21. Jahrestagung des Arbeitskreises Sportökonomie vom 30.06.-01.07.2017 in Düsseldorf

Die Bedeutung der Sportökonomie für die (Regional-)Entwicklung des Sports

Gastgeber der Tagung war die IST-Hochschule für Management in Düsseldorf mit dem Präsidenten Dr. Hans Ulrich und dem Tagungsleiter Prof. Dr. Gerhard Nowak, Dekan des Fachbereiches „Sport & Management“. Der Arbeitskreis Sportökonomie wird 2017 zwanzig Jahre alt. Zu diesem Anlass blickte man bei der 21. Jahrestagung der Vereinigung auch auf zurückliegenden zwei Dekaden. Dies erfolgte zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung in einem Dreiergespräch zwischen Prof. Dr. Horst Schellhaas, Prof. Dr. Heinz-Dieter Horch und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Prof. Dr. Martin-Peter Büch. Insbesondere erinnerte man daran, dass bei der Gründung des Arbeitskreises keine großen Elogen gemacht wurden, denn mit Ökonomie und Wirtschaft hatte der Sport nichts zu tun, was er durch falsche ökonomische Anreize - gerne unfreiwillig - bestätigte. Dazu muss man anmerken, das von Beginn an die ständig steigende Professionalisierung des Sports eine Kommerzialisierung des Sports nach sich ziehen musste. Die Entwicklung ausgewählter Sportarten belegen diese Aussage wie die Manipulationen im Sport – von sportlichen Wettkämpfen.

Nach zwanzig Jahren ist der Arbeitskreis für Sportökonomie zur mitgliederstärksten Organisation der Sportökonomen weltweit herangewachsen.

Die Eröffnung der Tagung erfolgt durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Thomas Geisel, der zeitgleich Gastgeber des „Grand Departs“ der Tour de France 2017 war. Die Tagungsteilnehmer waren zu allen Side-Events und zur 1. Etappe eingeladen und konnten sich so ein persönliches Bild von der praktischen Seite des Tagungsthemas machen. Dieses lautete: „Die Bedeutung der Sportökonomie für die (Regional-) Entwicklung des Sports“.

Die über 50 eingegangenen Abstracts wurden von einem wissenschaftlichen Komitee unter der Leitung von Professor Markus Kurscheidt von der Universität Bayreuth so zu einem Programm verdichtet, dass in drei großen, mehrzügigen, parallel organisierten Sitzungen Fragen und Probleme der Sportökonomik erörtert und diskutiert werden konnten.

Die Förderung von Sport führt auch zu monetären und nichtmonetären Erträgen in anderen Wirtschaftszweigen. Insbesondere das Gastgewerbe und der Tourismus profitieren von sportlichen Aktivitäten bzw. Veranstaltungen. Darauf verwies die Präsentation von Jessica Janssen, Thomas Corinth: „Der Einfluss von Großsportveranstaltungen auf die Produkt- und Preispolitik lokaler Gastronomiebetriebe, dargestellt am Beispiel des Grand Départs 2017 in Düsseldorf“. Je nachdem wie „Sport affin“ sich eine Stadt oder Region versteht, hat dies auch Konsequenzen für die Stadt- bzw. Regionalentwicklung. Darauf verwies Michael Horn in seinem Beitrag „Die ökonomische Bedeutung des Hockenheimrings für die Stadt und die Region Hockenheim“. Diese Positionierung einer Region steht dabei immer  im  Kontext  mit  benachbarten  Regionen und internationalen Standorten. Sport kann dazu beitragen, die Attraktivität einer Region als Lebens-, Wirtschafts- und Sportraum zu entwickeln bzw. zu prägen. Von daher ist es von Bedeutung, die Entwicklung des Sports und der Sportarten genau zu beobachten.

Allerdings steht dies stets im Zusammenhang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Sport ist ein zentrales Handlungsfeld kommunal- und regionalpolitischer Gestaltung. Darauf verwies Prof. Dr. Jürgen Schwark in seinem Beitrag „Kommunale Sportpolitik und Sportgroßveranstaltungen - der Tour de France Auftakt in Düsseldorf und Mönchengladbach 2017“. Die positiven und negativen Externalitäten des Sports, meritorischen Güter und Umwegrentabilitäten stellen Effektivitäts- und Effizienzprobleme bei der Steuerung der Beiträge des Sports zur Kommunal- und Regionalentwicklung dar.

Beispiele im internationalen Kontext boten u. a. die Beiträge „Effekte einer Mega-Sportveranstaltung auf das Image und die touristischen Aktivitäten eines Nicht-Ausrichterlandes – Das Beispiel Island und die UEFA EURO 2016“ (Sandy Adam, Olivia Wohlfart, Alexander Hodeck), „Erwartungen und Erfahrungen lateinamerikanischer Stakeholder an die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro“ (Luana Cristina Ferreira dos Santos, Alexander Hodeck, Gregor Hovemann), „Ski WM 2017: Nachhaltigkeit + Innovation = Vermächtnis“ (Jürg Stettler, Anna Wallebohr), „Reiseverhalten von Branded Fan Communities – Ein Beispiel des DFB Fanclub Nationalmannschaft in Hinblick auf die FIFA Weltmeisterschaft 2018 in Russland“ (Gerald Fritz).

Foto1: Prof. Ralf Brand im Gespräch mit den Teilnehmern des Doktoranden-Workshops, der von Prof. Dr. Lutz Thieme, Prof. Dr. Marie-Luise Klein und Dr. Stefan Walzel geleitet wurde.
Foto 2 (v.l.n.r.): Die Tagung wurde von Dekan Prof. Dr. Gerhard Nowak, Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel und Hochschul-Präsident Dr. Hans Ulrich eröffnet.

Foto: IST-Hochschule für Management

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