Neuerscheinungen 14 (11.12.2006)

Alexander Ferrauti & Hubert Remmert (Hrsg.): Trainingswissenschaft im Freizeitsport. Symposium der dvs-Sektion Trainingswissenschaft vom 7.-9. April 2005 in Bochum. (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Band 157). Hamburg: Czwalina 2006, 316 S., ISBN 3-88020-472-1, 30,00 EUR

Die 60 Beiträge dieses Bandes zum internationalen Symposium "Trainingswissenschaft im Freizeitsport" der Sektion Trainingswissenschaft der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, das vom 7.-9. April 2005 von der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum ausgerichtet wurde, geben einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand im Freizeitsport. Es werden die Themenkomplexe Krafttraining, Ausdauertraining, Techniktraining, Gesundheitssport und Verletzungsprophylaxe, Fitness- und Trendsport, Energieumsatz und Fettstoffwechsel, Ernährung und Nahrungsergänzung sowie Aufwärmen und trainingsbegleitende Maßnahmen behandelt.

Andreas Hohmann, Martin Lames & Manfred Letzelter: Einführung in die Trainingswissenschaft (4., überarb. und erw. Auflage). Wiebelsheim: Limpert 2007, 318 S., ISBN 3-7853-1725-5, 19,95 EUR

Sportliches Training hat sich in den zurückliegenden Jahren zum festen Bestandteil einer aktiven Lebensführung entwickelt. Es gehört mittlerweile zum "Lifestyle" nahezu aller Generationen. Die stürmische Entwicklung des sportlichen Trainings als Teil der Alltagskultur hat natürlich auch Auswirkungen auf die Tainingswissenschaft. Die Autoren legen das erste deuschsprachige Lehrbuch vor, das dem erweiterten Verständnis des sportlichen Trainings Rechnung trägt. Ausgehend von Überlegungen zu Methoden und Forschungsansätzen der Trainingswissenschaft betrachten sie daher neben dem "klassischen" Anwendungsfeld des Leistungssports auch die Bereiche Schul-, Fitness-, Gesundheits- und Alterssport. Für die 4. Auflage wurden insbesondere die Kapitel zur sportlichen Leistungsfähigkeit und zu den Modellen der Trainingswissenschaft stark überarbeitet. Merksätze, Exkurse und Fragen zur Lernkontrolle strukturieren die Darstellung und erleichtern die Prüfungsvorbereitung für Sportstudierende, an die sich das Buch ebenso wie an Dozenten, Trainer, Übungsleiter, Sportlehrer und Sportler wendet.

Ilse Hartmann-Tews & Bettina Rulofs (Hrsg.): Handbuch Sport und Geschlecht. (Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, 158). Schorndorf: Hofmann 2006, 332 S., ISBN 3-7780-4580-6, 29,90 EUR

Nach ersten Beiträgen zu dem Thema Sport und Geschlecht in den 1980er Jahren hat die Geschlechterforschung mittlerweile Einzug in die Sportwissenschaft gehalten. Der vorliegende Band versammelt erstmalig systematisch Analysen zu verschiedenen thematischen Feldern der sportwissenschaftlichen Geschlechterforschung in einem Werk. Das Buch liefert damit grundlegende Einsichten zur Geschlechterordnung im Sport aus der Perspektive der Sportsoziologie, -pädagogik, -psychologie, -motorik, -geschichte und -politik und gibt in thematischer Breite einen Überblick über die relevanten Forschungsthemen.

Armin Kibele (Hrsg.): Nicht-bewusste Handlungssteuerung im Sport. Schorndorf: Hofmann 2006, 196 S., ISBN 3-7780-6070-8, 19,90 EUR

Der vorliegende Band enthält Beiträge zu einem Symposium mit dem Thema "Nicht-bewusste Handlungssteuerung im Sport", das im Frühjahr 2005 an der Universität Kassel stattfand. Mit der Durchführung des Symposiums sollte der aus Sicht der Organisatoren lohnenswerte Versuch unternommen werden, Forschungsansätze aus der experimentell orientierten Kognitionspsychologie, aus der Erkenntnis- und Wissenstheorie und aus anderen benachbarten Theoriefeldern auf sportliche Handlungsfelder zu projizieren. Umgekehrt sind im Sport in zahllosen Handlungsszenarien Bezugspunkte zu finden, um Erkenntnisse und Theorien aus der Kognitionspsychologie und aus der Wissenstheorie durch Beispiele nicht nur praktisch zu veranschaulichen sondern auch durch neue Überlegungen zu bereichern.

Markus Raab, Andre Arnold, Klaus Gärtner, Jörn Köppen, Christian Lempertz, Nele Tielemann & Hilke Zastrow (Hrsg.): Zukunft der Sportspiele: fördern, fordern, forschen. Tagungsband. 5. Sportspiel-Symposium der dvs-Kommissionen Sportspiele, Fußball, Tennis vom 02. bis 04.11.2006. (Human Performance and Sport, 2). Flensburg: Flensburg University Press 2006, 340 S., ISBN 3-939858-02-1, 15,00 EUR

Das Jahr 2006 als ein Jahr zahlreicher Weltmeisterschaften in Deutschland wird den Interessierten verschiedenster Sportspiele lange in Erinnerung bleiben. Der Stand der Sportspielforschung ist in diesem Tagungsband passend zur Fußball- und Hockey-Weltmeisterschaft im eigenen Land erschienen. Die "Zukunft der Sportspiele", so der Titel dieses Bandes, beginnt immer wieder dann, wenn der Leser dieses Band liest und sich aktiv in die Sportspielforschung einbringt. Als Grundlage für die Neubestimmung und -gestaltung der Sportspielforschung werden in diesem Band 14 Themenbereiche angeboten, in denen disziplinär die Bewegungs- und Trainingswissenschaft, die Sportpsychologie, die Sportmedizin, die Sportpädagogik u.v.m. sowie sportartspezifisch die großen und kleinen Sportspiele in ihren verschiedensten Ausprägungen die Vergangenheit und Gegenwart beschreiben, um die Zukunft zu leiten. Diese fach- und sportartspezifischen Beiträge werden durch eine Vielzahl sportartübergreifender und teilweise auch disziplinübergreifender Beiträge ergänzt. Sie finden in diesem Band über 70 Beiträge sportspielbegeisterter Autorinnen und Autoren, die nahezu jedes Sportspiel und jede sportwissenschaftliche Teildisziplin vertreten. Es betrifft alle Ausprägungen der Sportspiele in Schule, Verein, Freizeit und deren unterschiedlichen Erscheinungsformen und bietet somit für die Zukunft eine umfangreiche und ergiebige Orientierung.

Nicolas Gaede: Arena des Profifußballs. Die Gestaltung zentraler Geschäftsprozesse in Theorie und Praxis. (Edition Global-lokale Sportkultur, 19). Münster: Waxmann 2006, 456 S., ISBN 3-8309-1661-2, 34,90 EUR

Die Ausgangssituation für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb von deutschen Profi-Fußballclubs erscheint momentan so Erfolg versprechend wie selten zuvor. Dennoch reißen Meldungen über Misswirtschaft und Finanzschwierigkeiten vieler Profi-Sportunternehmen nicht ab. Der Autor untersucht, wie die zentralen Geschäftsprozesse eines Profi-Sportunternehmens idealtypisch strukturiert werden können. Ausgehend von der theoriegeleiteten Entwicklung des in dieser Form ersten Branchenreferenzmodells zur prozessorientierten Organisationsgestaltung von Profi-Sportunternehmen werden die einzelnen Modelle jeweils eines deutschen Erst-, Zweit- und Regionalligisten einander vergleichend gegenüber gestellt. Die Fallstudiensynthese sowie der Abgleich theoretischer und empirischer Befunde verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf und zeigen unabhängig von club- und ligaspezifischen Einflussfaktoren vielfältige Ansatzpunkte zur Prozessoptimierung auf. Das Buch wendet sich an Lehrende und Studierende der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere mit den Schwerpunkten Organisation und Marketing, der Sportökonomie oder der Sportwissenschaften ebenso wie an Manager und Führungskräfte sämtlicher Geschäftsbereiche von Profi-Sportunternehmen sowie an Unternehmensberater auf dem Gebiet der Freizeit- und Entertainmentbranche.

Alexander Woll: Sportliche Aktivität, Fitness und Gesundheit im Lebenslauf. Eine internationale Längsschnittstudie. (Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, 154). Schorndorf: Hofmann 2006,
308 S., ISBN 3-7780-4540-7, 24,90 EUR

Im Zuge der demographischen Entwicklung gewinnt die Ursachenforschung zum gesunden Altern stark an Bedeutung. Die vorliegende Studie geht der Frage nach wie sich sportliche Aktivität im Lebenslauf verändert und welche Wirkungen sich auf die Entwicklung von Fitness und Gesundheit zeigen lassen. Wie verändern sich konditionelle und koordinative Fähigkeiten im Laufe der zweiten Lebenshälfte? Welche Einflussfaktoren beeinflussen die Genese der Fitness und Gesundheit? Insbesondere wird der Einfluss von sportlicher Aktivität untersucht. Dabei interessiert die Analyse von Einflussfaktoren auf die Genese der Fitness und der Gesundheit. Insbesondere soll der Einfluss von sportlicher Aktivität untersucht werden. Neben den Wirkungen von sportlicher Aktivität auf Fitness und Gesundheit sind daher auch quantitative und qualitative Aspekte der Entwicklung von sportlicher Aktivität der Bevölkerung von zentraler Bedeutung. Damit rücken Fragen nach den Determinanten von sportlicher Aktivität in das Zentrum der Betrachtung.

Rainer Wollny: Bewegungswissenschaft. Ein Lehrbuch in 12 Lektionen (Sportwissenschaft studieren, 5). Aachen: Meyer & Meyer 2007, 360 S., ISBN 3-89899-183-0, 18,95 EUR

Die Bewegungswissenschaft zählt zu den zentralen Forschungs- und Lehrgebieten der Sportwissenschaft. Sie beschäftigt sich grundlagen- und anwendungsorientiert mit der Erklärung der Körperhaltung, der Bewegung, der Motorik und des motorischen Lernens. In besonderer Weise werden die Phänomene des äußeren Erscheinungsbildes und der körperinternen koordinativen Kontrollprozesse sowie der konditionellen Funktionsprozesse sporttypischer Bewegungen betrachtet. Dieses Buch führt in die vielfältigen Gegenstandsbereiche, Kenntnisse, Forschungsmethoden und sportpraktischen Anwendungsbereiche der Bewegungswissenschaft des Sports ein. Den Einstieg in eine der faszinierendsten Teildisziplinen der Sportwissenschaft erleichtern zahlreiche Abbildungen und kommentierende Literaturhinweise. Im Einzelnen beschäftigt sich das Lehrbuch mit den körperinternen Leistungsvoraussetzungen der Bewegung und Motorik sowie den wichtigsten Theorien und empirischen Befunden über die Bewegungskontrolle und das motorische Lernen. Neben der Entwicklung der motorischen Basisfähigkeiten und der sportmotorischen Fertigkeiten in der gesamten Lebensspanne werden einflussreiche Modellvorstellungen über die motorische Ontogenese des Menschen thematisiert. Abschließend erläutert der Band die Analyse und die Modellierung äußerer und körperinnerer Bewegungsmerkmale.

Thomas Fritz: Stark durch Sport - stark durch Alkohol? Eine Untersuchung an jugendlichen Vereinsfußballern (Forum Sportwissenschaft, 12; Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 160). Hamburg: Czwalina 2006, 216 S.,
ISBN 3-88020-477-2, 20,00 EUR

"Gelungener Doppelpass zwischen Fußball und Suchtprävention" - Unter diesem Titel informierten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Presse im Jahr 2005 über ihre Vereinbarung, auf dem Gebiet der Suchtprävention zusammenzuarbeiten. Unter welchen Bedingungen kann der Doppelpass gelingen? Das ist die zentrale Frage dieses Buches (Dissertation des Autors an der Universität Bielefeld 2005). Riskante Formen des Alkoholkonsums nehmen gegenwärtig bereits unter Heranwachsenden zu. Angesichts der Gefahren für die Persönlichkeitsentwicklung der Betroffenen stellt sich die Frage, ob das Engagement in einem Sportverein in diesem Zusammenhang einen protektiven Beitrag leisten kann oder nicht vielmehr selbst eine Gefahrenquelle ist. Im Rahmen dieses Buches wird das Verhältnis von Sportengagement und Alkoholkonsum vor dem Hintergrund eines sozialisationstheoretischen Ansatzes analysiert. Der aktuelle Forschungsstand wird in einem Beziehungsgefüge von Sozialisationsbedingungen, Stress und Bewältigungskapazitäten interpretiert. Nach dem theoretischen Modell gelingt Jugendlichen die Auseinandersetzung mit alltäglichen Anforderungen, ohne auf Alkohol zurückzugreifen, sofern sie über ausreichende psychosoziale Ressourcen verfügen. Ein Engagement im Sportverein kann diese Ressourcen stärken. Die empirische Untersuchung an jungen Vereinsfußballern, die quantitative und qualitative Verfahren miteinander verbindet, zeigt, dass diese Annahmen in wesentlichen Punkten differenziert werden müssen. So schützt z. B. eine starke Selbstwirksamkeitserwartung nur vor riskanten Praxen, wenn Jugendliche über Problembewusstsein verfügen. Auf der Grundlage solcher Untersuchungsergebnisse lassen sich Ansatzpunkte für effektive Interventionsmaßnahmen gewinnen.

Stephan Wassong: Playgrounds und Spielplätze. Die Spielbewegung in den USA und in Deutschland 1870-1930. (Schriftenreihe des WGI, 12). Aachen: Meyer & Meyer 2007, 320 S., ISBN 3-89899-244-2, 23,95 EUR

Ziel der Studie ist es, zunächst den Auf- und Ausbau der US-amerikanischen Playground-Bewegung zu erörtern, ihre erzieherischen Zielsetzungen zu erklären und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu untersuchen. Der Forschungszeitraum umfasst dabei die Dekaden zwischen dem Ende des Sezessionskrieges und dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg. Darüber hinaus werden in der Studie die Querverbindungen zwischen der Spielplatzbewegung in den USA und der Spielerziehung und Spielplatzpolitik im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik analysiert. Auf Seiten der Playground-Bewegung rückt dabei die Untersuchung in den Mittelpunkt, inwieweit die Gründung der Playground Association of America und ihr Wirken durch Kenntnisse über den deutschen Zentralausschuss zur Förderung der Volks- und Jugendspiele und dessen Maßnahmen zur Popularisierung der Spielbewegung beeinflusst worden sind. Es wird aber auch hinterfragt, ob die Rezeption der Playground-Bewegung durch Vertreter der Spiel- und Sportbewegung in Deutschland der Spielplatzpolitik, dem Spielplatzausbau und dessen erzieherischer Legitimation im Kaiserreich und in der Weimarer Republik Vorschub geleistet haben.

Volker Scheid & Robert Prohl (Hrsg.): Sportbiologie. (6., völlig neu bearb. Auflage) (Kursbuch Sport 1). Wiebelsheim: Limpert 2007, 206 S., ISBN 3-7853-1704-2, 16,90 EUR

Die Sportbiologie ist eine naturwissenschaftliche Teildisziplin, die sich gegenwärtig rasant entwickelt. Sportbiologen befassen sich mit Fragen und Problemen, die den Sport treibenden Menschen betreffen. Der Blick wird dabei allerdings nicht allein auf anatomische Strukturen oder physiologische Funktionen, sondern auf das ganzheitliche "Sich-Bewegen" gerichtet. Die Sportbiologie hat daher auch Berührungspunkte mit fast allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere mit der Pädagogik, Soziologie, Psychologie, aber auch der Ethik. Ausgehend von der Ein- und Abgrenzung "Was ist Sportbiologie?" werden in diesem Buch unter den Fragestellungen "Wie ist der menschliche Körper aufgebaut?", "Wie reagiert der Körper auf sportliche Aktivität?", "Wie gesund ist Sport?", "Welche Verletzungen und Schäden treten im Sport auf?" alle Felder und Themen der Sportbiologie didaktisch fundiert und praxisnah aufbereitet. Die "Kursbücher Sport" sind seit vielen Jahren die Standardwerke für den Sportunterricht in der gymnasialen Oberstufe. Dank der didaktischen Aufbereitung mit Lern- und Kontrollaufgaben, Merksätzen und Definitionen eignen sich die "Kursbücher" in besonderer Weise zur Unterrichtsbegleitung sowie zur Prüfungsvorbereitung.

Bernd Wedemeyer-Kolwe: Das Archiv des LandesSportBundes Niedersachsen. Forschungsübersicht und Bestandskatalog (NISH-Schriftenreihe, Reihe II, Band 8). Hoya: NISH 2006, 99 S., ISBN 3-932423-31-3, 8,00 EUR

Als erster deutscher Landessportbund hat der LSB Niedersachsen sein reichhaltiges Altarchiv öffnen, sortieren und inventarisieren sowie eine Archivdatenbank erstellen lassen. Künftig kann jeder Interessierte das Archiv des LSB nutzen und mit seinen zahlreichen Dokumenten zur Geschichte des niedersächsischen Sports arbeiten. Als Einführung in die Sammlung dient der vorgelegte kommentierte Bestandskatalog. Er enthält Hinweise zur Herkunft, Zusammensetzung und Inventarisierung der Bestände sowie zu den Recherche- und Forschungsmöglichkeiten im Archiv. Beigefügt ist neben der Bestandsübersicht auch ein längerer Abschnitt mit neuen Aspekten zur Geschichte des LSB, der Dokumente aus dem LSB-Archiv, aber auch aus anderen Archiven auswertet. Im Rahmen dieses Abschnittes wird auch auf bislang vernachlässigte Themen wie etwa der Entnazifizierung und NS-Belastung niedersächsischer Funktionsträger im Sport eingegangen.

Ingo Friedrich: Selbstverteidigung. Lehren und Lernen. (Praxisideen, 27). Schorndorf: Hofmann 2006, 160 S., ISBN 3-7780-0271-6, 16,80 EUR

Dieser Band widmet sich dem weiten Feld des Selbstverteidigungs-
trainings. Nahezu alle Kampfkünste/Kampfsportarten weisen diesbezüglich ihre besondere Kompetenz aus. Doch nicht jeder möchte durch jahrelanges intensives Training Experte eines Kampfsystems werden. Vielmehr besteht häufig der Wunsch durch einfache und dennoch wirkungsvolle Maßnahmen Handlungskompetenzen zu erwerben. Diesem Bedürfnis nachzukommen, gestaltet sich für viele Trainer, Kursleiter aber auch Sportlehrer äußerst schwierig, da methodische Konzepte für ein solches Anliegen rar sind. Häufig fehlen auch Ideen und Anregungen, wie in oft inhomogenen Übungsgruppen befriedigende Fortschritte erzielt werden können. Im Wissen um diese Problematik wurde aus einer langjährigen Tätigkeit auf diesem Gebiet heraus ein Unterrichtskonzept entworfen und erprobt. Entstanden ist ein Leitfaden und Ideenlieferant für Ausbilder wie Auszubildende. In praxisnaher Form wird ein Modell für das Selbstverteidigungstraining vorgestellt.

Deutsche Turnerjugend (Hrsg.): Kinderturnen. Praxis für Schule und Verein. Aachen: Meyer & Meyer 2007, 128 S., ISBN 3-89899-232-2, 17,95 EUR

Kinderturnen stellt einen zentralen Schwerpunkt in der Arbeit des Deutschen Turner-Bundes und der Deutschen Turnerjugend dar. Kinderturnen bietet vielseitige und grundlegende Bewegungserfahrungen für eine gesunde und ganzheitliche Entwicklung unserer Kinder, legt den Grundstein für die Ausübung aller Sportarten und fördert die Motivation für ein lebenslanges Sporttreiben. Das Buch stellt eine praxisorientierte Arbeitshilfe für Vereine und Schulen dar. Es umfasst rund 50 Stundenentwürfe und bietet damit konkrete und sofort umsetzbare Hilfe bei der Gestaltung von Bewegungsangeboten zur motorischen Grundlagenausbildung im Grundschulbereich. Die Stundenentwürfe sind in Anlehnung an das DTB-Kinderturnabzeichen in 10 verschiedene Fähigkeits- und Fertigkeitsbereiche gegliedert und geben somit einen umfassenden Überblick über das weite und vielseitige Spektrum des Kinderturnens. Das Buch spricht alle an, die sich mit der Bewegungserziehung von Kindern im Grundschulalter befassen. Darüber hinaus möchte es sowohl Vereine als auch Schulen motivieren, sich aktiv mit Angeboten aus dem Bereich Kinderturnen in die Gestaltung der Ganztagsschulangebote einzubringen.

Axel Kreutzer: Jugendliche Fußballspieler im Spannungsfeld zwischen Familie, Schule und Hochleistungssport. Ein Forschungsprojekt über die Bildungsgänge adoleszenter Fußballspieler. (Edition Global-lokale Sportkultur, 20). Münster: Waxmann 2006, 264 S., ISBN 3-8309-1709-0, 24,90 EUR

Es gibt in unserer Zeit offensichtlich eine zunehmende Zahl hochbegabter und hochmotivierter Heranwachsender, die sich sehr früh auf den Weg zum Hochleistungssportler machen. Mit dem hohen Leistungsstreben gehen sie ein hohes Risiko ein: Sie verzichten auf große Teile jugendlicher Freiheiten (erlauben sich insbesondere keine Experimente in Fragen der Geschlechts- und Berufsrollenorientierung), können aber bei einem - nicht unwahrscheinlichen - Misserfolg auf diese Vororientierungen nicht aufbauen. Im Schnittpunkt zwischen Sport, Gesellschaft und Pädagogik werden hier die Bildungsgänge einiger Jungprofis auf dem Weg zum Hochleistungssportler beobachtet bzw. begleitet.

Karen Roemer: Lösung inverser Problemstellungen in der Biomechanik am Beispiel von Beinstreckbewegungen. (Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, 155). Schorndorf: Hofmann 2006,
152 S., ISBN 3-7780-4550-4, 16,90 EUR

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einem Lösungsansatz für inverse Problemstellungen in der Biomechanik am Beispiel von Beinstreckbewegungen. Ausgangspunkt für diese Fragestellung war die aus der sportwissenschaftlichen Praxis kommende Frage nach den inneren Kräften als Voraussetzung sportlicher Bewegungen. Um den menschlichen Bewegungsapparat hinreichend genau abzubilden, wurden anatomische Eigenschaften (Muskeln, Sehnen, Gelenke), energetische Eigenschaften der Muskulatur sowie neurologische Regelungsprozesse im Modell berücksichtigt. Das Modell bietet eine Möglichkeit auf der Grundlage von individuellen Eingangsdaten inverse Probleme in der Biomechanik für den Bereich der Beinstreckbewegungen zu lösen und liefert wertvolle Informationen über Muskelkräfte und -kontraktionsverläufe im Sinne einer Diagnose und kann auch zur Optimierung von Bewegungen eingesetzt werden.