Yvonne Steggemann gewinnt dvs-Nachwuchspreis 2011

Knappes Finale beim dvs-Hochschultag 2011 in Halle (Saale)

Yvonne Steggemann von der Universität des Saarlandes hat mit ihrem Beitrag „Täuschung mit Köpfchen - Die Bedeutung der Blickrichtung beim Erkennen von Handlungsabsichten im Sport“ den dvs-Nachwuchspreis beim 20. dvs-Hochschultag in Halle (Saale) gewonnen.
Der Wettbewerb um den besten Beitrag eines/einer Nachwuchswissenschaftlers/in, der durch die Friedrich-Schleich-Gedächtnis-Stiftung gefördert wird und mit insgesamt 1.500 EUR dotiert ist, wurde zum sechsten Mal durchgeführt.

In ihrem Beitrag zum Thema "Täuschung mit Köpfchen" berichtete Yvonne Steggemann, dass das schnelle Antizipieren zukünftiger Handlungen von Mit- und Gegenspielern eine unabdingbare Voraussetzung für sportlichen Erfolg ist. Am Beispiel einer Zuspielsituation im Basketball zeigt es sich, dass die Blickrichtung des Passgebers automatisch mitverarbeitet wird und zu schlechteren Erkennungsleistungen beim Betrachter führt, wenn Blick und Passrichtung nicht übereinstimmen.

Den zweiten Platz beim dvs-Nachwuchspreis 2011 wurde zwei Mal vergeben. Zum einen an den Sportwissenschaftler Thomas Gronwald von der Universität Halle-Wittenberg mit seinem Beitrag zum Thema "Zentralnervale Aktivierung bei identischer Belastungsvorgabe unter Normoxie und normobarer Hypoxie – Beeinflusst die zentralnervale Aktivierung die Ausdauerleistung?". Die Ergebnisse belegen, dass die Ausdauerleistung nicht allein durch kardiale und muskuläre Beanspruchung limitiert wird.

Für Ihre Arbeit zum Thema "Sporting role models as potential catalysts to tackle gender issues in Sub-Saharan Africa"wurde Marianne Meier von der TU München ebenfalls Zweite. Ihre Studie befasst sich Imit dem latenten Mangel an bekannten Spitzensportlerinnen in Afrika, die eine Vorbildfunktion übernehmen könnten. In Afrika ist Sport nach wie vor vielerorts männlich konnotiert. Demzufolge kommt insbesondere den weiblichen Vorbildern im Sport für die Förderung von Chancengleichheit der Geschlechter eine große Bedeutung zu.

Foto der Preisverleihung am 22.09.2011 in Halle (Saale)

Jessica Süßenbach (dvs-Kommission Wissenschaftlicher Nachwuchs), Marianne Meier (2. Platz), Yvonne Steggemann (1. Platz), Thomas Gronwald (2. Platz), Dorothee Alfermann und Henning Plessner (beide dvs-Präsidium) (v.l.n.r.)
(Foto: Department Sportwissenschaft, Halle)

Zum dvs-Nachwuchspreis

Am Wettbewerb um den dvs-Nachwuchspreis können alle Nachwuchswissenschaftler/innen teilnehmen, die sich in der Qualifikationsphase befinden und mit einem sportwissenschaftlichen Thema promovieren, habilitieren oder eine Juniorprofessur bekleiden. Die Bewerbung bezieht sich auf eigene, bis zum Bewerbungsschluss in der eingereichten Form unveröffentlichte Forschungsarbeiten. Die eingereichten Beiträge werden anonym einer Jury vorgelegt. Die Zusammensetzung der Jury orientiert sich an der disziplinären Sektionsgliederung der dvs und berücksichtigt weiterhin zwei Vertreter/innen der Kommission "Wissenschaftlicher Nachwuchs" und eine/n Vertreter/in des dvs-Präsidiums.

Der Jury für den dvs-Nachwuchspreis 2011 gehörten an:

  • Prof. Dr. Ulrike Burrmann (Universität Dortmund, Sportsoziologie)
  • Prof. Dr. Hermann Müller (TU München, Trainingswissenschaft und Sportinformatik)
  • Prof. Dr. Dr. Markus Raab (Deutsche Sporthochschule Köln, Sportpsychologie)
  • Prof. Dr. Alfred Richartz (Universität Hamburg, Sportpädagogik)
  • Prof. Dr. Veit Wank (Universität Tübingen, Biomechanik)
  • Prof. Dr. Oliver Höner (Eberhard Karls Universität Tübingen, dvs-Präsidium)
  • Dr. Miriam Kehne (Universität Paderborn, dvs-Kommission „Wissenschaftlicher Nachwuchs“)
  • Florian Loffing (Universität Kassel, dvs-Kommission „Wissenschaftlicher Nachwuchs“)

Zur Ermittlung der Rangfolge der Bewerber/innen wurden insbesondere folgende Kriterien zugrunde gelegt: innovativer Wert, wissenschaftliche Qualität des theoretisch-methodischen Ansatzes sowie Darstellung und Gestaltung des Beitrags. Drei ausgewählte Kandidaten/innen präsentieren ihre Arbeiten auf dem dvs-Hochschultag in einer Sonderveranstaltung ("Endrunde"). An die Präsentation der Beiträge schloss sich eine Diskussion an. Die Rangfolge der Endrundenteilnehmer/innen wurde anhand der Beurteilung der eingereichten Beiträge und deren mündlicher Vorstellung ermittelt.

Preisträger früherer Wettbewerbe finden Sie hier.