Neuerscheinungen 60 (25.05.2016)

Renate Zimmer & Ina Hunger (Hrsg.)
Bewegung in der frühkindlichen Bildung
Hamburg: Czwalina 2016. ISBN 978-3-88020-634-2. 128 Seiten. 15,00 EUR.

Die »Frühe Kindheit« erfährt seit einigen Jahren hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Wie in kaum einem anderen Bereich richten sich hier die Bemühungen auf die umfassende und zielgerichtete Förderung von Bildung und Entwicklung. Der Bereich Bewegung spielt dabei auf verschiedenen Ebenen eine besondere Rolle, insofern ihm aus theoretischer und praxiserfahrener Perspektive zugesprochen wird, die Entwicklung der Kinder im ganzheitlichen Sinne fördern zu können.
Die Deutsche Vereinigung Sportwissenschaft (dvs) hat mit der Gründung eines ad-hoc-Ausschusses das Ziel verfolgt, »Frühe Kindheit« als ein Querschnittsthema innerhalb der sportwissenschaftlichen Disziplinen zu verankern. Als eine der Auftaktveranstaltungen gilt die Tagung »Bewegung in der frühkindlichen Bildung. – Interdisziplinäre Forschungsansätze«, die in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück und dem Niedersächsischen Institut für frühkindlichen Bildung und Entwicklung (nifbe) in Osnabrück im Juni 2014 durchgeführt wurde. Hier trafen sich disziplinübergreifend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um aktuelle Forschungsergebnisse aus interdisziplinärer Perspektive vorzustellen und zu diskutieren. Ein Großteil der auf der Tagung gehaltenen Beiträge findet sich in diesem Band wieder.

David Wiesche, Michael Fahlenbock & Norbert Gissel (Hrsg.)
Sportpädagogische Praxis – Ansatzpunkt und Prüfstein von Theorie
28. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik vom 30. April - 2. Mai 2015 in Bochum
Hamburg: Czwalina 2016. ISBN 978-3-88020-635-9. 400 Seiten.
35,00 EUR.

Der Begriff »Sportpädagogik« steht sowohl für praktisches erzieherisches Handeln als auch für die wissenschaftliche Theorie, die sich auf dieses Handeln bezieht. Die Praxis sollte dabei aus der Wissenschaft Aufklärung, Orientierung und Kritik und die Wissenschaft aus der Praxis Erfahrung, Anregung und Korrektur ihrer Theoriebildung gewinnen. Die Vielfalt der wissenschaftlichen Entwürfe nährt aber die Sorge, dass sich dieses Theorie-Praxis Verhältnis zunehmend problematisch als unverbundener »Dualismus« gestaltet.
Die Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik in Bochum (30. April bis 2. Mai 2015) griff diese schwierige Thematik auf. In drei Hauptvorträgen und einer Vielzahl von Arbeitskreisen wurde das Feld auf wissenschaftstheoretischer, empirischer und konzeptioneller Ebene diskutiert.
Die in diesem Band dokumentierten Beiträge zeigen das weite Spektrum des Theorie-Praxis Verhältnisses. Sie reichen von trainingswissenschaftlichen Fragen und psychometrischen Ansätzen über soziokulturelle und philosophische Beiträge bis hin zu konkreten Praxisdemonstrationen.

Christopher Heim, Robert Prohl & Holger Kaboth (Hrsg.)
Bildungsforschung im Sport
Abstractband zur 29. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik vom 26.-28. Mai 2016 in Frankfurt/Main
Hamburg: Czwalina 2016. ISBN 978-3-88020-636-6. 236 Seiten.
22,50 EUR.

Bildungsforschung ist ein zentrales Thema der Sportpädagogik. Dies zeigt sich einerseits in der stetig steigenden Zahl empirischer Forschungsprojekte arrivierter Forscherinnen und Forscher, die bereits eine Fülle von Erkenntnissen über die pädagogische Praxis im Rahmen des Sports bzw. im erweiterten Sinne der Bewegungskultur erbracht haben.
Andererseits ist der Begriff der Bildung notorisch umstritten. Dies betrifft insbesondere seine Bedeutung als pädagogische Leitkategorie. War es bis vor kurzem die »Handlungsfähigkeit«, die dem Bildungsbegriff als pädagogische Leitidee den Rang streitig gemacht hat, so ist es nun die »Kompetenzorientierung«. Dabei ist die Frage offen, ob der pädagogische Überschuss, der mit dem Bildungsbegriff gegenüber anderen, weniger ambitionierten Leitideen verbunden wird, überhaupt empirisch fassbar und didaktisch umsetzbar ist.
Damit sind drei Fragenkomplexe umrissen, die im Mittelpunkt der Tagung stehen und dieser gleichsam ein Gerüst geben sollen, wobei mit deren Reihung keine Priorisierung verbunden ist:

  • Die Frage nach dem Erkenntnisbestand, den sportpädagogische Bildungsforschung bisher hervorgebracht hat.
  • Die Frage nach der Bedeutung des Bildungsbegriffs und dessen Mehrwert für die Sportpädagogik.
  • Die Frage nach geeigneten Verfahren der empirischen Prüfung der Bedingungen, des Verlaufs und der Effekte von Bildungsprozessen im Rahmen der Bewegungskultur.

Herbert Woratschek, Claas Christian Germelmann & Mario Kaiser (Hrsg.)
Der seltsame Fall des Dr. Jeckyll und Mr. Hyde. Homo Oeconomicus und Homo Emotionalis im Sportmanagement. Schorndorf: Hofmann 2016.  ISBN 978-3-7780-8377-2. 166 Seiten. 21.90 EUR.

Die Ökonomie hat durch ihre Analysen zum rationalen Entscheidungsverhalten eine große Bedeutung auch für den Sport erlangt. In der Praxis überwiegt jedoch ein Handeln, das überwiegend emotional geprägt ist. Daher hat sich der Arbeitskreis Sportökonomie e.V. auf seiner 18. Jahrestagung mit dem Spannungsfeld zwischen rationalem und emotionalem Handeln beschäftigt. Dabei geht es vor allem um die Ambivalenz zwischen den Leitbildern eines "Homo Oeconomicus" und eines "Homo Emotionalis" in der Theorie zu analysieren und deren Implikationen für das Sportmanagement in der Praxis aufzuzeigen.
Der vorliegende Tagungsband beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen rationalem und emotionalem Handeln im Sportmanagement. Die Untertitel "Licht und Schatten im Sportmanagement", "Beziehungen zwischen Dialog und Struktur", -"Regulierung und Wettbewerb" sowie "Geld und Sport" zeigen die gesamte Spannweite dieser Thematik eindrucksvoll auf. Dies bestätigen auch die Einzelthemen der Beiträge, die von Managementproblemen im Ehrenamt über die Athletenausbildung, bis hin zu Dopingfragen im Spitzensport reichen.

Martin Nolte
Band 6: Diskriminierungsverbote im Fußball - Ein Handbuch für die Praxis
Köln: DSHS Köln 2016. ISBN 978-3-945089-08-8136 Seiten. 32,10 EUR.

Der organisierte Fußballsport in Deutschland gilt mit 6,8 Millionen Einzelmitgliedern in über 27.000 Fußballvereinen als größter Sportfachverband der Welt. Entsprechend stark ist seine Verantwortung zur Abwehr herabwürdigender, diskriminierender und verunglimpfender Äußerungen sowie Handlungen nach Maßgabe spezieller Diskriminierungsverbote in seinen Rechts- und Verfahrensordnungen. Zu deren Auslegung und Anwendung gibt das vorliegende Handbuch rechtspraktische Hinweise. Dabei bedient es sich zahlreicher Entscheidungen von Sportgerichten und deren Abwandlungen.   

Klaus Bonadt
Sport, Fitness und Metabolisches Syndrom - epidemiologische Zusammenhänge
Band 189 der Reihe "Beiträge zu Lehre und Forschung im Sport". Schorndorf: Hofmann 2016. ISBN 978-3-7780-4890-0. 234 Seiten. 27,00 EUR.

Weltweit steigt die Prävalenz des Metabolischen Syndroms, welches mit kardiovaskulären Krankheiten und Mortalität assoziiert ist. Diese Arbeit geht der zentralen Frage nach, ob sportliche Aktivität bzw. Fitness das Risiko, am Metabolischen Syndrom zu erkranken, reduziert. Hierbei wird sehr genau die Evidenz für einen kausalen Zusammenhang mit epidemiologischen Methoden untersucht. Anhand der zentralen Fragestellung werden die notwendigen epidemiologischen Methoden und Studiendesigns dargestellt: Welche Evidenz kann eine Kohortenstudie im Vergleich zu einer Querschnittsstudie liefern und welche Methoden werden hierfür benötigt? Warum sind Ergebnisse aus Kohortenstudien nicht als kausal anzusehen, obwohl es viele Autoren behaupten und fälschlicherweise Schlussfolgerungen für die Prävention ableiten? Darüber hinaus stellt die Arbeit eine Methode vor, wie man die Evidenz für einen kausalen Zusammenhang durch längsschnittliche Untersuchungen mit Messwiederholung weiter erhöhen kann und beantwortet so die zentrale Fragestellung der Arbeit. Die Ergebnisse geben zudem Hinweise zum Dosis-Wirkungs-Prinzip von sportlicher Aktivität auf das Metabolische Syndrom.

Christoph Raschka & Lutz Nitsche (Hrsg.)
Praktische Sportmedizin
Stuttgart: Thieme 2016. ISBN 978-3-13175-611-4. 328 Seiten. 59,99 EUR.

Sportmedizinische Checks, Leistungs- und Funktionsdiagnostik
- umfassende klinische Untersuchung
- Sporttauglichkeit für bestimmte Sportarten
- kardiale und pulmologische Funktionsdiagnostik, Spiroergometrie, Laktatdiagnostik

Sport bei Erkrankungen, in besonderen Situationen und Lebensphasen
- Sport bei Arthrose, Myokarditis, COPD, Diabetes, Insult, u.v.m.
- was ist bei Heranwachsenden zu beachten?
- besondere Sportarten: Tauch- und Höhenmedizin, Ausdauer

Praktische Tipps und Empfehlungen
- Checkliste Sporternährung
- Tipps zur Leistungsvergütung
- alles für die Zusatzbezeichnung Sportmedizin

Marcus Müller
Körperbasiertes Entspannungstraining im Elementarbereich Entwicklung - Implementierung - Evaluation.
Schorndorf: Hofmann 2016. ISBN 978-3-7780-3229-9. 316 Seiten. 29,90 EUR.


Beobachtungen in elementarpädagogischen Settings zeigen, dass sich die Auswirkungen unserer Stressgesellschaft bereits in der jüngsten Bildungsgeneration zeigen. So haben Kinder im Vorschulalter vermehrt Probleme, ihren Körper wahrzunehmen und körperliche Signale zu deuten. Die Zunahme von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen, von Impulsivität und Hyperaktivität sprechen eine deutliche Sprache. Gefragt sind deshalb körperbasierte Entspannungsverfahren, die den Kindern Hilfen bei der Orientierung am eigenen biologischen Rhythmus geben können.
Hier setzt die vorliegende Interventionsstudie an, die den Einsatz von Kurzentspannungsprogrammen im elementarpädagogischen Setting in den Mittelpunkt rückt. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der wenigen Gesundheitsprojekte mit dem Schwerpunkt Entspannung in dieser Altersgruppe sowie auf Basis quantitativ-qualitativer Analysen der elementarpädagogischen Erziehungs- und Bildungspläne in Deutschland wurden kindgerechte körperbasierte Entspannungsprogramme entwickelt und deren Implementation in ausgewählten Kindertagesstätten wissenschaftlich begleitet. In der Evaluation wurde ein komplexes Methodeninstrumentarium eingesetzt, das neben Beobachtungen und Befragungen der beteiligten Kinder, der Erzieherinnen und Erzieher sowie der Eltern auch erstmals psychophysiologische Testverfahren zur Messung der Entspannungswirkungen bei Kindern im Vorschulalter umfasste. Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass sich kindgerecht konzipierte Entspannungsprogramme sehr gut in den Alltag von Kindertagesstätten implementieren lassen. Darüber hinaus lassen sich bei den Kindern signifikante gesundheitsfördernde Effekte durch solche Programme nachweisen.