Neuerscheinungen 03 (24.01.2006)

Jürgen Birklbauer: Modelle der Motorik. Eine vergleichende Analyse moderner Kontroll-, Steuerungs- und Lernkonzepte. (Spektrum Bewegungswissenschaft, 5). Aachen: Meyer & Meyer 2006, 558 S., ISBN 3-89899-106-7, 27,95 EUR

Mobilitas vita est – Bewegung ist Leben. Mobilität bildet die Grundlage für eine hohe Lebensqualität. Wie aber werden Bewegungen reguliert und vor allem wie lassen sich Bewegungen effizient erlernen oder umlernen? Welche Modellvorstellung scheint am geeigneten dafür zu sein, die zentralen Fragen der Bewegungssteuerung und -kontrolle sowie des motorischen Lernens zu beantworten? Welche Hinweise geben uns die Kognitions-, Gestalt- bzw. Wahrnehmungspsychologen oder die jüngeren Wissenschaftsdisziplinen Chaostheorie und Synergetik? Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Sport- und Trainingspraxis? Das vorliegende Buch gibt eine Einführung in die einflussreichsten Perspektiven und Konzeptionen der Motorikwissenschaft. Die empirischen Befunde und deren Schlussfolgerungen werden anhand konkreter Beispiele und Fragestellungen kritisch aufgearbeitet.

Wolfgang Mießner: Richtig Krafttraining. (BLV Sportpraxis Top). München: BLV 2006, 128 S., ISBN 3-8354-0003-7, 10,95 EUR

Gezieltes Krafttraining essentiell für alle, die ihre Fitness und damit auch ihre Gesundheit stärken wollen. Der Autor erklärt in seinem Buch, warum es – richtig ausgeführt – der Gesundheit dient, egal, ob man den eigenen Körper modellieren, das Körpergewicht kontrollieren, Beschwerden am Bewegungsapparat lindern oder einfach seine Fitness lange erhalten möchte. Er vermittelt allen, die richtig einsteigen wollen, grundlegendes Basiswissen zur Theorie des Krafttrainings und erklärt Wissenswertes über die Zusammenhänge von Körper und Training. In einer kleinen Trainingslehre gibt er Einsteigern und Fortgeschrittenen das theoretische wie auch praktische Rüstzeug in Form von Trainingsplänen an die Hand, um zielgerichtet und erfolgreich trainieren zu können. Ein Übungskatalog versammelt die 74 effektivsten Übungen. Er zeigt die vielen Möglichkeiten, mit dem eigenen Körper, mit Gewichten und Hanteln zu Hause oder mit den großen Krafttrainingsmaschinen in den Fitness-Studios zu trainieren. Der Autor erklärt die Übungen präzise, jeweils begleitet von einem anschaulichen Foto, und zeigt, worauf bei den Bewegungsabläufen zu achten ist: korrekte Atmung, Körperhaltung und Muskelspannung. Die Übungen sind nach den Muskelgruppen sortiert – Rücken und Nacken, Schultern und Arme, Brust, Bauch und Taille sowie für Beine, Hüfte und Gesäß – und werden jeweils durch nützliche Dehnübungen ergänzt. Trainingspläne für Einsteiger, Geübte und leicht Fortgeschrittene ergänzen den Band.

Frédéric Delavier: Der neue Muskel-Guide. Gezieltes Krafttraining – Anatomie. 5., komplett überarb. Aufl. München: BLV 2006, 144 S. (+ Poster), ISBN 3-8354-0014-2, 22,95 EUR

Ob Body-Shaping oder Muskelkraft – beim Training sehen wir nur die Oberfläche, können nur ertasten, welche Sehnen und Fasern – Muskeln eben – beteiligt sind. Ein gezieltes Muskeltraining ist aber für Top-Athleten ebenso wichtig wie für Fitnesssportler. Wer wissen will, was bei Liegestützen oder beim Bankdrücken eigentlich genau passiert, ist mit dem vorliegenden Werk gut beraten. Der Autor, ehemaliger französischer Vizechampion im Gewichtheben, hat die menschliche Anatomie ebenso eingehend studiert wie die Gestaltlehre und führt beide Perspektiven zu einer einzigartigen Sicht zusammen. Mit zeichnerischen Talent voller Präzision im Detail lässt er den Blick von Bildtafel zu Bildtafel tiefer und tiefer dringen: Er zeigt die Übungsgrundhaltung, die angesprochene Muskelgruppe, die einzelnen Muskeln, manchmal das Skelett. Und das bei 108 Übungen für Arme und Schultern, Rücken und Beine, Bauch-, Brust- und Gesäßmuskeln. Das Gezeigte wird erklärt, die Wirkung der Übung erläutert, Variationen werden vorgestellt. Wo nötig, warnt der Autor vor Haltungsfehlern und streut hier und da ergänzende Informationen ein. Diese exakten Darstellungen von Anatomie und Muskelfunktion sind für Sportler und Trainer, Wissenschaftler und Pädagogen, Ärzte und Physiotherapeuten gleichermaßen interessant.

Uwe Gomolinsky: Sportengagement und Risikoverhalten. Untersuchungen zum Rauschmittelkonsum von Jugendlichen. (Forum Sportwissenschaft, 10). Schorndorf: Hofmann 2005, 222 S., ISBN 3-7780-8310-4, 19,90 EUR

Das Heranwachsen von Jugendlichen in modernen Gesellschaften ist in vielerlei Hinsicht ein riskantes Unterfangen geworden. Im Entwicklungsprozess Jugendlicher auftretende Belastungen können zu gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen und Problemverhalten führen, die sich nicht zuletzt im Rauschmittelkonsum konkretisieren. Für einen Teil der heranwachsenden Generation zählt der Griff zur Zigarette und zu alkoholischen Getränken bereits zu den Normalitäten des Alltags. Ein positives Gegenbild zu dieser allgemeinen, bedrohlichen Kulisse stellt im Bewusstsein der Öffentlichkeit das Phänomen des Jugendsports dar. Mit sportlichem Engagement innerhalb und außerhalb der Sportvereine werden im Allgemeinen Wirkungen und Effekte assoziiert, die zu einer gelingenden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beizutragen vermögen. Doch hat diese heile Welt in den letzten Jahren Risse bekommen: Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass das, was eigentlich nicht zusammenpasst – nämlich Sport und Rauschmittelkonsum –, schon längst untrennbar miteinander verwoben ist. Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Ausprägungen der sportlichen Aktivität für den Konsum von Rauschmitteln? Ist es der Vereinssport, der gegenüber nicht organisierten Sportformen einen besonderen Einfluss auf die Konsummuster entwickelt? Wirkt der Sportverein als präventiver Schutzraum oder als Risikomilieu auf die jungen Vereinssportler? Welchen Einfluss nehmen die sozialen Determinanten auf einen möglichen Zusammenhang von Sportaktivität und Rauschmittelkonsum? Diesen Fragen geht der Autor in seiner Dissertation, die diesem Band zugrunde liegt, nach.

Hermann Ellenbeck & Jens Rabe: Richtig Hockey – Halle und Feld. (BLV Sportpraxis Top). München: BLV 2006, 128 S., ISBN 3-8354-0045-2, 12,95 EUR

Hockey ist die erfolgreichste Ballsportart in Deutschland! Keine der großen Ballsportarten blickt auf ähnlich imponierende Erfolge zurück wie sie die vergleichsweise kleine Schar der Hockeyspielerinnen und -spieler vorweisen kann. Wie dieses Spiel funktioniert, zeigen die Autoren – beide langjährige Spieler aller Ligen und Trainer des Deutschen-Hockey-Bundes – in ihrem Buch. Anschaulich entfalten Sie das Profil dieser Sportart und rücken dabei das in der Literatur meist vernachlässigte Hallenhockey mit in den Fokus. Sie erklären die Grundregeln des Spiels und erläutern dann ausführlich – illustriert durch ausgezeichnete Fotos und Skizzen – Technik und Taktik beim Feld- wie beim Hallenhockey. Anfänger- und leistungshockeygerechte Spielsysteme für drinnen und draußen sowie Fundiertes zu Torwarttraining und -spiel ergänzen den Band und geben somit Trainern wie Aktiven eine ausgezeichnete Handlungshilfe für die langfristige Trainingsplanung.

Stefan Letzelter & Manfred Letzelter: Der Sprint. Eine Bewegungs- und Trainingslehre. (Mainzer Studien zur Sportwissenschaft, 21). Niedernhausen/Ts: Schors 2005, 339 S., ISBN 3-88500-357-0, 19,50 EUR

Das Interesse am Sprint und die Faszination des Titels "schnellster Mensch der Welt" sind groß. Es gibt kaum eine sportliche Disziplin, die so häufig Gegenstand bewegungs- und trainingswissenschaftlicher Analysen war wie der Sprint. Der Schnellauf über 100 bis 400m, mit und ohne Hürden, bildete über 35 Jahre einen Schwerpunkt der Forschung am Fachbereich Sport der Universität Mainz. Die Autoren, selbst ehemalige Deutsche Meister, haben die eigenen und fremden Forschungsergeb�nisse zum Lauf über 100 und 200m zu einer "Theorie des Sprints" als Systematik der Erkenntnisse verarbeitet. Gegenstand des ersten Bandes (der zweite mit der Trainings�methodik soll 2007 folgen) ist nach einer umfangreichen Analyse der Aufgaben einer Bewegungs- und Trainingslehre des Sprints das Sprintverhalten einschließlich der Leistungsdiagnostik. Ein Großkapitel informiert über Teilzeiten und Geschwindigkeits�verläufe beim 100- und 200m-Lauf und daraus abgeleitet über einen Prioritätenkatalog der Sprintfähigkeiten sowie deren Interne Ordnung. Im zweiten steht die Schrittgestaltung im Zentrum, wobei aber nicht nur die vielen teilweise kontroversen empirischen Befunde zu Ausprägung und Relevanz von mittlerer Schrittlänge und -frequenz referiert und diskutiert werden, sondern auch Schrittlängen- und Schrittfrequenzverläufe. Die Technik des Sprintschrittes, unterteilt nach einzelnen Abschnitten, wird im größten Kapitel bear�beitet, wobei es um Einflußgrößen geht, die der dritten und vierten Modellstufe der Deduktionskette "Sprint" zugehören. Berücksichtigt werden dabei nicht nur biomechani�sche Analysen, sondern auch die Meisterlehren, insbesondere die erfolgreicher US-Coaches.

Jochen�Werle,�Alexander Woll�& Susanne Tittlbach: Gesundheitsförderung. Körperliche Aktivität und Leistungsfähigkeit im Alter.�(Grundriss Gerontologie, 12) (Kohlhammer-Urban-Taschenbücher,�762). Stuttgart: Kohlhammer 2006, 304 S., ISBN 3-17-017971-3, 22,00 EUR

Im Zuge der demographischen Entwicklung gewinnt die Ursachenforschung zum erfolgreichen Altern stark an Bedeutung. Daher ist die Frage einer lebenslangen körperlich-sportlichen Aktivität und körperlichen Leistungsfähigkeit im Hinblick auf Gesundheitsförderung von besonderer Relevanz. In diesem Buch werden Theorien zu Gesundheit und Gesundheitsförderung beschrieben und es wird die Bedeutung von körperlicher Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlicher Aktivität für erfolgreiches Altern dargestellt. Die Planung gesundheitsbezogener Interventionsformen sowie Anwendungsbeispiele zeigen Möglichkeiten der Gesundheitsförderung.�Das Buch richtet sich an Studierende, Dozenten und Professionelle der Gerontologie, der Sportwissenschaft sowie der Psychologie.