Sport als Bühne - Kommunikation und Mediatisierung von Sport und internationalen Sportgroßveranstaltungen

15. Hamburger Symposium Sport, Ökonomie und Medien in Kooperation mit der dvs-Sektion Sportsoziologie
18.-19. Juni 2015 in Hamburg

Medien prägen immer stärker den Sport und seine Sportgroßveranstaltungen. Sie tragen nicht nur zur weltweiten Verbreitung in Echtzeit (TV, Onlinemedien) und deren Vertiefung (Tagespresse, Bildbände, Belletristik etc.) bei, sondern verändern auch durch medientechnologische Innovationen die Art der Inszenierung in den Arenen. Praktisch in allen Feldern des Sports verändert sich die Kommunikation und stellt das Management ständig vor neue Herausforderungen.

Kommunikations- und medienwissenschaftlich wird dieser Prozess als „Mediatisierung“ diskutiert, mit der das Eindringen unterschiedlicher Medien in die menschliche Kommunikation in vielen Lebensbereichen erklärt wird. Das gilt auch und besonders bei Sportaktivität und Sportrezeption, wo Mediatisierung einen kulturellen Wandel provoziert - ständig werden durch Medien neue kulturelle Kooperationen mit neuen Deutungsmustern kreiert, oft ermöglicht durch medientechnologische Innovationen und deren Massenkonsum. In der sport- und sozialwissenschaftlichen Diskussion wird dieser Prozess unter Konzepten wie „Sport der medialen Moderne“, als „performative Wende“ gegenüber der individualistischen „Erlebnisgesellschaft“ diskutiert. Das sportliche Geschehen wird in allen Bereichen (Schausport, Fitnesssport, Gesundheitssport) bevorzugt mit der Bühnenmetapher interpretiert, d. h. die Beteiligten stehen als Darsteller in der Arena und auf der Tribüne miteinander im Dialog, inszenieren sich selbst für andere und umgekehrt.

Bühne und Tribüne verweben sich miteinander, Akteure und Zuschauer changieren in ihren Rollen (Fangesänge, Choreografien), Sportveranstaltung und Theater (Musical, Film) kommen sich näher mit z. T. fließenden Übergängen. Sportgroßveranstaltungen werden zu einem „Gesamtkunstwerk“ (R. Wagner), die ungewöhnliche Herausforderungen an Sportorganisationen stellen und die Branche der „Sport- und Eventmanager“ kreiert haben. Vor dem Hintergrund des ungebrochenen Besucherstroms in die Sportarenen, der weiterhin weltweiten Popularität von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften wie auch der weiter wachsenden Sportaktivität ist das Kongressthema 2015 „Kommunikation und Mediatisierung von Sport und Sportgroßveranstaltungen“ praktisch hochaktuell und wissenschaftlich ergiebig.

Das 15. Symposium Sport Ökonomie und Medien wird das Thema in vier Blöcke gliedern, die in mehreren parallelen Panels mit Keynotes sowie ausgewählten/ausgeschriebenen Referaten Zielgruppen aus verschiedenen Bereich ansprechen: Wissenschaft, Journalismus, Verlagswesen, Filmbranche, Architektur, Medienwirtschaft und Sport. Es folgt der Leitidee „Science meets Practice“.

  1. Mediatisierung von sozialen Interaktionen und Live-Kommunikation bei Sportgroßveranstaltungen
  2. Mediatisierung durch Sportberichterstattung zu Sportgroßveranstaltungen
  3. Mediatisierung im Sport durch technologische Innovationen in der Informationsvermittlung
  4. Mediatisierung mit Sportarchitektur und deren Design.

Einführungs- und Leitreferate u. a. durch Axel Balkausky (Sportchef ARD), Prof. Simon Chadwick (London), Prof. Andreas Hebbel-Seeger (Hamburg), Prof. Friedrich Krotz (Bremen), Corny Littmann (Theaterintendant Hamburg), Prof. Wolfgang Maennig (Hamburg/Berlin), H. Keuter (Twitter Deutschland, Head of sports), Prof. Gertrud Pfister (Kopenhagen), Prof. Holger Preuß (Mainz), Stephan Rebbe (Geschäftsführer Kolle Rebbe, Hamburg), Prof. Hans-Jürgen Schulke (Hamburg). Das Thema „Mediale Zukunft der Olympischen Spiele“ wird angesichts der aktuellen Entscheidungslage mit vielen Themen verknüpft und zudem ein eigenes zentrales Panel erhalten.

Die Keynotes stehen fest
Unteranderem wird Paul Keuter (Head of Twitter Sports Germany) über Sportgroßereignisse und Twitter referieren. Axel Balkausky (ARD) wird über die Bedeutung des Sports in den öffentlich-rechtlichen Medien sprechen, Prof. Dr. Thomas Schierl (Deutsche Sporthochschule Köln) berichtet über die Skandalisierung und Viktimisierung im Sport, Prof. Dr. Robert Gugutzer (Goethe Universität Frankfurt) trägt eine Rede über den Sport im Film mit einer soziologischen Reflexion vor und Prof. Dr. Friedrich Krotz von der Universität Bremen spricht über die Mediatisierung im Sport. Unser aktuelles Programm finden Sie unter: http://www.symposium-hamburg.com/talk

Weitere Informationen zum Programm und den Teilnahmemöglichkeiten finden Sie auf der Homepage www.symposium-hamburg.de

Tagungsort:
Millerntor Stadion des FC St. Pauli
Heiligen-Geist-Feld 1
20359 Hamburg

Organisationsleitung:
Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger
Prof. Dr. Thomas Horky
Prof. Dr. Hans-Jürgen Schulke
Katharina Pohle

Kontakt:
MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation
Katharina Pohle
Gertrudenstraße 3
20095 Hamburg
Tel.: (040) 300 3089-23
E-Mail: info@symposium-hamburg.de

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