Turnen - Eine Bewegungskultur im Wandel

Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen
10. bis 12. September 2012 in Marburg

Wird Turnen als Kulturphänomen verstanden, so impliziert dies, dass es von Menschen erschaffen wurde und durch die menschliche Praxis „am Leben gehalten“ werden muss. Ein Blick auf die Geschichte des Turnens kann den sich aus dieser Praxis ergebenden, prinzipiell nicht abschließbaren Wandel illustrieren. In der gegenwärtigen Bewegungskultur lassen sich zum einen verschiedene kultivierte Formen des „turnerischen Bewegens“ beobachten: Gerätturnen, Trampolinturnen, Rhönradturnen, (Sport-)Akrobatik, Le Parkour
bzw. Freerunning, Slacklining usw. Zum anderen ist aber auch die Sportart Gerätturnen durch die Modifizierung einzelner Geräte und Wettkampfbestimmungen, wie z.B. die Änderung von Gerätehöhen oder die Einführung des Turntisches, in einem stetigen Wandel begriffen. In beiden Fällen handelt sich um jeweils vorläufige Produkte unterschiedlicher Entwicklungsprozesse, welche sich als das soziale (Aus-)Handeln von
Handlungsräumen und Bewegungslösungen beschreiben lassen und als solche sowohl zur Erschaffung neuer „Bewegungstrends“, wie auch zur Weiterentwicklung von „Sportarten“ führen.

Aus einem solchen Verständnis heraus ergeben sich viele Fragen an das turnerische Bewegen, die in Beiträgen der Jahrestagung bearbeitet werden können: Inwiefern unterscheiden sich die Formen turnerischen Bewegens? Was ist das „Elementare“, das diese Formen gemeinsam haben? Welche Entwicklungen gibt es in einzelnen Sportarten/Bewegungskulturen auf der Ebene der Techniken, der „Regeln“ oder der „Geräte“? Was sind die Gründe für solche Entwicklungen? Gibt es wiederkehrende Entwicklungstendenzen? Welche aktuellen „Trends“ turnerischer Bewegungskultur lassen sich beobachten? In welchen sozialen Institutionen/Instanzen finden solche Entwicklungen statt (Verein, Szene, Peer-Group, Schule)? Wie unterscheiden sich die Prozesse in solchen Instanzen? Was bedeutet dieses Verständnis des Turnens für das Turnen in der Schule und im Verein? Welche Entwicklungschancen bieten solche Prozesse für das Individuum?

Es sind vorerst keine parallelen Arbeitskreise geplant, sondern nur Beiträge im Plenum, Praxisbeiträge sowie ggf. auch Diskussionsforen oder Podiumsdiskussionen. Beiträge können mit einem einseitigen Abstract bis zum 15.06.2012 bei der unten angegebenen Kontaktadresse angemeldet werden. Es besteht die Möglichkeit, die Beiträge im Tagungsband zu veröffentlichen. Über die Annahme der Beiträge entscheidet der Sprecherrat der Kommission in Abstimmung mit den Organisatoren der Tagung.

Weitere Information im Internet: www.uni-marburg.de/fb21/ifsm/dvs-turnen-2012

Abstracteinreichungsfrist: 15. Juni 2012


Organisation:
Dr. Mike Pott-Klindworth und Tobias Pilz, Arbeitsbereich Bewegungs- und Sportpädagogik, Institut für Sportwissenschaft und Motologie,
Philipps-Universität Marburg

Kontakt:
Dr. Mike Pott-Klindworth
Philipps-Universität Marburg
Institut für Sportwissenschaft und Motologie
Barfüßerstraße 1
35032 Marburg
Tel.: (06421) 282-3949
E-Mail: Pott-Klindworth@uni-marburg.de