Neuerscheinungen 12 (13.10.2006)

Georg Wydra, Heike Winchenbach, Markus Schwarz & Klaus Pfeifer (Hrsg.): Assessmentverfahren in Gesundheitssport und Bewegungstherapie. Messen, Testen, Beurteilen, Bewerten. Jahrestagung der dvs-Kommission Gesundheit vom 23.-24. September 2004 in Saarbrücken. (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 158). Hamburg: Czwalina 2006,�188 S., ISBN 3-88020-473-X,�20,00 EUR

Assessment bedeutet soviel wie "Einschätzung, Auswertung, Beurteilung". Ziel ist es, ein umfassenderes Geschehen auszudrücken, als es gewöhnlich mit dem Begriff "Diagnostik" verbunden wird. Es geht also um mehr als nur um das Messen und Testen. Assessmentverfahren im Gesundheitsbereich haben sich an einem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff zu orientieren, wobei die "International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF)"der WHO leitend sein könnte. Diagnostische Verfahren müssen in den diagnostischen Prozess eingebettet sein und eine Hilfe bei der Indikationsstellung leisten. Sie dürfen nicht Selbstzweck sein. "Soviel testen wie nötig, aber so wenig wie möglich", sollte die Leitidee sowohl für die Auswahl im Rahmen von indikationsspezifischen Fragestellungen als auch im Rahmen der Qualitätssicherung sein. Die Entwicklung und Implementierung von Assessmentverfahren mit einem Bezug zum Gesundheitssport und zur Sport- und Bewegungstherapie stehen noch am Anfang. Mit der Jahrestagung und dem vorliegenden Berichtsband wollen die Herausgeber einen Anstoß für die Diskussion in Deutschland geben.

Klaus Zieschang & Klaus Beier (Hrsg.): Management von Mega-Sportevents. Organisation und Vermarktung anhand der Fußball-WM. Berlin: E. Schmidt 2006, 133 S., ISBN 3-503-09389-3, 29,95 EUR

Das Buch zeigt detailliert alle grundlegenden Managementbelange von Mega-Events anhand der Fußball-WM auf. Die für die Planung und Durchführung der Fußball-WM verantwortlichen Top-Manager und Experten verdeutlichen in dem Werk die zentralen Aufgaben von der Ausschreibung bis zur Durchführung, den Umgang mit den Medien, erfolgreiche Wege der Kommunikation und die Vermarktung der Medienrechte sowie die Erstellung von Marketingkonzepten und die Umsetzung des Sponsoring. Das Buch bietet somit entlang des größten Events unserer Zeit fundierte Einsichten und praktisch anwendbare Ansätze für das Management von Mega-Events. Zahlreiche Beispiele, klare Sprachführung und gut nachvollziehbare Argumente unterstützen die erfolgreiche Umsetzung.

Dorit Stövhase: Stressbewältigung durch Qigong. Theoretische und empirische Untersuchung zur Stressbewältigung und Qigong – Übungspraxis. (Bewegungslehre & Bewegungsforschung, 20). Immenhausen bei Kassel: Prolog 2006, 415 S., ISBN 3-934575-23-4, 34,80 EUR

Das chinesische Bewegungs- und Meditationssystem Qigong wird unter verschiedenen erkenntnistheoretischen Sichtweisen im Hinblick auf die persönliche Stressbewältigung betrachtet. Dazu werden nationale und internationale Literatur sowie vorliegende empirische Befunde kritisch hinterfragt und hieraus Folgerungen für einen eigenen Forschungsansatz gezogen. Die hier vorliegende empirische Forschungsstudie zeigt im Vergleich zweier Bewegungsgruppen (Qigong versus Aerobic) die im Qigong erworbenen subjektiven Empfindungen und Wahrnehmungen zur individuellen Stressbewältigung. Es wird in den Interviews und Fragebogenergebnissen sehr deutlich, welche wichtige Rolle das regelmäßige Üben des Qigong bei einer sinnvollen Stressbewältigung spielen kann.

Albrecht Hummel & Matthias Schierz (Hrsg.): Studien zur Schulsportentwicklung in Deutschland. Schorndorf: Hofmann 2006, 224 S., ISBN 3-7780-6080-5, 19,90 EUR

Der Mangel an Wissen über die Schwächen und Stärken, Chancen und Risiken im Schulsport ist eklatant. Erst in jüngerer Zeit hat sich eine empirische Schulsportforschung konstituiert, die datengestützte Aussagen zu den vielfältigen Erscheinungsformen, institutionellen Voraussetzungen und normativen Orientierungen des Schulsports vorlegt und Beiträge liefert, der Schulsportentwicklung empirisch begründete Impulse zu geben. Der vorliegende Band setzt an dieser Entwicklung an und befasst sich mit dem Verhältnis von Schulsportforschung, Schulsportberatung und Schulsportentwicklung. Dabei eröffnen die Beiträge dieses Bandes aufgrund ihrer zurückhaltenden und nüchternen Einstellungen, die sich von den aktuellen Proklamationen und Inszenierungen großer Kampagnen bewusst fern halten, differenzierte Reflexionsanschlüsse an die schulsportpädagogische Diskussion zu Konzepten, Forschungen und Umsetzungsstrategien von Schul- und Unterrichtsentwicklung im derzeit bildungspolitisch hervorgebrachten Diskurs zu PISA, Evaluation, Qualitätsentwicklung, Bildungsstandards und eigenen pädagogischen Vorstellungen.

Ruth Merk: Klassenzimmer unter Segeln. Ein Erziehungs- und Bildungskonzept für junge Menschen. (Sportwissenschaft und Sportpraxis, 147). Hamburg: Czwalina 2006, 216 S., ISBN 3-88020-476-4, 20,00 EUR

Das pädagogische Konzept "Klassenzimmer unter Segeln (KUS)" zeigt, dass Schule – auch das Gymnasium – mehr als ein Ort reiner Wissensvermittlung sein kann. Dabei verbringen Schülerinnen und Schüler einen Teil ihrer Schulzeit auf einem traditionellen Segelschiff und segeln mit diesem um die Welt. Sie arbeiten verantwortlich im Schiffsbetrieb, unternehmen in der Fremde Landexkursionen und haben sowohl an Land als auch auf See Unterricht. Mit dem vorliegenden Buch wird erstmals ein umfassendes pädagogisches Konzept für ein Klassenzimmer unter Segeln entwickelt, das neben pädagogischen Hintergründen konkrete Umsetzungsmöglichkeiten vorstellt und erörtert. In KUS werden unterschiedliche pädagogische und psychologische Theorieansätze zu einem Konzept vereint. Die wichtigsten Merkmale von KUS sind die außergewöhnlichen Klassenzimmer 'Segelschiff' und 'weite Welt', eine gleichberechtigte Förderung von Sozial-, Selbst- und Sachkompetenz, Förderung von Schlüsselqualifikationen sowie Bildung und Lernen durch Teilhabe an der Lebens- und Erfahrungswelt. Der gemeinsame Nenner dieser Theorieansätze besteht darin, das Individuum als handelndes Subjekt zu verstehen und seine selbstverantwortliche Mitwirkung an der eigenen Erziehung und Bildung in Auseinandersetzung mit der Welt zu fördern. Dieses Buch stellt ein außergewöhnliches Erziehungs- und Bildungskonzept für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe vor, das die staatliche und reformpädagogische Schullandschaft in Deutschland erweitert und bereichert. Dieses Buch wurde auf dem Internationalen Kongress "erleben und lernen 2006" in der Kategorie Publikationen mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

Klaus Moegling (Hrsg.): Über die Grenzen des Körpers hinaus. Überforderungen, Verletzungen und Schmerz im Leistungssport. (Bewegungslehre & Bewegungsforschung, 25). Immenhausen bei Kassel: Prolog 2005, 240 S., ISBN 3-934575-29-3, 24,80 EUR

Erstmals wird die unbequeme Thematik systematischer Grenzüberschreitungen im Leistungssport interdisziplinär und sehr konkret bearbeitet. Ausgehend von sozialpsychologischen, pädagogischen, soziologischen, trainingswissenschaftlichen und risikotheoretischen Überlegungen werden empirische Untersuchungsergebnisse vorgestellt, die den Stellenwert der Problematik verdeutlichen können: Der Leistungssport kann Selbstwirksamkeitserfahrungen und auch "social support" für den Leistungssportler in einem positiven Sinne bedeuten. Risiko- und Schmerzbanalisierung, systematische Überforderung und hohe Verletzungsintensität sowie die Verführungskraft von Doping sind allerdings negative Facetten leistungssportlichen Engagements, denen pädagogisch denkende Trainer, aber auch Betreuer und Funktionäre trotz struktureller Zwänge Verantwortlichkeit und Klarheit entgegensetzen müssen.

Alois Kogler: Die Kunst der Höchstleistung. Sportpsychologie, Coaching, Selbstmanagement. Wien, New York. Springer 2006,
316 S., ISBN 3-211-29129-6, 34,90 EUR

Sportliche Höchstleistungen stellen sich ein, wenn Kopf, Bauch und tatsächliches Tun als "Eines" erlebt werden. Dieses Buch stellt Erkenntnisse der Sportpsychologie und deren Umsetzung in der Praxis vor. Der Autor betreut seit langem Spitzensportler und widmet sich dem Zusammenspiel von Gedanken, Gefühlen und konkretem Verhalten. Das Herzstück des Buches bildet das Selbstmanagement-Konzept des amerikanischen Psychologen Kanfer. Der Autor adaptierte es für den Sport und stellt ein integratives Verfahren von der Diagnose bis zur Intervention vor. Mit einfachen Schritten können die für Höchstleistungen wichtigen Verhaltensweisen entwickelt werden. Tipps und Anwendungsbeispiele aus vielen Sportarten geben dem Werk einen hohen praktischen Wert.

Robert Gugutzer (Hrsg.): body turn. Perspektiven der Soziologie
des Körpers und des Sports. (Materialitäten, 2). Bielefeld:
Transcript 2006, 370 S., ISBN 3-89942-470-0, 20,80 EUR

Gibt es einen body turn in der Soziologie? Dafür spricht, dass die Verkörperung sozialer Akteure und Strukturen zu einem zentralen Thema soziologischer Untersuchungen geworden ist. Die breite Hinwendung zum menschlichen Körper erfolgt dabei auf drei Ebenen: Auf der Ebene des Körpers als Forschungsobjekt, Theoriekategorie und Erkenntnisinstrument. Die Beiträge des Bandes (u.a. von Bero Rigauer, Michael Meuser, Anke Abraham, Nina Degele, Elk Franke, Paula-Irene Villa, Gabriele Klein & Melanie Haller, Thomas Alkemeyer, Robert Schmidt, Jürgen Schwier u.a.) dokumentieren und forcieren diesen body turn besonders auf den ersten beiden Ebenen. Sie präsentieren aktuelle Entwicklungen in der deutschsprachigen Körper- und Sportsoziologie und entwerfen weiterführende Perspektiven für den body turn in der allgemeinen Soziologie.

Peter Konopka: Sporternährung. (BLV Sportwissen). München:
BLV 2006, 192 S., ISBN 3-8354-0110-6, 17,95 EUR

Für Sportler gehört zum Trainingsprogramm auch die richtige Ernährung. Zur Leistungsentwicklung und für die optimale Regeneration nach Belastungssituationen ist sie eine entscheidende Grundlage. Die Prinzipien der Ernährung mit der die sportliche Leistung gesteigert werden kann, sind einfach. Das erforderliche Wissen vermittelt der Autor in diesem Buch. Hier werden unter den für Leistungssportler wichtigen Gesichtspunkten die einzelnen Nährstoffe, ihre Energiefreisetzung und Bedeutung im Belastungsstoffwechsel vorgestellt. Außerdem geht es um Themen wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe, bei denen der Flüssigkeitshaushalt des menschlichen Körpers und die Verdauung eine entscheidende Rolle spielen. Die Ernährungsrichtlinien beziehen sich auf sieben Sportartengruppen: Ausdauersportarten und Ausdauersportarten mit hohem Krafteinsatz, Kampf-, Spiel- und Schnellkraftsportarten, Kraftsportarten und auch auf nicht klassifizierbare Sportarten wie Bogenschießen, Golfen, Reiten etc. Der Sportler erfährt präzise, wie er sich in der Trainingspraxis optimal ernährt: im täglichen Training, in der Vorwettkampfphase, am Wettkampftag und in der Zeit nach dem Wettkampf. Übersichtliche Tabellen bieten einen schnellen Überblick über die angepasste Ernährung in den einzelnen Sportarten.

Wolfgang Knörzer, Giselher Spitzer, Gerhard Treutlein (Hrsg.): Dopingprävention in Europa. Grundlagen und Modelle. Aachen:
Meyer & Meyer 2006, 264 S., ISBN 3-89899-196-2, 18,95 EUR

Im Januar 2005 fand in Heidelberg das "Erste Internationale Expertengespräch zur Doingprävention" statt. 80 Teilnehmer und 24 Referenten aus neun europäischen Ländern diskutierten die aktuelle Dopingsituation in Sport- und Fitness-Settings und die Möglichkeiten der Prävention. Internationale Experten kommen dabei ebenso zu Wort wie nationale Fachleute. Im Buch werden zunächst die Dopingstrukturen der Gegenwart und der Stand der wissenschaftlichen Analysen aufgezeigt. Der Darstellung der aktuellen Präventionsdebatte folgt die Beschreibung von gelungenen Praxisbeispielen aus sechs europäischen Ländern, die die Vielfalt und zugleich die Möglichkeiten im Antidopingkampf für Sportverein und -verband, Schule und Erwachsenenbildung eindrucksvoll belegen. Abschließend zeigen die Organisatoren des Symposiums und Herausgeber dieses Tagungsbandes Wege auf, wie die Erkenntnisse des Symposiums in eine effektive Dopingprävention auf nationaler und internationaler Ebene umgesetzt werden können.

Nils Altner: Achtsamkeit und Gesundheit. Auf dem Weg zu einer achtsamen Pädagogik. (Bewegungslehre & Bewegungsforschung, 26). Immenhausen bei Kassel: Prolog 2006, 356 S., ISBN 3-934575-29-3, 34.00 EUR

Methoden der Achtsamkeitsschulung sind seit einigen Jahren sowohl in kurativen Settings als auch im Kontext der Schule und anderer Bildungseinrichtungen unter den Lehrangeboten zu finden. Zu den bekanntesten Methoden der Achtsamkeitsschulung gehören traditionell das Hatha-Yoga, das Qigong sowie die stille Meditation. Zu den neueren Entwicklungen zählt vor allem das Programm der Mindfulness-based Stress Reduction. In der vorliegenden Arbeit wird ein Überblick über die wissenschaftliche Evidenz der kurativen und präventiven Wirkungen dieser Methoden gegeben. Dabei offenbaren sich positive Wirkungen der Achtsamkeitspraxis auf körperliche, emotionale, kognitive und soziale Aspekte der Gesundheit. Außerdem deuten sich Wirkungen in den ökologischen und spirituellen Dimensionen an. All diese Aspekte sollten bei der zunehmend dringlicher und notwendiger werdenden gesundheitsfördernden Gestaltung pädagogischer Einrichtungen und Beziehungen beachtet werden. Das Buch zeigt, wie sich aus einer achtsamen Haltung heraus die Fähigkeit zur Selbstfürsorge entwickelt und wie sich pädagogische Räume gesundheitsfördernd gestalten lassen.

Thomas Meyer: Entspannungstraining im Sport: Regulation durch freies Bewegen – für Aktive, Trainer, Lehrer und Therapeuten. (Praxisideen, 26). Schorndorf: Hofmann 2006, 120 S. (+ Audio CD), ISBN 3-7780-0261-9, 16,80 EUR

Dieser Band beschreibt neue Entwicklungen im Bereich der körperlichen und psychischen Regulation im Sport. Die Fähigkeit der Regulation kann als eine Bedingung zu einer guten Belastungsvor- und -nachbereitung gesehen werden. Es werden Grundübungen beschrieben und deren Wirkungsweise und Anwendung erklärt. Mit Hilfe der detaillierten Kennzeichnung als auch der beiliegenden Audio CD können die Übungen sowohl von Sportlern als auch von Übungsleitern, Trainern und Lehrern erlernt werden. Die Übungen sind so gestaltet, dass sie für möglichst viele Sportarten nützlich sind. Das Ziel des hier vorgestellten "Neuen Entspannungstrainings" ist ein selbstständig modifizierter Einsatz der Regulationstechniken in Training, Wettkampf und Alltag.