DOSB-Wissenschaftspreis

Stefanie Hüttermann von der DSHS Köln und Marcel Reinold (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) mit DOSB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Preisträger/innen des Wissenschaftspreises 2015/16

SPORTDEUTSCHLAND braucht die wissenschaftliche Begleitung mehr denn je“, sagte der DOSB-Präsident vor rund 100 Gästen aus Wissenschaft, Politik und Sport bei der Festakademie in den neuen Räumlichkeiten des DOSB in der Otto-Fleck-Schneise.
„Neben besonderen Projekten und aktuellen Themen ist der DOSB der Wissenschaft auch im Alltag sehr verbunden“, so Hörmann weiter. Er verwies dabei vor allem auch auf den Sportentwicklungsbericht, der sich in den letzten Jahren als DAS Instrument der wissenschaftlichen Sportpolitikberatung etabliert habe. Die Ergebnisse dieser bundesweiten Untersuchung seien wichtiger Bestandteil von Entscheidungs- und Organisationsentwicklungsprozessen sowie der politischen und strategischen Arbeit in den Verbänden.

Ebenso bedürfe es angesichts der weiter zunehmenden Leistungsdichte im internationalen Wettbewerb einer systematischen und nachhaltigen Entwicklung sportlicher Spitzenleistungen in Deutschland. „Diesem Ziel ist die Neustrukturierung der Leistungssportförderung verpflichtet, und hierbei spielt die wissenschaftliche Unterstützung eine wichtige Rolle“, bekräftigte der DOSB-Präsident.

Mit seinem Wissenschaftspreis zeichnet der DOSB herausragende sportwissenschaftliche Qualifikationsarbeiten aus und setzt die Tradition des Carl-Diem-Wettbewerbs fort, den der Deutsche Sportbund seit 1953 veranstaltet hat. Zum Wettbewerb 2015/2016 wurden insgesamt 29 Arbeiten aus unterschiedlichen Gebieten und Disziplinen der Sportwissenschaft eingereicht. Das Preis-Kuratorium unter Vorsitz von Professor Achim Conzelmann wählte insgesamt fünf Arbeiten für einen Preis aus. „Wir freuen uns, dass so eine hohe Zahl von hervorragenden Arbeiten eingereicht wurden“, sagte Conzelmann. Die eingereichten Arbeiten böten eine beeindruckende Leistungsschau der Sportwissenschaft, so Conzelmann weiter; sie zeigten ihr hohes Niveau und die weiterhin wachsende Vielfalt ihrer Themen und Methoden. Die thematische, theoretische und methodische Vielfalt und die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten spiegele den aktuellen Stand der Sportwissenschaft wider.

Wichtige Disziplin der Wissenschaft

Junior-Professorin Stefanie Hüttermann bekam für ihre Arbeit „Das Attention-Window-Modell – Eine Exploration verschiedener Einflussfaktoren auf die Größe und Form des visuellen Aufmerksamkeitsfokus im Sport“ einen der beiden ersten Preise. Die Praxisrelevanz ihre Forschung spiegelt sich in Kooperationen mit diversen deutschen und europäischen Sportverbänden wieder. Darüber hinaus kann Stefanie Hüttermann die eigene Erfahrung einer professionellen Beach- und Hallenvolleyball-Karriere einbringen. Marcel Reinold wurde für seine Dissertation „Doping erschaffen – Eine Geschichte der Anti-Doping-Politik“ ebenfalls mit dem ersten Preis bedacht. Das hoch aktuelle Thema des sozialen Problems Doping und die Möglichkeiten und Grenzen einer Anti-Doping-Politik sind schon vielfach bearbeitet worden. Gleichwohl gelingt Marcel Reinold mit seiner Dissertation eine neue Perspektive auf die historische Entwicklung und die gesellschaftlichen Hintergründe der Dopingbekämpfung.

Den zweiten Preis bekam Mirko Wegner (Humboldt-Universität Berlin/Erlebens-, Verhaltens- und neurobiologische Korrelaten implizierter Motive im Sport). Preis Nummer drei ging an Nadine Wachsmuth (Universität Bayreuth/Einfluss von Eisenhaushalt und Hypoxie auf die Hämoglobinmenge) sowie an Pamela Wicker (Deutsche Sporthochschule Köln/Finanzierung von Sportvereinen).

Zuvor hatte Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, in seinem Grußwort ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Sportwissenschaft eine wichtige Disziplin der Wissenschaft sei. „Sport ist Teil unserer Kultur“, sagte der Minister bei der feierlichen Verleihung der Preise in Frankfurt, „Sport ist mehr als Freizeitbeschäftigung, deshalb muss er wissenschaftlich erforscht werden.“ Auch Gudrun Doll-Tepper, Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung im DOSB, unterstrich, dass die Sportwissenschaft unter dem Dach des DOSB eine äußerst wichtige Rolle einnehme. Das begrüßte der Kuratoriumsvorsitzende Achim Conzelmann, der sich beim DOSB für die Unterstützung der Sportwissenschaft bedankte: „Sonst stünde sie nicht da wo sie steht“, sagte Conzelmann, „aber dem DOSB gehen auch die Fragen nicht aus. Ich bin zuversichtlich dass die Allianz DOSB - Sportwissenschaft weiter so bestehen bleibt.“

Engere Einbindung des „Systems Sportverein“

Neben Universitäten und Universitäts-Sportinstituten fördere der DOSB die Zusammenarbeit von Sport und Wissenschaft insbesondere durch wissenschaftliche oder wissenschaftsnahe Einrichtungen wie die Trainer- und der Führungs-Akademie in Köln, der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte in Berlin und dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. In diesem Zusammenhang erwähnte er nicht nur das Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Bonn, sondern auch und vor allem die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) und die vielen sportwissenschaftlichen Hochschulinstitute. „Der dvs und den Instituten bin ich für die kritische und vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr dankbar“, sagte Hörmann.

Ein weiterer wichtiger Punkt für den DOSB im wissenschaftlichen Bereich ist die Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg im „Berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Sportwissenschaft“. Durch dieses universitäre Studium eröffnen sich Menschen, die sich im Sport engagieren und im Besitz von DOSB-Lizenzen sind, neue berufliche Perspektiven im Arbeitsmarkt Sport.
Darüber hinaus hatte DOSB-Präsident Hörmann auch noch Wünsche formuliert: „Wir wünschen uns an dieser Stelle eine noch engere Einbindung des „Systems Sportverein“, um das uns ja die ganze Welt beneidet, in die sportwissenschaftliche Forschung“, sagte Hörmann, „es gibt noch viele Fragen, die sich aus der einzigartigen Vereinswelt in SPORTDEUTSCHLAND ergeben; es gibt noch viel zu entdecken.“

Quelle: DOSB

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