Vom Turnen auf der Hasenheide zum Sport als Kulturgut

Jahrestagung der dvs-Sektion Sportgeschichte
16.-18. Juni 2011 in Berlin

Als Friedrich Ludwig Jahn vor 200 Jahren den ersten Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin eröffnete, hatte er weder eine private Erziehungsanstalt noch eine öffentliche Schule vor Augen. Er turnte zwar mit seinen Schülern dort "im Verein", also gemeinschaftlich, aber dass später einmal der "Verein" zum wesentlichsten Strukturprinzip der Organisationen von Turnen und Sport in Deutschland werden sollte, davon konnte er noch nichts wissen. Auf dem Turnplatz in der Hasenheide, schrieb Friedrich Ludwig Jahn einige Jahre nach der Gründung, entwickelte sich eine neue "Kunst":
"Hier wurden öffentlich und vor jedermanns Augen von Knaben und Jünglingen mancherlei Leibesübungen unter dem Namen T u r n k u n s t in Gesellschaft getrieben" (Jahn 1816, S. IV).

Jahns Unternehmen schien vor allem deswegen spektakulär zu sein, weil das Turnen öffentlich stattfand und nicht auf ein Gymnasium beschränkt war. Wer sich auf der Hasenheide versammelte, gehörte einem "Verein" an und stand nicht unter schulischer Aufsicht.

Erst so wurde es möglich, der Turnkunst mehr als nur eine pädagogische Bedeutung zu geben. "Leibesübungen" gehörten zu den "Gegenständen" der Volkserziehung in Jahns programmatischer Schrift Deutsches Volksthum (Jahn, 1810). Einen besonderen Rang erhielten diese Übungen durch ihre öffentliche Demonstration und die politische Adelung zur patriotischen Turnkunst.

Die Entwicklung der Systeme und Lehrweisen der "Leibesübungen" in Deutschland seit Anfang des 19. Jahrhunderts unter dem Einfluss des Turnens und deren Ausstrahlung auf europäische und außereuropäische Staaten und Nationen ist das Hauptthema dieser Konferenz. Insbesondere soll die staatliche Indienstnahme der physischen Erziehung seit der Hasenheide betrachtet werden. Dabei wird auch über den nationalen Zaun hinaus in andere Länder geschaut.

Tagungsprogramm (PDF)

Organisation in Berlin:
Forum für Sportgeschichte/Sportmuseum Berlin
Martina Behrendt, Gerd Steins
Sportmuseum.Berlin@t-online.de
Fax: 030-3058340
Tel: 030-3058300

Weitere Unterlagen und Nachrichten zur Tagung werden ab Januar 2011 veröffentlicht auf: www.Sportmuseum-Berlin.de

Termine:

Tagungsgebühr:
Normal: 75,00 €
Ermäßigt: 60,00 €(Mitglieder der DVS, der DAGS, des Berliner Tunerbundes und des Forum für Sportgeschichte)
Studenten: 40,00 €
Tagesgäste: 25,00 €

In der Tagungsgebühr sind enthalten die Tagungsunterlagen, Konferenzgetränke/-snacks sowie die Zusendung des Tagungsbandes. Nicht enthalten sind Reise- und Übernachtungskosten.

Überweisung der Tagungsgebühr bis 20. Mai 2011 auf das Konto:
Kontoinhaber: Forum für Sportgeschichte Berlin e.V.
Bank: Deutsche Kreditbank
Konto-Nr. 100 116 41 34
BLZ: 120 300 00
Zweck: DVS Tagung 2011

Übernachtung:
Übernachtungen zu?Sonderkonditionen sind unter dem Stichwort "DVS" buchbar im Hotel IBIS Berlin-Neukölnn, Jahnstr. 13, 12347 Berlin.
EZ oder DZ: 55,00 EUR (m. F.)
Tel. 030-6850080, Fax. 030-68500868, E-Mail h5694@arccor.com

Tagungsort:
Sportzentrum der Turngemeinde in Berlin
10965 Berlin
Columbiadamm 111
(Die Tagung findet in der "Hasenheide" statt!)
Turngemeinde in Berlin: www.tib1848ev.de/hauptverein/portrait/

Öffentl. Verkehrsmittel:
U7: U-Bahnhof Südstern (650m bis zum Sportzentrum)
U8: U-Bahnhof Boddinstraße
Bus 104: Die Haltestelle "Friedhöfe Columbiadamm" befindet sich direkt gegenüber dem Eingang zum Sportzentrum.
Stadtplanlink zum Sportzentrum TiB 1848:
www.berlin.de/stadtplan/map.asp?sid=1d6f2223110a0c33435c63727b5a787f&size=4x3

Kontakt
Dr. Michael Thomas
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Institut für Sportwissenschaft
Brandenburger Str. 9
39104 Magdeburg
Tel.: (0391) 67-16722
Fax: (0391) 67-16754
E-Mail: michael.thomas@ovgu.de