Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Band 116

VERGRIFFEN

Georg Friedrich (Hrsg.)
Zeichen und Anzeichen.
Analysen und Prognosen des Sports.
dvs-Tagung vom 8.-9. Oktober 1998
im Schloß Rauischholzhausen.
Hamburg: Czwalina 2001.
150 Seiten. ISBN 978-3-88020-377-8.

Der Sport in der heutigen Gesellschaft zeichnet sich durch eine zunehmende Diversifizierung aus. Den Sport unserer Zeit zu definieren, entspräche dem Versuch, das babylonische Gewirr der Sprachen, die der Sport mittlerweile "spricht", zu entschlüsseln. Selbst die Hoffnung, der Diversifizierung des Sports durch immer neue Wortschöpfungen gerecht zu werden, muss fehlschlagen unter dem Eindruck der Geschwindigkeit, mit der körperliche Kultur und Körperkults neue Formen und Ausdrucksweisen erzeugen. Vor diesem Hintergrund bringt uns der Gedanke weiter, wonach Sport als ein System von Zeichen zu begreifen und sportliches Handeln der unterschiedlichsten Couleurs als 'Ausdruck von etwas' zu fassen ist. Der vorliegende Band versucht, den Zeichen und Anzeichen, die den Sport ausmachen und die er hervorbringt, auf die Spur zu kommen. So sollen die hinter den vielfältigen und unterschiedlichsten sportthematisierenden Phänomenen wirksamen Codes erkennbar gemacht werden, und der Sport im Rahmen symbolischer Formen verortet und rekonstruiert werden. Die Beiträge des Bandes, die auf die 1998 im Schloss Rauischholzhausen bei Marburg zum vierten Mal durchgeführte Tagung zum Thema "Sport und Semiotik" zurückgehen, verstehen sich aber – neben ihrem analytisch-rekonstruktivem Anspruch – auch als Grundlagen für Prognosen, die zum Jahrtausendwechsel allenthalben unternommen werden. Die Autorinnen und Autoren setzen auf ganz unterschiedlichen Konkretionsstufen an und weisen dabei unterschiedliche Nähe zur semiotischen Theoriebildung bzw. der Reflexion konkreter sport- und körperkultureller Erscheinungen auf.

Der Herausgeber, Georg Friedrich, ist Professor für Sportdidaktik am Institut für Geistes- und Sozialwissenschaften des Sports an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.