dvs-Kommission Geschlechterforschung

Über die Kommission

Die feministische Frauenforschung in der Sportwissenschaft ist seit ihren Anfängen hauptsächlich sozialwissenschaftlich orientiert und hatte zum Ziel, gesellschaftliche, für den (Schul-)Sport relevante Unterdrückungs- und Ungleichbehandlungsstrukturen zu identifizieren, zu analysieren und letztlich zu verändern. Als Ausgangspunkt einer sportwissenschaftlichen Geschlechterforschung ist die in den 1970er-Jahren geführte Debatte über den koedukativen Sportunterricht zu sehen, die den Weg zunächst für eine sportwissenschaftliche Frauenforschung ebnete.

Die führenden Köpfe, Sabine Kröner (Münster) und Gertrud Pfister (Berlin), gründeten 1983 die Initiative „Frauenforschung in Sport und Sportwissenschaft“, die sich später mit dem Ziel der regionalen Vernetzung als Arbeitsgemeinschaft „Frauen – Sport – Bewegung“ organisierte und im Verein „Sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis für Frauen e.V.“ institutionalisierte. Diese Entscheidung folgte aus politischen Erwägungen, da die Sportwissenschaftlerinnen sich durch eine Vereinsgründung mehr Chancen für die Durchsetzung einer emanzipatorischen Frauenforschung und Frauen-Sport-Praxis in Sport und Sportwissenschaft versprachen. Die Entscheidung zur Vereinsgründung fiel 1987 nach dem ersten feministischen Seminar in Bielefeld mit dem Titel „Frauen in Bewegung. Der feministische Blick auf Sporttheorie, Sportpraxis und Sportpolitik“, deren Beiträge in Form einer Dokumentation vorliegen (Buschmann, Mechtild & Kröner, Sabine (1987). Frauen in Bewegung. Der feministische Blick auf Sporttheorie, Sportpraxis und Sportpolitik. Ahrensburg bei Hamburg: Czwalina).

1990 folgte in Münster die erste sportwissenschaftliche Frauenforschungstagung in der Bundesrepublik. 1991 wurde schließlich die Kommission „Frauenforschung in der Sportwissenschaft“ unter dem Dach der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) gegründet. Mit der Schaffung der – bis heute einzigen – Professur für „Geschlechterforschung in der Sportwissenschaft“ von 1996 bis 2014 und mit der Einrichtung des Instituts für Soziologie und Genderforschung im Jahr 2014 (Leiterin: Univ.-Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews) entstand an der Deutschen Sporthochschule Köln ein Zentrum für die Erforschung geschlechtsbezogener Fragestellungen.

Durch die sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung angeregt, die mit ihren theoretischen Ansätzen die Reifizierung der Geschlechterdifferenz überwinden wollte und will, befand die Mitglieder-Vollversammlung auf der Jahrestagung in Freiburg 2004, dass die Bezeichnung „Frauenforschung“ nicht mehr adäquat sei. Nach durchaus kontroversen Diskussionen wurde die Kommission in „Geschlechterforschung in der Sportwissenschaft“ umbenannt.

Die inzwischen breite Palette von Themen mit Bezug zu Theorien und Methoden der sozialwissenschaftlichen Geschlechterforschung können den Veröffentlichungen der Kommission entnommen sowie bei den eingetragenen ExpertInnen nachgefragt werden.

Sprecherinnen der dvs-Kommission Geschlechterforschung

2016-heute: Prof. Dr. Elke Gramespacher (Basel)
2008-2016: Prof. Dr. Gabriele Sobiech (Freiburg)
2005-2008: Prof. Dr. Petra Gieß-Stüber (Freiburg)
2003-2005:
Prof. Dr. Claudia Kugelmann (Erlangen-Nürnberg)
2001-2003:
PD Dr. Beate Blanke (Bremen)
1998-2001: Prof. Dr. Claudia Kugelmann (Erlangen-Nürnberg)
1996-1998:
Prof. Dr. Sabine Kröner (Münster)
1994-1996: Prof. Dr. Marie-Luise Klein (Paderborn, Bochum)
1991-1994:
Prof. Dr. Gertrud Pfister (Berlin, Kopenhagen/DK)

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