in Hamburg. Schon 1998 war er Initiator der Turnfestakademie, der heute größten Fortbildungsveranstaltung im Sport. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt neben der Festkultur im Sport ist die Sportentwicklung allgemein mit der Vereins- und Veranstaltungsentwicklung im speziellen. Hier gilt Schulke mit seinen Ideen als Vorreiter, auch indem er Themen mit anstößt – jüngstes Beispiel E-Sport: Hier war Schulke „lauter“ Fürsprecher, dass und damit die kommerzielle Branche nicht in das gemeinnützige System des Sports eindringen konnte. Jetzt arbeitet er ehrenamtlich im Vorstand des ersten gemeinnützigen E-Sportvereins mit, wo er Vorreiter sein will für Sportartenanimationen unter dem Dach der Fachverbände.

Apropos Ehrenamt: Schon Anfang der 1970er Jahre war Schulke ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh). Dort hat er sich bereits den Ruf als Vorausdenker, Motor und Moderator der (hochschulischen) Sportentwicklung erworben (z.B. durch die Öffnung des Breitensports für die ganze Bevölkerung) und diesen dann u.a. mitgenommen zum DTB, wo er als Vizepräsident für Bildung, Verbandsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit tätig war. Zudem fungierte er zehn Jahre als Schatzmeister der Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheit, ferner war er seit 2006 Vizepräsident Sport von Special Olympics Deutschland und sechsmal OK-Präsident bei deren Nationalen Spielen. Mit Olaf Scholz, dem damaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales, gründete er 2008 die Special Olympics Akademie (SODA). Und selbst damit nicht genug: Mit 75 koordiniert er jetzt die norddeutschen Landesverbände zur Vorbereitung der Weltspiele von Special Olympics 2023 in Berlin.

Der Sportwissenschaftler Schulke gilt als fleißiger Vielschreiber: Rund 40 Bücher stehen inzwischen auf seiner Publikationsliste, an denen er mitgewirkt hat und deren Themen vom Gesundheitssport über die Zukunft der Olympischen Spiele bis zu Turnvater Jahn reichen, gefolgt von unzähligen Aufsätzen u.a. zur Laufbewegung in Deutschland, zur (verbandlichen) Bildungsberichterstattung im Sport, zum Inklusionssport und überhaupt zu Facetten der Sportvereinsentwicklung: Kostproben seines wissenschaftsjournalistischen Könnens liefert Hajo Schulke seit Jahrzehnten regelmäßig auch – vorzugsweise in Kommentaren – für die DOSB-PRESSE ab.

Wollte man die außergewöhnliche Schaffenskraft von Hajo Schulke markant auf den Punkt bringen, dann vielleicht so: Er ist ein … ideenreicher Impulsgeber und provozierender Pragmatiker, ein agiler Avantgardist und kreativer Konstrukteur des Sports … und nicht zuletzt kommen seine Texte stets sprachlich sensibel geschliffen daher mit eine Faible für die leisen Zwischentöne, deren Echo zuweilen erst viel später nachhallt. Und nun? Mit 75 wird der sechsfache Vater und Familienmensch Schulke erstmal(s) Uropa und mit Sicherheit nicht müde, den Sport mit seiner Stimme und seinem Gespür weiter zu bewegen!


Quelle: DOSB-Presse, Nr. 26, 25. August 2020, Prof. Dr. Detlef Kuhlmann

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