Allgemeine Informationen zur Sportwissenschaft

Studium

Das Fach Sportwissenschaft kann in der Bundesrepublik Deutschland an insgesamt 64 sportwissenschaftlichen Hochschuleinrichtungen studiert werden. Im Wintersemester 2009/10 waren 26.677 Studierende für das Fach Sport immatrikuliert (davon 10.062 Frauen; Quelle: Statistisches Bundesamt), wovon allein rund 5.000 Studierende an der Deutschen Sporthochschule Köln studieren.

Studiengänge

Unterschiedliche Bachelor- (B.A.) und Master- (M.A.) Studiengänge führen sowohl zu staatlichen (Lehramt) als auch akademischen Abschlüssen.

Es gibt keinen "Einheitsstudiengang" Sportwissenschaft, sondern die Studiengänge haben i. d. R. spezielle Profile und betonen nach einer grundlegenden, breiten Ausbildung in den ersten Semestern des Studiums verschiedene Schwerpunkte, die berufbezogen ausgerichtet sind.

Die auf ein Lehramt ausgerichteten Studiengänge unterscheiden sich in ihrer (stufen- oder schulformbezogenen) Bezeichnung je nach Standort. Die auf außerschulische Felder des Sports zielenden Studiengänge legen Schwerpunkte u.a. in folgenden Bereichen (Bezeichnungen variieren):

  • "Prävention und Rehabilitation", "Gesundheitssport";
  • "Sportökonomie", "Sportmanagement", "Sportverwaltung";
  • "Sportjournalistik", "Sport und Medien";
  • "Sportinformatik", "Sport und Technik", "Sportgeräte";
  • "Freizeitsport";
  • "Leistungssport", "Training"

Die Möglichkeit eines Promotionsstudiums bietet alle Studienorte an (weitere Informationen). 

Weitergehende Informationen zu Studienmöglichkeiten bietet der HRK-Hochschulkompass.

Informationen zu den Ergebnissen des CHE-HochschulRankings 2009 finden Sie hier.

Studieninhalte

Das Studium gliedert sich i.d.R. in den Bereich "Sportwissenschaft" - mit einem überwiegend theoriebezogenen Veranstaltungsangebot (Vorlesungen, Seminare etc.; Anteil: ca. 50% des Gesamtstudienumfanges) - und den Bereich "Theorie und Praxis der Sportarten" - mit einem Angebot an Lehrveranstaltungen, das sich an Bewegungsfeldern und Sportarten orientiert. In diesem Studienbereich (Anteil: ca. 40%) werden theoretische Erkenntnisse auf die praktische Umsetzung bzw. Vermittlung des Inhalts bezogen. Hinzu kommen "Fachpraktika" bzw. "Berufspraktische Studien" (Anteil: ca. 10%), die in unterschiedlichen (je nach Studiengang) Praxisfeldern und mit unterschiedlichen Umfängen absolviert werden.

Bewerbung um einen Studienplatz

Bewerbungsunterlagen für Studienplätze sind bei den jeweiligen Universitäten und Hochschulen anzufordern. Dort können auch die genauen Zulassungsvoraussetzungen und weitere Informationen zum Studienangebot des Standortes erfragt werden.

Zulassungsvoraussetzung zum Studium ist i.d.R. die Allgemeine Hochschulreife (Abitur), wobei in vielen Landeshochschulgesetzen auch alternative Zugangsmöglichkeiten vorgesehen sind (Berufserfahrung, Auswahlgespräche, u.a.).

An vielen Standorten sind vor Studienbeginn sportpraktische Eignungsprüfungen zu absolvieren. Termine und Anforderungen werden i.d.R. auf den Internetseiten der sportwissenschaftlichen Hochschuleinrichtungen bekannt gegeben.

 

Sportwissenschaftliche Hochschuleinrichtungen

Sportwissenschaftliche Hochschuleinrichtungen gibt es in allen Bundesländern. Eine Liste aller Einrichtungen finden Sie hier.

Struktur

Die einzelnen sportwissenschaftlichen Hochschuleinrichtungen, meist als Institute für Sportwissenschaft in übergeordnete Fachbereiche und Fakultäten eingegliedert, werden i.d.R. von mindestens 3 Professuren getragen, die die geistes-, sozial- und verhaltenlwissenschaftlichen (Sportpädagogik/-didaktik, Sportgeschichte, Sportsoziologie, Sportpsychologie), naturwissenschaftlichen (Bewegungs- und Trainingswissenschaft) sowie medizinischen Aspekte des Faches abdecken. Hinzu kommen Qualifikationsstellen sowie Stellen für Wissenschaftliche Angestellte und Lehrkräfte für besondere Aufgaben. Derzeit sind etwa 1.250 Personen hauptamtlich in Lehre und Forschung an sportwissenschaftlichen Hochschuleinrichtungen tätig.

Aufgaben

Zu Aufgaben in der Lehre kommen die Aufgaben der Forschung hinzu, die einerseits als Grundlagenforschung der Erzeugung sportwissenschaftlichen Wissens dient, andererseits als anwendungsorientierte Forschung in Feldern wie Leistungssport, Schulsport, Behindertensport, Freizeit- und Breitensport, Sportpolitik und Sportökonomie u.a. ihre Gegenstände findet.

Neben den Lehr- und Forschungsaufgaben werden verstärkt Beratungsaufgaben wahrgenommen, z.B. im Bereich Trainingssteuerung, Leistungsdiagnostik, Gesundheitsvorsorge, Lehrerforbildung u.v.m.

Das Sportangebot für die Angehörigen der Universität, der Hochschulsport, ist an vielen Standorten organisatorisch an die jeweilige sportwissenschaftliche Einrichtung gebunden, oder aber als selbstständige Einheit organisiert. Die Hoschulsporteinrichtungen sind im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (ADH) organisiert.