Editors' Selection 4-2018 bis zum 28. Febuar 2019 als freier Download

"Leaving injury prevention theoretical? Ask the coach!—A survey of 1012 football coaches in Germany" von Christian Klein, Thomas Henke, Patrick Luig & Petra Platen

Als 4. Ausgabe im Jahr 2018 der Editors' Selection der "German Journal of Exercise and Sport Research" wurde der Beitrag "Leaving injury prevention theoretical? Ask the coach!—A survey of 1012 football coaches in Germany" von Christian Klein, Thomas Henke, Patrick Luig & Petra Platen ausgewählt.
Der Beitrag ist bis zum 28. Februar 2019 als free access verfügbar.


Zusammenfassung
Hohe Verletzungsraten im Fußball weisen auf einen dringenden Bedarf an Präventivmaßnahmen hin. Theoretische Modelle zur systematischen Sportverletzungsprävention berücksichtigen üblicherweise die Beschreibung der Epidemiologie sowie der Ätiologie von Verletzungen, betrachten jedoch nicht die Expertise und Bedürfnisse wichtiger Akteure aus der Sportpraxis. Dies könnte ein Grund sein, weshalb wissenschaftliche Erkenntnisse in der Sportpraxis häufig keine Berücksichtigung finden und die Effizienz präventiver Maßnahmen unter Realbedingungen reduziert ist. Daher wurden in der vorliegenden Studie Fußballtrainer, als wichtigste Entscheidungsträger innerhalb des Trainer- und Betreuerstabs, nach ihrer Meinung hinsichtlich Verletzungen und Prävention befragt. Eine zufällige Stichprobe von 2000 Fußballtrainern aus der Datenbank des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wurde eingeladen, an der Onlinebefragung teilzunehmen. Insgesamt 1012 Trainer (50,6?%) wurden in die Datenauswertung eingeschlossen. Die Teilnehmer wurden nach Altersgruppen, Trainerlizenzen und Leistungsklasse der trainierten Mannschaften unterteilt. Insgesamt wurde mangelnde Fitness/Athletik als größter Risikofaktor für Verletzungen bewertet, gefolgt von Vorverletzungen und mangelnder Erholung. Koordinations- und Rumpfstabilisationstraining sowie Regenerationsmaßnahmen wurden als wichtigste präventive Bereiche erachtet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei zukünftigen präventiven Ansätzen insbesondere auf die Themen Periodisierung, Belastungssteuerung und Reintegration von verletzten Spielern fokussiert werden sollte. In der Ausbildung der unteren Trainerlizenzen sollten vermehrt Grundlagen der Physiologie sowie der medizinischen und physiotherapeutischen Betreuung und niedrigschwellige Möglichkeiten der Diagnostik und Intervention geschult werden. Zur Erlangung einer eher professionell ausgerichteten Trainerlizenz sollten Trainer zu Entscheidungsträgern innerhalb eines Expertenteams ausgebildet und Führungskompetenz sowie Kommunikationsfähigkeit geschult werden.

Suche