Martial Arts Studies in Germany - Defining and Crossing Disciplinary Boundaries

Jahrestagung der dvs-Kommission "Kampfkunst und Kampfsport"
30. September bis 2. Oktober 2015 in Mainz im Rahmen des dvs-Hochschultages

Mit dem ersten Symposium „Kampfkunst und Kampfsport“ 2011 in Bayreuth wurde die Gründung der gleichnamigen dvs-Kommission auf den Weg gebracht. Nach zwei weiteren vergleichsweise themenoffenen Symposien in Hamburg (2012) und Erlangen (2013) stand auf dem vierten Symposium in Ludwigsburg (2014) die Gender-Perspektive im Mittelpunkt.

Die in dieser Zeit gereifte und etablierte Kommission „Kampfkunst und Kampfsport“ möchte die geplante Tagung im Rahmen des dvs-Hochschultags 2015 für eine Zäsur nutzen. Es gilt, die Forschungsergebnisse und -entwicklungen der vergangenen Jahre und Tagungen zu ordnen und zu interpretieren. Daher sollen die Beiträge des Symposiums einen eher meta-analytischen Charakter ausweisen und vorzugsweise auf wissenschaftsdisziplinärer Ebene agieren. Das in den zurückliegenden Tagungen äußerst fruchtbare wie konkrete Alleinstellungsmerkmal der Kampfsportwissenschaft – eine nahezu unüberschaubare Anzahl und Varianz von (inter-)nationalen Kampfsportclustern, -arten und -stilen sowie ein reichhaltiges Spektrum von gesellschaftlichen, historischen, religiösen, ideologischen, wettkämpferischen und kommerziellen Einflüssen und Interessen – wird zugunsten des Abstrakten ausgesetzt.

Die Tagung formuliert als erstes Hauptziel, Kampfsport und Kampfsportwissenschaft in Deutschland basierend auf der bisherigen Forschungs-, Tagungs- und Kommissionsarbeit gewissenhaft zu reflektieren und auszuloten, um ein solides Fundament für die zukünftige Forschungsentwicklung zu zementieren (“Martial Arts Studies in Germany”). Gerade in Fragen der Anschluss- und Nachwuchsforschung trat diese fehlende Grundlage bisher deutlich in Erscheinung.

Als zweites Hauptziel beabsichtigt die Tagung, eine detaillierte Kartierung des Forschungsfeldes unter Bestärkung interdisziplinärer Zugänge zu bewerkstelligen und die ohnehin multidisziplinäre deutsche Kampfsportforschung durch festere Verknüpfungen zu ökonomisieren (“Defining and crossing discplinary boundaries”).

Tagungsthemen sind demzufolge:

  1. Übersicht über den organisierten Kampfsport in Deutschland – Clubs, Vereine, Verbände, Stilrichtungen
  2. Definition von Kernbegriffen wie Kampfsport, Kampfkunst, Kämpfen als Phänomen, Kämpfen im Schulsport und Kampfsportwissenschaft
  3. Übersicht über Kämpfen-Pädagogik im Schulsport: bundesländerübergreifend, normativ, inhaltlich
  4. Überblick und Einschätzung nationaler und internationaler Kampfsportforschung
  5. Das gesellschaftliche Bild vom gegenwärtigen und zukünftigen Kampfsport in Deutschland

Geplant sind u. a. eine Podiumsdiskussion zur Thematik „Martial Arts in Germany“ sowie ein englischsprachiges Vortragspanel mit Einbezug internationaler Kampfsportforscher.

Kontakt:
Dr. Martin Meyer
Zentrum für Lehrerbildung, Universität Vechta
Kreuzweg 3-5
49377 Vechta
Tel.: (04441) 15-242
E-Mail: martin.meyer@uni-vechta.de