Gesellschaftliche Funktionen der Sportvereine und Sportverbände

Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie
12. bis 14. September 2018 in Berlin

Der vereins- und verbandsorganisierte Sport unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) repräsentiert alleine schon aufgrund der hohen Vereinsdichte wie auch  Mitgliedschafts- und Engagementquoten in der Bevölkerung einen maßgeblichen zivilgesellschaftlichen Organisationsfaktor mit lebensweltlicher Einbindung in Deutschland.  Diese quantitativen Argumente werden seit langem mit qualitativen Argumenten verbunden. Dabei wird dem Sportvereinswesen eine Vielzahl gesellschaftlicher Funktionen zugeschrieben. Das Spektrum reicht von den Integrations- und Sozialisationsfunktionen über die Demokratie- und friedensstiftenden Funktionen bis hin zu den Repräsentations- und Gesundheitsfunktionen wie auch den ökonomischen Funktionen der Sportvereine.

Auf der einen Seite werden diese sportverbandlichen Selbst- und gesellschaftspolitischen Fremdzuschreibungen regelmäßig öffentlich herausgestellt und übernehmen eine relevante Legitimationsfunktion für die Arbeit der Sportvereine und -verbände. Auf der anderen Seite werden sie aber auch immer häufiger kritisch hinterfragt, werden negative Externalitäten (Umweltbelastungen, Doping etc.) immer stärker Bestandteil öffentlicher Berichterstattung und reklamieren auch andere Sportanbieter gesellschaftliche Funktionen für sich, die bislang dem Sportvereinswesen vorbehalten schienen.

Fragen nach den gesellschaftlichen Funktionen von Sportvereinen und Sportverbänden sind für Forschung und Forschungsförderung in der Sportsoziologie ebenso wie für Lehre und sportwissenschaftliche Berufsfelder bedeutsam. Insofern erscheint es lohnenswert, im Rahmen der Jahrestagung der Sektion Sportsoziologie in der dvs, die an der Humboldt-Universität zu Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Sebastian Braun durchgeführt wird, zwei übergeordnete Perspektiven in den Blick zu nehmen:

Einerseits stellt sich die Frage nach dem aktuellen Forschungsstand über die verschiedenen gesellschaftlichen Funktionszuschreibungen an Sportvereine und Sportverbände. In dieser Perspektive soll auf der Tagung ein möglichst breites Spektrum von Fragestellungen, theoretischen Zugängen, methodologischen Reflexionen und empirischen Befunden vorgestellt und diskutiert werden. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage nach dem Beitrag der Sportsoziologie zum Verständnis der gesellschaftlichen Funktionen der Sportvereine und  verbände. Aus einer selbstreflexiven Perspektive soll auf der Tagung nach disziplininternen und -externen Erwartungen (Politik, Verwaltung, Verbände, Vereine etc.) an die Sportsoziologie gefragt und diskutiert werden, wie Forscherinnen und Forscher mit diesen Erwartungen umgehen.

Zusammenfassend soll auf der Tagung also einerseits der aktuelle Forschungsstand über die gesellschaftlichen Funktionen der Sportvereine und -verbände und andererseits der Beitrag der Sportsoziologie für das Verständnis dieser gesellschaftlichen Funktionen kritisch erörtert und diskutiert werden. Insofern richtet sich die Tagung primär an Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wie auch Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler, die sich mit gesellschaftlichen Fragen des Sports beschäftigen. Sie bietet aber auch Möglichkeiten des fachbezogenen Austauschs zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Akteuren aus Sport, Politik, Verwaltung und Wirtschaft, die in den thematischen Schwerpunktfeldern der Tagung praxisorientiert tätig sind.

Prof. Dr. Herfried Münkler hält einführenden Hauptvortrag
Wir freuen uns sehr, dass Prof. Dr. Herfried Münkler für den einführenden Hauptvortrag am 12.09.2018 gewonnen werden konnte. Herfried Münkler ist Professor für Theorie der Politik mit einem Schwerpunkt in der politischen Theorie und Ideengeschichte am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Als einer der führenden Repräsentanten seines Faches in Deutschland hat er sich nicht nur weit über die Wissenschaft hinaus einen Namen als Politikwissenschaftler gemacht, sondern auch zu Fragen der Zivilgesellschaft intensiv und wegweisend gearbeitet.

Call for Papers:

Um Einreichung eines Vortragsabstracts (max. 500 Wörter) wird bis zum 29.03.2018 an die E-Mail-Adresse der Tagung sportsoziologie-tagung@hu-berlin.de gebeten. Es können auch Vorschläge für eine Poster-Präsentation eingereicht werden (geplant sind Kurzvorstellung und Diskussion der Poster). Weitere Infos hier.

Anmeldung:
Informationen zur Anmeldung finden Sie online. Der early bird endet am 30.06.2018.


Kontakt/Tagungsleitung:
Prof. Dr. Sebastian Braun
Humboldt-Universität zu Berlin
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
Institut für Sportwissenschaft
Abteilung Sportsoziologie
Tel.: +49 (0)30 / 2093-46108
Fax: +49 (0)30 / 2093-46110
E-Mail: sportsoziologie-tagung@hu-berlin.de
web: www.sportsoziologie.hu-berlin.de

Postanschrift:
Unter den Linden 6, 10099 Berlin
Besucheradresse:
Philippstr. 13
Campus Nord, Haus 11
10115 Berlin

Tagungswebsite: www.sportsoziologie-tagung2018.hu-berlin.de