15. FEPSAC Kongress vom 15.-20. Juli 2019 in Münster

Bericht zum 15. FEPSAC Kongress, 15.-20. Juli 2019 in Münster

5 Tage im Juli 2019 stand Münster ganz im Zeichen der weltweiten Sportpsychologie. Der Arbeitsbereich Sportpsychologie der WWU Münster führte gemeinsam mit der asp unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Strauß (Kongresspräsident) und Dr. Barbara Halberschmidt (Kongressmanagerin) den bisher größten FEPSAC-Kongress und einen der bislang größten sportpsychologischen Kongresse weltweit im Schloss zu Münster durch.

Die FEPSAC ist die europäische Vereinigung für Sportpsychologie, die 1969 im französischen Vittel gegründet wurde. Der Kongress wurde von zahlreichen Institutionen erheblich gefördert und unterstützt, u. a. dem Land NRW, der DFG, dem BISp, und zahlreichen anderen Partnern und Sponsoren. Im Rahmen des Kongresses wurde der 50. Geburtstag der FEPSAC gefeiert, sowie auch der asp – im angemessenen Rahmen mit zahlreichen Gästen aus aller Welt wurden diese Jubiläen begangen. 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt (64 Länder) waren nach Münster gereist und rund 950 sportpsychologische Tagungsbeiträge wurden präsentiert und diskutiert.

Die nationale Fachgesellschaft für Sportpsychologie, die asp, deren fast 500 Mitglieder kurz zuvor während der Jahrestagung in Halle den Kongressausrichter Prof. Dr. Bernd Strauß zum vierten Mal in seinem Amt als asp Präsident bis 2021 bestätigten, ist seit 1970  FEPSAC-Mitglied.

Sechs international renommierte Wissenschaftler/innen waren für eine Keynote eingeladen. Der erste Hauptvortrag (More of the same or time to up our game? 50 possibilities for sport and exercise psychology research) zur Eröffnung von Prof. Dr. Brett Smith (UK) beinhaltete, wie eine eher hermeneutisch ausgerichtete Sportpsychologie mit qualitativer empirischer Forschungsmethodik voranzutreiben ist. Im Laufe der Woche trugen dann Ben Jackson (Australien; Staying afloat in Today’s University System: Mistakes Made and Lessons Learned in the Transition from Postgraduate to “Mid-Career” Academic), Tatiana Ryba (Finnland; Now you see me, but will you listen? Sport, work and unexamined life in migration), Hülya Asci (Türkei;  Self-perception and physical self: Its examination from cultural and mental well-being perspectives), Samuele Marcora (UK;  The limits to endurance performance in humans: mind over muscle?) und Zella Moore (USA; Clinical Sport Psychology: Considering Psychological Well-being and Performance Excellence), weitere fesselnde Keynotes vor.

Das gesamte Kongressprogramm beinhaltete darüber hinaus natürlich alle Elemente eines großen Kongresses: Gemäß dem Sinn und Zweck des alle vier Jahre stattfindenden Groß-Kongresses waren im wissenschaftlichen Programm, das von Dr. Dennis Dreiskämper und Dr. Till Utesch koordiniert wurde, 27 (Praxis-)Workshops, 246 Vorträge, 57 Symposien, acht Panels, fünf Poster-Ausstellungen mit jeweils im Schnitt 80 Postern und Nachwuchswettbewerbe wie der Young Researcher Award angesetzt. Neue Maßstäbe setzte der FEPSAC Kongress 2019 auch im Bereich der Angebote für die angewandte Sportpsychologie: In über 20 Praxis-Workshops konnten Weiterbildungs-Kredits etwa der APA, der AASP oder auch der asp erworben werden. Zahlreiche Praxis-Panel und -Symposien ergänzten das von Dr. Sebastian Brückner und seinem Team koordinierte Programm der angewandten Sportpsychologie.

Der Rahmen des Kongresses (organisiert vom Team um Dr. Barbara Halberschmidt, Charlotte Raue und Lena Henning) konnte sich ebenfalls sehen lassen. Im LWL Museum der Stadt Münster wurde der Kongress mit Unterstützung der Staatssekretärin Andrea Milz, dem Rektor der Universität Münster, Professor Wessels, der Bürgermeisterin Karin Reismann und Anne-Marie Elbe als Präsidentin der FEPSAC und Bernd Strauss als Kongress-Präsident eröffnet. Dr. Franziska Lautenbach moderierte hier fünf bedeutsame Dekaden der Entwicklung der Sportpsychologie, unterstützt von Video-Einspielern, Ratespielen und Live-Musik, so dass die teilnehmenden Gäste aus der ganzen Welt ihr Wissen über die vergangenen 50 Jahre direkt prüfen konnten.

Ein weiteres Highlight war der Science Slam, moderiert von Dr. Dennis Dreiskämper. Vier Nachwuchswissenschaftler/innen hatten es durch die Begutachtung von sechs international renommierten Wissenschaftler/innen geschafft, die an dem Abend auch die Jury stellten. Bei der Jury handelte es sich um Dr. Andrea Petroczi (Chair, UK), Dr. Stuart Biddle (Australien), Dr. Claudia Voelcker-Rehage (Deutschland), Dr. Diane Ste-Marie (Kanada), Dr. Alan Smith (USA) und Dr. Yu-Kai Chang (Taiwan). Vanessa Wergin (TU München) konnte sich dann gegen Nadja Walter (Leipzig), Muhammet Cihat Ciftci (Türkei) und Xander Hodge (UK) durchsetzen. Auch hier wurde mit Live-Musik und dem fulminanten Auftritt der Showgruppe des Instituts für Sportwissenschaft aus Münster ein schöner Rahmen geschaffen, der den Teilnehmenden sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird. Es wäre schön, wenn sich auch bei zukünftigen Kongressen ein Science Slam organisieren ließe, dieses Format lockt auch zahlreiche Zuschauer/innen aus Stadt und anderen Bereichen der Universität.

Im Erbdrostenhof der Stadt Münster, einem Stadtschloss, wurde in kleinerer Runde, der 50. Geburtstag der FEPSAC in feierlichem Rahmen gefeiert. John Buckley und Costas Kareoghorgis spielten während der Veranstaltung live am Klavier und der Trompete. Bernd Strauss und Anne Marie Elbe hatten zahlreiche ehemalige Präsidenten und Präsidien, Editoren des PSE (dem FEPSAC Journal), Preisträger und um die FEPSAC verdiente Personen eingeladen, in diesem besonderen Rahmen noch einmal eine 50-jährige sportpsychologische Entwicklung zu feiern. Die Anwesenden sollten aber auch – und darauf wies der neue FEPSAC-Präsident Markus Raab dann auch nachdrücklich hin, in die Zukunft schauen und sich auf künftige Entwicklungen freuen und diese mit Visionen gestalten.

Auf sich aufmerksam machte im Rahmen des Kongresses die umfangreiche Kongress-App, die von Dr. Stijn Mentzel betreut wurde. Die Ausrichter empfehlen künftigen Kongressausrichtern unbedingt diese technische Unterstützung eines Kongresses, auch mit Blick auf Nachhaltigkeit, einzusetzen. Vervollständigt wurde das Organisationsteam durch Meike Kolb, die für Räume und Technik zuständig war. Dr. Vera Storm und Dr. Linda Schücker regelten alle juristischen und finanziellen Aspekte und zeichneten sich für die Sponsoren verantwortlich.

Wir danken allen Teilnehmenden für spannende, niveauvolle, gute, interessante, neugierig auf mehr machende Sportpsychologie. Und wir danken dem blauen-T-Shirt-Team für eine unvergessliche Atmosphäre und Stimmung. Der nächste FEPSAC-Kongress findet 2022 in Padua (Italien) statt.


   

 

 

 

 

Suche