dvs-Sektion „Sportinformatik und Sporttechnologie“

Selbstverständnis

Ziele

Sportinformatik und Sporttechnologie sind wichtige Pfeiler der Sportwissenschaft. Mit der Zusammenführung dieser Bereiche in der dvs-Sektion „Sportinformatik & Sporttechnologie“ wird der traditionell engen Beziehung sowie der thematischen Nähe der beiden Disziplinen in der dvs institutionell Rechnung getragen. Die dvs-Sektion Sportinformatik und Sporttechnologie verfolgt die folgenden Ziele:

  • Wissenschaftlicher Austausch zu Themenfeldern im Schnittstellenbereich von Sportwissenschaft, Informatik und Ingenieurwissenschaften
  • Vertretung des Faches in den Gremien der dvs
  • Kooperation mit den Institutionen des deutschen Sports in Fragen des Technologieeinsatzes
  • Anbindung der Disziplin an die sportwissenschaftlichen Anwendungsfelder
  • Vernetzung der Sportwissenschaft mit den Disziplinen Informatik und Ingenieurwissenschaften
  • Aufbau auf Pflege der Beziehungen zu internationalen Partnern
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, beispielsweise durch die Ausrichtung von Nachwuchsworkshops

Themengebiete

Die Sportinformatik und Sporttechnologie beschäftigen sich mit der Entwicklung und Anwendung von informatischen bzw. ingenieurwissenschaftlichen Verfahren auf Fragestellungen des Sports und der Sportwissenschaft. Im Wesentlichen lassen sich die Aktivitäten den folgenden Gegenstandsbereichen zuordnen.

  • Datenerfassung im Sport
  • Auswertung, Analyse und Visualisierung von Daten
  • Modellbildung und Simulation
  • Sportgeräte und Materialien für den Sport
  • Technologien im Sport

Diese Themen haben Relevanz für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen. Exemplarische Forschungsthemen sind:

Bereich „Training- und Wettkampf“

  • Biomechanische Messverfahren (Motion Capturing, Positionserfassungssysteme, Intertialsensorik)
  • Feedback und Trainingssysteme (Virtuelle Realität, Sonifikation, Videotraining)
  • Analyse von Trainingsprozessen (Simulation von Belastungs-, Beanspruchung und Anpassungsprozessen)
  • Technologische Unterstützung der Wettkampfanalyse (Spielbeobachtungstools)
  • Visual Analytics (z.B. Topographien von Leistungsparametern)

Bereich Fitness- und Gesundheitssport“

  • Wearables und intelligente Sportgeräte (Aktivitätstracker, Sensorik für Vitaldaten)
  • Open-cloud Trainingsplattformen

Bereich Sportwissenschaftliche Theoriebildung

  • Entwicklung neuer Analyseverfahren zur Auswertung großer Datenmengen bspw. aus Positionserfassungssystemen (Data Mining, Data Analytics, Big Data, künstliche Intelligenz)
  • Entwicklung neuer Modell-Ansätze (Carvingski, Windwiderstand beim Sprint, Pressingverhalten im Fußball)
  • Studien zur Notwendigkeit, dem Einsatz und den Auswirkungen von neuen Technologien im Sport (Videoschiedsrichter)
  • Diskussion von generellen Problemen und Paradigmen der Modellbildung und Simulation (maschinelles Lernen vs. heuristische Modellierung)

Bereich „Produktentwicklung und Qualitätssicherung“

  • Sportgeräte-Entwicklung, neue Materialien für den Sport
  • Sportartspezifische Informationssysteme
  • Entwicklung, Verbesserung von Sportdatenprodukten bspw. für die Medienberichterstattung (Media enhancement)

Bereich Trainer- und Nachwuchsausbildung

  • e-Learning (Konzepte, Produkte, Qualitätsmanagement etc.)
  • Konzepte für die Gestaltung von Lern- und Trainingssystemen
  • curriculare Fragen ausgewählter Ausbildungswege (Trainer, Lehrer, Wissenschaftler, Sportindustrie)

Weitere Literatur zum Selbstverständnis:

  • Baca, A. (2006). "Computer science in sport: an overview of history, present fields and future applications (part I)". IJCSS Special Edition 2/2006, 25-35.
  • Perl, J. (2006). "Computer science in sport: an overview of history, present fields and future applications (part II)". IJCSS Special Edition 2/2006, 36-46.
  • Link, D., & Lames, M. (2014). An introduction to sport informatics. In A. Baca (Ed.), Computer science in sport (pp. 1-17). Routledge: New York.