Fachtagung „Schwimmen Lehren und Lernen in der Grundschule – Bewegungserlebnisse und Sicherheit am und im Wasser“

4./5. Dezember 2019 in Dresden

v.l.n.r.: Dr. Kathleen Golle (Uni Potsdam), Dr. Robert Collette (Uni Mainz), Janina-Kristin Götz (Uni Bochum), Dr. Detlef Beise (Uni Leipzig), Dr. Andreas Hahn (Uni Halle-Wittenberg), Dr. Miriam Hilgner (Uni Darmstadt), Dr. Gerlinde Hemmling (Uni Frankfurt) & Daniel Großarth (Uni Göttingen). Fotograf: Hans-Jürgen Gruner, evoletics

Aufbauend auf der 2017 gemeinsam verabschiedeten „Empfehlung zum Schwimmen in der Schule“ verständigten sich die drei Partner (Kultusministerkonferenz [KMK], Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft [dvs] und Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung [BFS]) darauf, diese Empfehlungen für das „Schwimmen Lehren und Lernen in der Grundschule“ zu konkretisieren und weiterzuentwickeln.

Der Bedeutung des „Sicher Schwimmen Könnens“ sowohl als Teil der motorischen Grundbildung als auch Ziel des Schwimmunterrichts in der Schule wird durch die Erarbeitung einer DGUV Information und einem ergänzenden Handkartenset zum Anfängerschwimmen unter dem Titel „Schwimmen Lehren und Lernen in der Grundschule – Bewegungserlebnisse und Sicherheit am und im Wasser“ Rechnung getragen. Dieses Material wurde im Rahmen der Fachtagung am 4. und 5. Dezember 2019 im DGUV-Congress – Tagungszentrum des Instituts für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) in Dresden mit ca. 100 Vertreterinnen und Vertreter der für Schule zuständigen Ministerien und Senatsverwaltungen, den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand, der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft und des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung implementiert.

Ziel der zweitägigen Fachtagung war es:

  • Das „Sicher Schwimmen Können“ soll als Kernziel im Rahmen der gemeinsamen Initiative von KMK und DGUV „Sicherheit und Gesundheit im und durch Schulsport (SuGiS)“ kommuniziert und danach schrittweise und länderspezifisch umgesetzt werden,
  • die DGUV Information 202-107 „Schwimmen Lehren und Lernen in der Grundschule – Bewegungserlebnisse und Sicherheit am und im Wasser“ einzuführen und mit den Entscheidungsträgern der für Schulsport zuständigen Länderministerien sowie Unfallversicherungsträgern zu diskutieren,
  • auf das Handkartenset als praktisch-methodische Konkretisierung der DGUV Information 202-107 zur Unterstützung der Schwimmlehrkräfte in der Schulebei der Vermittlung des „Sicher Schwimmen Könnens“ aufmerksam zu machen,
  • das Lehren und Lernen im Schwimmunterricht der Grundschule stärker an den vier Niveaustufen des Schwimmen Könnens auszurichten und somit einen spezifischen Beitrag im Rahmen der gemeinsamen Initiative von KMK und DGUV zu „Sicherheit und Gesundheit im und durch Schulsport“ zu leisten,
  • die bundesweite Fachtagung als Muster für entsprechende nachfolgende Fachtagungen in den Ländern zu empfehlen,
  • das Thema Schwimmunfall, als Schwerpunk der Präventionskampagne „kommmitmensch“ der DGUV im Schülerunfallversicherungsbereich, mit der DGUV Information 202-107 breiter zu kommunizieren.

„Schule schafft die Voraussetzungen“, so der Vorsitzende der Kommission Sport, Staatssekretär Benedyczuk, „um unseren Kindern im Rahmen des obligatorischen Schwimmunterrichts Schwimmen als motorische Basiskompetenz zu vermitteln. Ich bin überzeugt, dass die Fachtagung dazu beiträgt, die vorliegende Handreichung und das ergänzende Handkartenset in den Schulen nach und nach einzuführen, damit möglichst viele, ja möglichst alle Schülerinnen und Schüler zu „sicheren Schwimmerinnen und Schwimmern befähigt werden können“.

„Das Schwimmen ist unter präventiven Aspekten eine Sportart mit hohem Stellenwert“ so der Leiter das Fachbereichs Bildungseinrichtungen der DGUV, Dr. h.c. Heinz Hundeloh. „Einerseits sind das Schwimmen Lernen und das Schwimmen mit nicht zu unterschätzenden Risiken verbunden. Andererseits können das Schwimmen und damit der Schwimmunterricht in nicht unerheblichem Umfang zur Sicherheit in alltäglichen Lebenssituationen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.“
„Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft konnte wissenschaftlich unterlegte Expertise in diesen Prozess einbringen“, so der Sportwissenschaftler Dr. Andreas Hahn von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. „Dieses Konzept des Anfängerschwimmens, welches sich auf Bewährtes aufbaut, aber zahlreiche innovative Ansätze besitzt, kann den Schwimmunterricht in den Schulen maßgeblich qualifizieren.“

„Sicher Schwimmen“ zu können, ist die Grundvoraussetzung, um sich den vielseitigen Bewegungsraum Wasser zu erschließen“, so Helmut Stöhr, Vorsitzender des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS). „Die Schulen und die schwimmausbildenden Verbände sind dabei auch angesichts gewandelter gesellschaftlicher Voraussetzungen immer stärker gemeinsam gefordert, Kindern und Jugendlichen die dafür notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. Der BFS begrüßt daher ausdrücklich, dass mit den vorliegenden neuen Materialien das Ziel des „Sicher Schwimmen Können“ als gemeinsames Ziel formuliert und in den Fokus der schulischen Schwimmausbildung genommen worden ist.“


    

Andreas Hahn                      Andreas Hahn, Helmut Stöhr (BFS-Vorsitzender) &
                                               Stephan Schulz-Algie (Moderation)

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