Neuerscheinungen 05 (27.02.2006)

Herbert Hartmann,�Elke Opper & Artur Sudermann: Qualitätsmanagement von Gesundheitssport im Verein. Theoretische und konzeptionelle Grundlagen sowie Ergebnisse der Erprobung für die Qualitätssiegel-Angebote PLUSPUNKT.GESUNDHEIT.DTB. (Reihe Sport, 14). Schorndorf: Hofmann 2005, 308 S., ISBN 3-7780-3224-0, 24,90 EUR

Gesundheitssportangebote sind heute zu einem festen bestandteil im Angebotsspektrum des organisierten Sports geworden, und sie werden zweifellos weiterhin ein dynamisches Wachstumsfeld sein. Im verlauf der Entwicklung sah sich der Vereins- und Verbandssport immer wieder mit der Frage konfrontiert, inwieweit er überhaupt in der Lage ist, ein Angebot in der Qualität unterbreiten zu können, dass hinreichende und nachweisbare gesundheitswirksame Effekte erzielt werden. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderung galt es, einerseits Qualitätsstandards für den Gesundheitssport im Verein zu entwickeln und andererseits ein Verfahren zu finden, wie die erforderlichen Qualitäten in die Praxis der Vereins- und Verbandsarbeit umgesetzt werden können. Die vorliegende Publikation beschreibt die Entwicklung eines Qualitätsmanagement-Konzeptes für den Gesundheitssport im Verein am Beispiel der Bemühungen des Deutschen Turner-Bundes, seine modellhafte Erprobung in der Verbandspraxis sowie die dabei gefundenen Ergebnisse. In dem Buch "Qualitätsmanagement von Gesundheitssport im Verein" werden die theoretischen Grundlagen zum Qualitätsmanagement im Gesundheitssport allgemein dargestellt. Darüber hinaus werden die Ergebnisse eines Forschungsprojektes mit der Befragung von 1600 Übungsleitern, die das Qualitätssiegel "Pluspunkt. Gesundheit. DTB" haben sowie die Dokumentation von 1950 ausgezeichneten Gesundheitssport-Angeboten, beschrieben. Diese Resultate sowie das speziell entwickelte und erprobte Qualitätsmanagement-Konzept des Deutschen Turner-Bundes bilden eine solide Basis für die weiterhin notwendigen, ständigen Bemühungen zur Qualitätsentwicklung im Gesundheitssport der Vereine.

Neil van Bentem: Vereine, eingetragene Vereine, Dritter-Sektor-Organisationen. Eine empirische Analyse des lokalen Dritten Sektors. (Edition Global-lokale Sportkultur, 16). Münster: Waxmann 2006, 332 S., ISBN 3-8309-1162-9, 34,90 EUR

In Deutschland gibt es schätzungsweise zwischen 250.000 und 1.000.000 Organisationen, die allgemein als Verein, freiwillige Vereinigung Verband, Selbsthilfegruppe, gemeinnütziger oder eingetragener Verein bzw. neuerdings als Nonprofit- oder Dritter-Sektor-Organisation bezeichnet werden. Diese Organisationen sind in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens aktiv. Die Sozialwelt ist einerseits von ihnen durchzogen und man kann sie rein quantitativ als eine bekannte Größe innerhalb der Organisationslandschaft der Bundesrepublik bezeichnen. Auf der anderen Seite liegt jedoch weder eine einheitliche Definition für diese Organisationen zwischen Markt und Staat vor, noch gibt es umfangreiches empirisch gesichertes Wissen auf lokaler Ebene. In diesem Buch wird versucht, Licht ins Dunkel der Organisationen des lokalen Dritten Sektors zu bringen, indem zunächst die unterschiedlichen Begrifflichkeiten rund um die "Vereine" diskutiert werden und im folgenden der gesamte lokale Dritte Sektor einer deutschen Kleinstadt unter organisationssoziologischen Aspekten empirisch untersucht wird.

Peter Konopka: Radsport. Der Ratgeber für Ausrüstung, Technik, Training, Ernährung, Wettkampf und Medizin. München: BLV 2006, 200 S., ISBN 3-8354-0032-0, 19,95 EUR

Der frühere Verbandsarzt des Bundes Deutscher Radfahrer und aktive Sportler Peter Konopka hat seine eigenen langjährigen Erfahrungen und die der Fahrer und Trainer aus dem Profilager aufgezeichnet. Kombiniert mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen weist er dem Radsportler den Weg von der Auswahl des Rahmens bis zur Höchstleistung im Straßenrennen. Denn nur der, der viel weiß und den Trainingsprozess bewusst erlebt, kann ein bestmögliches Ergebnis erzielen oder einfach nur fit bleiben bis ins hohe Alter. Zunächst wird die Ausrüstung genau erklärt: was es mit dem Steuerrohrwinkel des Rahmens auf sich hat, wann eine Kette "gelängt" ist und was einen guten Radschuh ausmacht. Dann heißt es Aufsteigen: die richtige Sitzposition und den eigenen Fahrstil finden. Trainingsmethoden und -programme bietet Konopka ebenso wie ganzjährige Trainingsplanung, Wettkampfvorbereitung und Tipps für den Radsport im Alter.

Hubert Remmert: Basketball lernen, spielen und trainieren. (Praxisideen, 19). Schorndorf: Hofmann 2006, 168 S., ISBN 3-7780-0191-4, 16,80 EUR

Der vorliegende Band beschäftigt sich in zwei inhaltlichen Schwerpunkten mit dem Lernen und Trainieren spielbedeutsamer Leistungsvoraussetzungen im Basketball. Dazu werden in Kapitel 1 zunächst die Anforderungen des modernen Spiels skizziert und anschließend verschiedenartige Konzepte seiner Vermittlung analysiert (Kap. 2). Der Begründung einer spiel- und strukturgerechten Anfängermethodik im Rahmen der Direkten und Indirekten Spielmethode nach Steinhöfer und Remmert folgen vielfältige Vorschläge zur konkreten Umsetzung in der Praxis des Basketball-Lernens (Kap. 3). Innerhalb des abschließenden Kapitels 4 werden dann die elementaren Grundsätze des für die Spielausbildung besonders bedeutsamen Koordinations-, Technik- und Taktiktrainings umrissen und mit einer Fülle praxiserprobter Übungs- und Trainingsformen zum Grundlagen- und Leistungstraining ergänzt.

Beate Blanke: Emotionsdidaktik. Wie man den Genuss im Bewegen entdecken kann. Salzhausen: edition lietzberg 2006, 167 S., ISBN 3-9809210-2-6, 16,00 EUR

Sportwissenschaft ist Bewegungswissenschaft, und zur Bewegung gehört die Emotion – das ist in wenigen Worten die Ausgangsposition der Autorin, die in diesem Buch ein neuartiges Konzept entwickelt, in dem die emotionalen Grundlagen der Bewegungssteuerung im Vordergrund stehen. Es wird gezeigt, dass im Alltag wie im Sportunterricht, im Training wie im Wettkampf, die Selbstwahrnehmung und die Orientierung an den individuellen Bewegungserfahrungen und -bedürfnissen von zentraler Bedeutung sind und didaktisch genutzt werden können. Die "Emotionsdidaktik" wird unter Rückgriff auf eine Vielzahl neurowissenschaftlicher Befunde begründet und anhand einer Fülle von Beispielen in ihrer praktischen Anwendung vorgestellt.

Hans Mühlbauer: Segeln – Die Basics. München: BLV 2006, 96 S., ISBN 3-8354-0030-4, 12,95 EUR

Segeln macht Spaß, und Segeln kann jeder. Noch mehr Spaß macht es, wenn man gleich beim ersten Törn mitreden und vor allem mit anpacken kann. Mit dem vorliegenden Buch kann sich der Einsteiger optimal vorbereiten. Dank vieler Grafiken und Fotos ist ein "Bilderbuch" entstanden, das den Neuling schon an Land zum Eingeweihten macht. Da ist zunächst die Fachsprache, die bei Steuer- und Backbord beginnt und noch lange nicht damit endet. Wissen muss man, dass man für den Kopfschlag das Leinenende unter die letzte Diagonale steckt, damit sich das Tauwerk bekneifen kann. Vergnüglich ist die Lektüre, denn auch schwierige Sachverhalte sind gut erklärt und dargestellt. Da geht es um die Grundausstattung eines Bootes, wie Segeln überhaupt funktioniert, wer Vorfahrt hat, um Leinen und Knoten, ums An- und Ablegen und ums richtige Verhalten bei starkem Wind mit Kentern - und was bei "Mann-über-Bord" zu beachten ist. Am Schluss steht die Ausrüstung einer Yacht mitsamt ihren Besonderheiten und der Crew, die an Bord ist. Das Buch vermittelt Grundwissen und vom ersten Schritt auf den Planken ein Gefühl der Sicherheit. Und dann steht dem Vergnügen nichts mehr im Wege, egal ob man zur Entspannung, als künftiger Entdecker und Eroberer oder für den sportlichen Wettkampf zum ersten Mal an Bord gegangen ist.

Ansgar Delschen: Ehrenamtliche im Sport. Eine qualitative Studie über ehrenamtliche Führungskräfte in Fußballvereinen. (Edition Global-lokale Sportkultur, 18). Münster: Waxmann 2006, 236 S., ISBN 3-8309-1616-7, 24,90 EUR

Obwohl das freiwillige Engagement eine zentrale Ressource für den organisierten Sport darstellt, weiß man wenig über die Akteure, die dieses soziale Kapital produzieren. Ausgehend von diesem Defizit werden in dieser Studie ehrenamtliche Führungskräfte in Fußballvereinen u.a. im Hinblick auf ihre Motivationen, Beanspruchungen und Tätigkeiten untersucht. Dabei wird anhand der Rekonstruktion individueller Ehrenamtskarrieren deutlich, dass sich die Ressource Ehrenamt immer wieder reproduziert, wenn es gelingt den Vereinsnachwuchs frühzeitig an ein Engagement zu binden und sich das Engagement weitgehend frei von verbandlichen Eingriffen entfalten kann. Darüber hinaus gibt die Studie einen umfassenden Einblick die Kultur der Ehrenamtlichkeit.

Bettina Frommann: Wilde Spiele. (Praxisideen, 25). Schorndorf: Hofmann 2006, 170 S., ISBN 3-7780-0251-1, 16,80 EUR

Dieser Band stellt eine betont spielerische Einführung in den Sportartbereich "Rangeln, Raufen, miteinander Kämpfen" dar. Über 125 Spiel- und Übungsideen werden anhand eines Rasters und eines Fotos mit zahlreichen Variationen übersichtlich dargestellt, so dass ein schneller Überblick über die Kategorie, die Sozialform, die Körperposition und den Geräte- und Materialbedarf gewährleistet ist. Turnierideen und Entspannungsübungen runden den Sportartbereich ab. Das Buch wendet sich vor allem an Lehrkräfte der verschiedenen Schularten, aber auch an Erzieher in Kindergärten, an Sozialpädagogen in außerunterrichtlichen pädagogischen Arbeitsfeldern oder an Übungsleiter in den Sportvereinen und Sportverbänden. Es ist zum unmittelbaren Einsatz in der Praxis geeignet.

Bernd Frick & Joachim Prinz: Spielerallokation und Spielerentlohnung im professionellen Team-Sport. Betriebswissenschaftliche Analysen und Empfehlungen für das Vereinsmanagement. (Wissenschaftliche Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft; 13/2005). Köln: Sport und Buch Strauß 2005, 192 S., ISBN 3-89001-412-7, 13,50 EUR

Bereits seit den siebziger Jahren ist die Position der Teams gegenüber den Spielern in den USA durch diverse Gerichtsentscheidungen sukzessive geschwächt worden - eine Entwicklung, die in Europa in dieser Form nicht stattgefunden hat. Hier hat vielmehr das Bosman-Urteil als eine Art "exogener Schock" gewirkt. Weder die Entwicklung in den USA, noch die in Europa impliziert allerdings, dass die Vereine den Spielern nunmehr ähnlich ausgeliefert sind, wie die Spieler ehedem den Vereinen. Bei den nicht nur in der deutschen Boulvardpresse regelmäßig zu vernehmenden Klagen über die vermeintliche "Explosion" der Spielergehälter und die unter den "Millionarios" angeblich grassierende Unlust, laufende Verträge auch tatsächlich zu erfüllen, handelt es sich nach Einschätzung der Autoren überwiegend um rhetorische Pflichtübungen überforderter Vereinsvorsitzender, die Schwierigkeiten mit der Aushandlung und Durchsetzung anreizkompatibler Verträge haben. Die Autoren wollen keineswegs behaupten, dass es nur "fleissige" Profis gibt - allerdings scheint ihnen der immer wiederkehrende Verweis auf anekdotische Evidenz wenig geeignet zu sein, die Frage nach den für die Vereine möglicherweise negativen Folgen der Entwicklung der Gehälter und Vertragslaufzeiten zu beantworten. Vor diesem Hintergrund versuchen sie in ihrer Studie deutlich zu machen, dass eine auf diesen Annahmen basierende theoretische wie empirische Analyse der Rekrutierungs- und Entlohnungspolitik professioneller Sports-Teams nennenswerte Erkenntnisfortschritte verspricht.