Neuerscheinungen 20 (09.07.2007)

Wolfgang Schlicht & Ralf Brand: Körperliche Aktivität, Sport und Gesundheit. Eine interdisziplinäre Einführung (Grundlagentexte Gesundheitswissenschaften). Weinheim, München: Juventa 2007, 176 S., ISBN 978-3-7799-1568-3, 18,00 EUR

Die WHO zählt körperliche Inaktivität zu den häufigsten gesundheitlichen Risiken in den Industrieländern. Der Großteil der Bevölkerung gefährdet langfristig die eigene Gesundheit durch eine selbst gewählte Sport- und Bewegungsabstinenz. Verschiedene Professionen und Disziplinen beschäftigen sich mit körperlicher Aktivität, Sport und Gesundheit: Neben der Public Health-Forschung sind dies vor allem sportwissenschaftliche Teildisziplinen, die Trainingswissenschaft, die Sportmedizin oder die Sportpsychologie. Der vorliegende Band greift diese Perspektiven erstmals in einem überdisziplinären Zugang auf. Nach einer theoretischen Einführung wird auf die Prävalenz körperlicher Inaktivität in der Bevölkerung eingegangen und die vorhandenen Daten zur Risikominderung durch körperliche Aktivität werden vorgestellt. Der zweite Teil behandelt Fragen zur Gesundheitsförderung und bietet einen Überblick zu Modellen der Gesundheitsverhaltensänderung. Schließlich wird erörtert, wie wirksame Interventionen in das Gesundheitsverhalten konzipiert werden müssen. Der Band wendet sich an die Sportwissenschaften, Sportmedizin, Gesundheitswissenschaft, Gesundheitspsychologie und an Praktiker in den Gesundheitsberufen.

Olaf Perwitzschky: Klettern. Alles über Ausrüstung, Technik, Training und Sicherheit. München: BLV 2007, 128 S., ISBN 978-3-8354-0238-6, 15,95 EUR

Sämtliche Muskeln von den Füßen bis zu den Fingerspitzen werden beim Klettern beansprucht. Doch es kommt nicht allein auf Kraft und Ausdauer an; Beweglichkeit, Technik, Taktik und Motivation sind ebenso wichtig. Der Autor vermittelt das notwendige Grundwissen und erklärt die unterschiedlichen Begehungsstile und Sicherungstechniken. Außerdem informiert er über die Ausrüstung und das richtige Training. Dabei entspricht der Aufbau des Buches dem Lernprozess beim Klettern. Wer jedoch schon über erste Klettererfahrung verfügt, der erhält Tipps zu Trainingsaufbau und -gestaltung. Ökonomische Griff- und Tritttechniken erläutert der Autor ebenso wie die alpinen Gefahren, die jeder Kletterer kennen sollte. Und auch kletterbegeisterte Eltern kommen auf ihre Kosten. Wer mit seinen Kindern einen Aufstieg wagen möchte, erfährt, worauf er beim Kraxeln mit den Kleinen achten muss. Das Buch vermittelt nicht nur Einsteigern sämtliche Grundlagen des Kletterns in Wort und Bild, sondern wendet sich auch an erfahrene Alpinisten. Sie erhalten Trainingsbeispiele, mit denen sich Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Motivation steigern lassen.

Ulrich Metz: Kommunale Sportverwaltung in Deutschland. Datenpräsenz und Modalitäten für die Sportstätten-
entwicklungsplanung, Entwicklungstendenzen und aktuelle Veränderungsprozesse. (Karlsruher sportwissenschaftliche Beiträge, 3). Karlsruhe: Universitätsverlag 2007, 166 S., ISBN 978-3-86644-135-4, 41,90 EUR

Diese Arbeit, die sich mit der Datenpräsenz zum Sportbedarf und zum Sportverhalten in den kommunalen Sportverwaltungen Deutschlands befasst, basiert auf einer empirischen Vollerhebung bei allen deutschen kommunalen Sportverwaltungen ab einer Gemeindegröße von etwa 20 Tausend Einwohnern. Sie wurde vom DSB, BISp und IAKS Deutschland ideell unterstützt. Die hervorragende Beteiligung an dieser Untersuchung führte zu einer sehr guten Repräsentativität mit äußerst geringen Verzerrungsgraden. Das erhobene und nachgewiesene, für die Sportentwicklungsplanung relevante Wissen, ist in der Praxis weitgehend ungenutzt. Planungsansätze etwa zur Sportstättenentwicklungsplanung sind jeweils lediglich Momentaufnahmen, bei denen genau dieses Wissen eine wichtige Rolle spielt. Zukünftig wird es notwendig sein - wie es in anderen Planungsbereichen oder in der Wirtschaft schon lange gang und gäbe ist - dass Verfahren angewendet werden, die eine wissensbasierte, permanente Sportentwicklungssteuerung ermöglichen. Außer der ausführlichen Untersuchung des Wissens zum Sportverhalten und zum Sportbedarf werden in dieser Arbeit (Dissertation des Autors an der Universität Karlsruhe) die Bereiche Organisation und Organisationsänderungen, die Finanzbereiche einschließlich des Sportförderwesens sowie die aktuellen Veränderungsprozesse hinterfragt und wissenschaftlich ausgewertet.

Jürg Baumberger (Red.): 704 Spiel- und Übungsformen im Handball. Mit spielübergreifender Grundschulung. 3., überarb. Auflage Schorndorf: Hofmann 2007, 180 S., ISBN 978-3-7780-2043-2,
16,80 EUR

Schule und Verein sollten noch mehr zusammenarbeiten. Der vorliegende Band will diesbezüglich Brücken schlagen: Lehrpersonen finden zahlreiche Anregungen, wie sie den (Handball-)Spielunterricht abwechslungsreich und lustbetont erteilen können. Trainer und Übungsleiter werden angeregt, Übungs- und Trainingsformen spielerisch und doch gezielt anzubieten. Im Zentrum stehen die Freude und der Spaß am (Handball-)Spielen. Wer diese Idee vertritt, findet in diesem Sammelwerk viele originelle aber auch traditionelle Beispiele.

Mirjam Hempel: Familienberge – das etwas andere Wanderbuch. München: BLV 2007, 120 S., ISBN 978-3-8354-0138-9, 15,95 EUR

Wandern ist "in" und macht auch mit Kindern Spaß, vorausgesetzt man kennt die richtigen Touren. Der vorliegende Band bietet eine Zusammenstellung verschiedenster familiengerechter Wanderungen für jeden Geschmack und jedes Alter. 39 Wanderungen in die Bergwelt der Alpen finden wanderfreudige Eltern und Großeltern in dem Buch, jeweils reich bebildert und mit Geschichten zum Nacherzählen unterfüttert. Bei der Einteilung der Kapitel orientiert sich die Autorin an den drei Regionen: Bayerische Alpen/Allgäu, Salzburger Land/Tirol/Vorarlberg und Südtirol. Der Band ist ein Lese- und Bilderbuch für die ganze Familie. Fotos vermitteln einen ersten Eindruck von der Region und machen Lust auf die Tour. Kleine Informationsblöcke liefern Wissenswertes zum Gebiet, aber auch Sagen und jede Menge Stoff für unterhaltsame Erzählungen. Die ausführlichen Texte beschreiben die Routen sowie allerhand Sehenswertes rund um die jeweilige Wanderung. Neben dem Naturerleben steht die Freude an gemeinsamen Aktivitäten im Vordergrund. Wasserfälle, Sommerrodelbahnen, Seilbahnen, Burgen und Schlösser, Bergwerke, Klettergärten, Schluchten, Erlebnisbäder und kulinarische Köstlichkeiten: Hempel sorgt dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Als sehr praktisch erweist sich, dass jede Tour bereits im Inhaltsverzeichnis mit Symbolen zu Einkehr- und Bademöglichkeiten, Kultur und Naturerlebnis gekennzeichnet ist und familienfreundlich in Schwierigkeitsstufen von leicht bis schwer eingeteilt wurde. Zudem bietet die Autorin für jede Tour mindestens eine Variante, so dass jede Familie individuell auf Alter und Leistungsvermögen der Kinder abgestimmt wandern kann.

Gabriele Brandstetter & Gabriele Klein (Hrsg.): Methoden der Tanzwissenschaft. Modellanalysen zu Pina Bauschs "Le Sacre du Printemps". (TanzScripte, 4). Bielefeld: transcript 2007, 302 S. inkl. DVD, ISBN 978-3-89942-558-1, 28,80 EUR

Der interdisziplinäre Sammelband will die zentralen methodischen Zugänge einzelner Wissenschaftsdisziplinen für die bewegungs- und tanzwissenschaftliche Forschung fruchtbar machen. Um eine fundierte interdisziplinäre Diskussion zu ermöglichen, stellen verschiedene Tanzforscher/-innen sowie Fachvertreter/-innen aus verwandten Wissenschaftsdisziplinen (u.a. von Michael Diers, Mark Franko, Gerald Siegmund, Hans-Georg Soeffner und Jürgen Raab) ihre Methoden vor. Eine inhaltliche Bündelung soll durch einen gemeinsamen Analyse-Gegenstand gewährleistet werden, die Choreographie "Sacre du printemps" von Pina Bausch. Ziel ist es, erstmalig in der deutschsprachigen und angelsächsischen Tanzforschung, Antworten auf die Fragen zu finden, welche methodische "Werkzeugkiste" der tanzwissenschaftlichen Forschung derzeit zur Verfügung steht und welche Perspektiven mit den jeweiligen Verfahren entwickelt werden können.

Andreas Butz: Das kommt vom Laufen. Schritt für Schritt zum Wunschgewicht. München: BLV 2007, 96 S., ISBN 978-3-8354-0129-7, 10,95 EUR

In diesem Buch begleitet der Autor, Personal-Trainer und Marathonläufer, all diejenigen, die ein paar Pfunde loswerden wollen - ob blutige Anfänger, Wiedereinsteiger oder Läufer, die noch immer Fettpölsterchen haben. Mit genauen Trainingsplänen, jeder Menge fundierter Informationen und vielen persönlichen Tipps führt er den Leser zum Erfolg. Drei Bausteine bilden die von ihm konzipierte "Laufcampus-Methode": Dauerlauf, Tempotraining und Regeneration führen in einem idealen Mix zum Ziel. Und das heißt für Anfänger, dass sie nach acht Wochen 40 Minuten am Stück laufen und den ersten Volkslauf ins Auge fassen können. Fortgeschrittene sind nach zwölf Wochen fit für den Halbmarathon. Als Einleitung ist ein Kapitel über Motivation und Grundlagen vorangestellt, in dem es unter anderem um gute Laufschuhe und Pulsuhren, Energiebilanz und Herzfrequenz geht. Zum Konzept gehören außerdem Gymnastik-Übungen als Ergänzung und ein Kapitel über Ernährung. Ebenfalls hilfreich sind die Hinweise auf Adressen im Internet etwa zu Lauftreffs oder Volksläufen.

Ursula Trucco (Red.): 1019 Spiel- und Übungsformen mit Gymball + Fitband. 2., überarb. u. erw. Auflage Schorndorf: Hofmann 2007,
208 S., ISBN 978-3-7780-2192-7, 16,90 EUR

In diesem Buch werden 1094 Beispiele zum Bewegen, Spielen, Kooperieren, Gestalten, Tanzen, Dehnen und Kräftigen mit dem Gymball und dem Fitband angeboten, sei es in der Schule, im Verein, im Studio, im Büro, im Alltag oder in der Freizeit.

Christoph Breuer (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2005/2006. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. (Wissenschaftliche Berichte und Materialien, 2007/02). Köln: Sportverlag Strauß 2007, 694 S., ISBN 978-3-939390-94-7, 46,00 EUR

Die wirtschaftliche Bedeutung der Sportvereine ist in den letzten Jahren in Deutschland ständig gewachsen. Die Vereine haben insgesamt 240.000 bezahlte Stellen geschaffen. Zudem bieten derzeit 2.400 Vereine Ausbildungsplätze an. Zu diesem Ergebnis kommt der Sportentwicklungsbericht 2005/2006, der im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Landessportbünde erstellt wurde. Grundlage der Auswertung war eine repräsentative bundesweite Online-Befragung unter 3.731 Sportvereinen zu neun Themenfeldern wie finanzielle Situation, Kinder- und Jugendsport oder Leistungssport. Gerade über die finanziellen Sorgen der Sportvereine gibt der Sportentwicklungsbericht konkrete Aussagen. 13,4 Prozent aller 90.000 Sportvereine in Deutschland klagen beispielsweise über existenzielle Probleme. Insbesondere beim Thema Finanzprobleme lässt sich auch die regionale Bedeutung des Berichts aufzeigen, denn zwischen den einzelnen Landessportbünden bestehen gewaltige Unterschiede, die der Bericht benennt. In Berlin liegt z.B. die Zahl der Sportvereine, die mit finanziellen Engpässen zu kämpfen haben, mit 23 Prozent weitaus höher als der Bundesdurchschnitt mit nur 13 Prozent. Allerdings zeigt der Bericht auch, dass sich die Sportvereine den Veränderungen in der Gesellschaft stellen und ihre Strukturen den Gegebenheiten anpassen. Rund 50 Prozent spüren nach ihren Angaben schon die zunehmende Alterung der Bevölke�rung. Erfreulich ist dabei jedoch, dass drei Viertel der betroffenen Sportvereine be�reits aktiv auf die demographische Entwicklung in Deutschland reagieren. Auch die Bedeutung der Sportvereine für die gesundheitliche Vorsorge in Deutschland wächst. Mittlerweile beziehen sich schon zwölf Prozent aller Vereinsangebote auf allgemeine gesundheitliche Beeinträchtigungen, knapp vier Prozent auf spezifische Aspekte der Rehabilitation und sechs Prozent an Behinderte oder chronisch Kranke. Der Sportentwicklungsbericht formuliert eine Reihe von Handlungsempfehlungen an Staat und Politik, aber auch für den organisierten Sport. Unter anderem sollten An�sätze weiter verfolgt werden, dem Sport in einigen Bereichen öffentliche Aufgaben zu übertragen. In ordnungspolitischer Hinsicht seien Politik und Staat gut beraten, den organisierten Sport weiter zu fördern.