Neuerscheinungen 41 (02.04.2010)

Josef Wiemeyer, Arnold Baca & Martin Lames (Hrsg.): Sportinformatik - gestern, heute, morgen. Festschrift zu Ehren von Prof. Dr. Jürgen Perl. (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 198; Gelebte Sportwissenschaft, 4). Hamburg: Czwalina 2010, 192 S., ISBN 978-3-88020-548-2, 20,00 EUR

Dieser Band ist Jürgen Perl als Festschrift anlässlich seiner Emeritierung im Jahre 2010 gewidmet. Die drei Herausgeber sind in ganz spezifischer und vielfältiger Weise mit Jürgen Perl verbunden, als ehemaliger Schüler oder später hinzugekommene Weggefährten auf nationaler und internationaler Ebene, als Projektpartner, Gutachter oder Mitglieder nationaler und internationaler wissenschaftlicher Organisationen. Mit der Festschrift verfolgen die Herausgeber zwei Ziele: Erstens sollen die herausragenden Verdienste von Jürgen Perl für die nationale und internationale Entwicklung der Sportinformatik gewürdigt werden. Zweitens wird auch die aktuelle Situation der Sportinformatik in den Blick genommen. Diese "Momentaufnahme" soll nicht nur eine Bestandsaufnahme sein, sondern - entsprechend dem immer vorausschauenden Denken von Jürgen Perl - auch in die Zukunft verweisen. In der Festschrift finden sich Beiträge ganz unterschiedlicher Couleur: von persönlichen und offiziellen Würdigungen über wissenschaftsphilosophische Reflexionen und Überblicksbeiträge bis hin zu konkreten Projektberichten.

Metin Tolan: So werden wir Weltmeister. Die Physik des Fußballspiels. München: Piper 2010, 368 S., ISBN 978-3-492-05355-6, 16,95 EUR

"So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere." Was Lukas Podolski nach der WM-Halbfinalniederlage 2006 gegen Italien zerknirscht bekannte, kann der Dortmunder Physikprofessor Metin Tolan beweisen: Fußball ist der ungerechteste Sport der Welt. Würden sich auf dem grönen Rasen nämlich je elf Physiker begegnen, wäre Schluss mit falschen Abseitsentscheidungen, Bananenflanken ins Aus und schlecht positionierter Abwehr. Denn die Physik kann, was Netzer und Co. nur versuchen: Fußball erklären. Wer hätte gedacht, dass im Elfmeterschießen die Reihenfolge der Schützen entscheidend ist? Und wer wagt vom Wembley-Tor 1966 zu behaupten: "Der könnte drin gewesen sein"? In fünf großen Kapiteln (Die Regeln, Wahrscheinlichkeit und Statistik, Die Mechanik des Fußballspiels, Schalke 05 und der kleine Unterschied, So werden wir Weltmeister!) lüftet der Autor zum WM-Jahr 2010 absolut unbestechlich alle Geheimnisse rund ums runde Leder - quasi die Erfolgsformel für den Weltmeistertitel. Mit Physik zum Pokal: So einfach kann Fußball sein.

Horst Lutz: Besser Fußball spielen mit Life Kinetik.
München: BLV 2010, 144 S., ISBN 978-3-8354-0584-4, 16,95 EUR

In der Wettkampfsituation müssen unter Druck eine Fälle von Wahrnehmungen miteinander abgeglichen und in eine flexible Körperbeherrschung umgesetzt werden. Die Methode, die sensorischen Input, Bewegungsabläufe und kognitive Prozesse optimal integriert, heiüt Life Kinetik und ist das offene Erfolgsgeheimnis von vielen Spitzensportlern. Mit dem vorliegenden Werk macht der Autor und Entwickler von Life Kinetik dieses einzigartige Gehirn- und Bewegungstraining jetzt auch für den Fußballsport nutzbar. Life Kinetik ist ein umfassender Trainingsansatz, der nicht nur fußballerische Grundfähigkeiten wie Technik, Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit integriert, sondern auch die Wahrnehmungs-, Koordinations- und Entscheidungsprozesse beschleunigt. Was etwa passiert, wenn wir beim Dribbling mit dem Fußball zusätzlich kleine Bälle zwischen den Händen jonglieren? Durch die Vernetzung von motorischen, koordinativen und mentalen Lerninhalten entstehen neue Nervenverbindungen im Gehirn. Das Ergebnis: Spielsituationen werden schnell und richtig erfasst und die richtige Fußballtechnik kann variabel und vor allem erfolgsorientiert eingesetzt werden. Wie wichtig es ist, die richtige Entscheidung zu treffen und wie Life Kinetik sie dabei unterstützt, erzählen zahlreiche Fußball-Profis und Trainer und berichten über ihre Erfahrungen mit diesem einzigartigen Trainingskonzept. Das Praxisbuch mit einer Fälle von didaktisch überzeugenden und klug strukturierten Übungen macht Spaß und zeigt eine überzeugende Methode, um besser und erfolgreicher Fußball zu spielen.

David Brenner: Neues aus der Fankurve: Wie Ultras und andere Fangruppierungen die Fankultur verändern. Marburg: Tectum 2009, 162 S., ISBN 978-3-8288-9916-2, 24,90 EUR

Der Ball bleibt rund, doch Fankurve ist längst nicht mehr gleich Fankurve. Gerade die Vielfalt ihrer Subkulturen zeichnet Fußballfans heute aus. Kutten, Hooligans, Ultras, Supporter oder kritische Fans schon die Namen für verschiedene Gruppierungen zeugen von den vielen Gesichtern der Fankultur. Der Autor untersucht den Wandel der deutschen Fanszene sowohl in seinem historischen Verlauf als auch in seiner soziologischen Dimension. Insbesondere thematisiert er die Kommerzialisierung des professionellen Fußballsports und die seit den 1980er Jahren zunehmenden und verfeinerten Ordnungsmaßnahmen im Umfeld von Fußballspielen als maßgebliche Faktoren für die Veränderungen der Fanszene. Die Fangemeinde von Eintracht Frankfurt gilt seit langem als Vorreiter neuer Entwicklungen und wird deshalb exemplarisch besonders hervorgehoben. Mit einer der stilbildenden deutschen Ultra-Szenen, einer aktiven Fanklubszene und der großen Fan & Förder-Abteilung stellt diese Fanszene ein brisantes, aber auch neue Erkenntnisse versprechendes Forschungsfeld dar. Zahlreiche Experteninterviews präsentieren deshalb sowohl ein lebendiges Bild dieser Fanszene wie auch deren historische und aktuelle Wandlungstendenzen.

Helmut Digel, Ansgar Thiel, Robert Schreiner & Sven Waigel: Berufsfeld Trainer im Spitzensport. (Reihe Sportsoziologie, 18). Schorndorf: Hofmann 2010, 340 S., ISBN 978-3-7780-3395-1,
34,90 EUR

Spitzentrainer stehen heute mehr denn je im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dies macht den Trainerberuf nicht leichter. "Wenn man erfolgreich war, hat man alles richtig gemacht", so ein Bundestrainer. Fehlt aber der sportliche Erfolg der Athleten und Mannschaften, dann stehen insbesondere auch die Trainer am Pranger. Erfolgsdruck ist nicht das einzige Problem, vor dem Berufstrainer heute stehen. Die beruflichen Positionen sind häufig instabil. Die Besetzungen von Trainerstellen wechseln in manchen Sportarten außerordentlich schnell. Trainer müssen sich um weit mehr kümmern als nur um die sportliche Leistungsfähigkeit der Athleten, haben gleichzeitig aber nur selten eine angemessene Position in der Hierarchie der Sportorganisation. Auch die Gehälter der Trainer im deutschen Spitzensport sind im Durchschnitt wesentlich schlechter als dies die in den Medien gefeierten Spitzenverdiener suggerieren. Das vorliegende Buch setzt sich mit dem Berufsfeld des Trainers im Spitzensport auseinander. Es enthält die wichtigsten Daten der bislang umfassendsten Analyse der Arbeits- und Anstellungsbedingungen sowie der Karrierewege von Trainern im deutschen Spitzensport.

Veit Wank & Hendrik Heger (Hrsg.): Biomechanik - Grundlagenforschung und Anwendung. Symposium der dvs-Sektion Biomechanik vom 3.-4. April 2009 in Tübingen. (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 197). Hamburg: Czwalina 2010, 280 S., ISBN 978-3-88020-547-5, 30,00 EUR

Im vorliegenden Band sind jene Beiträge zusammengefasst, die in Form von Vorträgen oder Postern im April 2009 auf dem 8. Symposium der Sektion Biomechanik der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft am Institut für Sportwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen präsentiert wurden. Die Themen der innovativen und überwiegend interdisziplinär angelegten Beiträge reichen dabei von der klassischen Biomechanik der Sportarten über die Muskelleistungsdiagnostik mit Kraftmessplätzen und Muskel-Skelett-Modellen bis hin zur Simulation von sportlichen Bewegungen auf der Basis von Mehrkörperdynamik.

Andreas Wagner, Sebastian Mühlenhoff & Dennis Sandig: Krafttraining im Radsport. Methoden und Übungen zur Leistungssteigerung und Prävention. München: Elsevier/Urban & Fischer 2010, 256 S., ISBN 978-3-437-48590-9, 33,95 EUR

Das Trainieren der Muskelkraft stellt eine wichtige Leistungsreserve für Ausdauerathleten dar, besonders wenn ein Steigern der Trainingsumfänge zeitlich und trainingsmethodisch nicht mehr möglich ist. Auf dem Sportgerät Rad allein kann die Muskelkraft nicht effektiv trainiert werden. Es bedarf eines zusätzlichen und systematisch betriebenen Krafttrainings. Das vorliegende Werk erklärt alles, was man dazu wissen muss. Im theoretischen Teil werden die physiologischen Zusammenhänge und theoretischen Hintergründe erläutert, etablierte Trainingsmethoden kritisch hinterfragt und neue Ansätze für ein erfolgreiches Krafttraining im Radsport, vor allem zu Leistungssteigerung und Prävention, vorgestellt. Der ausführliche Praxisteil gibt wertvolle Tipps und konkrete Ratschläge zum Planen und Durchführen eines Krafttrainings, stellt die wichtigsten Übungen ausführlich in Wort und Bild dar und erläutert Testverfahren zum Bestimmen der Leistungsfähigkeit und -entwicklung. Das Buch stellt somit ein anschauliches Nachschlagewerk für Trainer, Mediziner, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler, Studenten und aktive Radsportler dar.

Matthias Obinger: Der Zusammenhang zwischen motorischer Leistungsfähigkeit und körperlicher Aktivität bei drei- bis fünfjährigen Kleingartenkindern im Quer- und Längsschnitt.
Eine empirische Untersuchung im Rahmen der PAKT-Studie. (Würzburger Beiträge zur Sportwissenschaft, 2). Göttingen: Cuvillier 2009, 156 S., ISBN 978-3-86955-194-4, 23,00 EUR

Berichte über den aktuellen Gesundheitszustand, die motorische Leistungsfähigkeit sowie die körperliche Aktivität von Kindern stehen vermehrt im Fokus öffentlichen Interesses und geben Anlass zur Sorge. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass die körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen im Zeitvergleich abgenommen hat. Auch kann bereits im Kindergartenalter eine Zunahme von Übergewicht und Adipositas beobachtet werden. Es mehren sich Hinweise, wonach diese Entwicklungen zumindest zum Teil in einer Abnahme der körperlichen Aktivität der Kinder bzw. in einer zu einseitigen motorischen Erfahrungen begründet liegen. Das Hauptziel dieser Untersuchung bestand darin Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität und ausgewählten, validen sportmotorischen Tests zu beschreiben. Studienergebnisse zeigen, dass eine hohe sportliche Aktivität zumindest im Jugend- und Erwachsenenalter mit guter motorischer Leistungsfähigkeit assoziiert ist. Dieser Zusammenhang ist im Kindergartenalter jedoch nur partiell belegt und weitestgehend unklar.

Klaus Willimczik: Sportwissenschaft interdisziplinär - Ein wissenschaftstheoretischer Dialog. Band 3: Forschungsmethodik und Verantwortung in der Sportwissenschaft. Hamburg: Czwalina 2010, 256 S., ISBN 978-3-88020-390-7, 30,00 EUR

Voraussetzung für die Anerkennung einer Wissenschaft als Wissenschaft sind traditionellerweise neben einer bedeutenden Geschichte und der Institutionalisierung vor allem ein eigenständiger Gegenstandsbereich, spezifische Forschungsmethoden und eine Systematik von Erkenntnissen (Theorien) sowie die Verantwortung. Im Zentrum des jetzt erschienenen Bandes 3 von "Sportwissenschaft Interdisziplinär" stehen die Forschungsmethodik, wie sie in den Teildisziplinen und in der integrativen Sportwissenschaft vorzufinden ist, sowie die Ethikfrage in der Sportwissenschaft. Für die interdisziplinäre Sportwissenschaft relevante Fragen der Forschungsmethodik sind die Inbeziehungssetzung von unterschiedlichen Forschungsansätzen, insbesondere der Geisteswissenschaften und der Erfahrungswissenschaften, sowie eine mögliche sportwissenschaftliche Spezifik. Das Kapitel 'Verantwortung' umreißt die historische Dimension der Verantwortungsdiskussion für die (Sport-)Wissenschaft, bietet eine Systematik von Verantwortungsaspekten und interpretiert die 'Berufsethischen Grundsätze für Sportwissenschaftler/innen' unter dem historischen und systematischen Verantwortungsaspekt. Das Buch ist als Dialog geschrieben. Diese Darstellungsform entspricht der wissenschaftlichen Grundeinstellung des Autors. Sie erlaubt es ihm, dort, wo es notwendig ist, unterschiedliche Grundpositionen nebeneinander stehen zu lassen und nicht den Anspruch von 'Letztwahrheiten' zu erheben. Außerdem ermöglicht die Dialogform eine gewisse didaktische Aufbereitung der differenzierten Materie. Und schließlich lockert der Dialog der drei engagierten, sehr unterschiedlich sozialisierten und wissenschaftlich arbeitenden Sportwissenschaftler den nicht immer einfachen philosophischen Diskurs auf.

Internationaler Ski-Verband & Marc-Hodler-Stiftung (Hrsg.):
Zur Nachhaltigkeit des Schneesports. 3. FIS Forum Mainau.
Oberhofen: FIS, 224 S., ISBN 978-3-9811958-1-1, 25,00 EUR
(Bezug über www.ski-online.de)

Die Beiträge, die auf dem 3. Forum des Internationalen Skiverbandes im September 2008 auf der Insel Mainau gehalten wurden, liegen jetzt zusammengefasst als Buch vor. In dem Band sind die Schriftfassungen der Vorträge, u.a. von Ralf Roth, Christoph Schneider und Walter Hofer, die Diskussionen der Vorträge sowie das Mainauer Manifest und die Umwelt-Leitlinien für Bewerber um FIS Weltmeisterschaften enthalten.

Jörg Birkel & Marie-Astrid Becher: Triathlon für Einsteiger.
München: BLV 2010, 160 S., ISBN 978-3-8354-0602-5, 16,95 EUR

Triathlon hat sein Image als Tummelplatz von egoistischen Verrückten ohne Privatleben abgelegt. Immer mehr Breitensportler entdecken den Reiz des Allround-Sports mit dem ultimativen Fitness-Kick. Die Kombination der drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen ist echte Herausforderung, die eigenen Grenzen zu entdecken und zu verschieben. Für alle, die diese Herausforderung annehmen wollen, haben die Autoren das vorliegende Werk zu Vorbereitung auf die immer beliebter werdenden Jedermann-Triathlon- Rennen ausgerichtet: bis zu 500 Meter Schwimmen, maximal 20 Kilometer auf dem Rad und höchstens 5 Kilometer Laufen sind zwar für Einsteiger nicht sofort zu bewältigen, aber mit der richtigen Motivation und dem nötigen Know-How zu schaffen. Das anregend bebilderte Buch ist hier ein guter Begleiter auf dem Weg zum ersten Triathlon. Man erfährt alles über Technik und Taktik bei den drei Disziplinen und auch auf die "vierte Disziplin", nämlich den Wechsel, wird ausführlich eingegangen. Für die individuell anpassbaren Trainingspläne gaben Top-Athleten wertvolle Tipps. Auch das Thema Motivation wird eingehend behandelt: Wie der "innere Schweinehund" überwunden und das Umfeld optimal miteinbezogen werden kann, zeigt dieses Buch. Profitipps für spezielles Kraft- oder Lauftraining, für optimale Pausen und Regeneration und natürlich für die richtige Ernährung sind ebenso dabei wie ein eigenes Kapitel für die Vorbereitung auf den ersten Wettkampf.

Ute Kern: Schulsport - Entwicklungen und Tendenzen. Eine Bestandsaufnahme anhand von Unterrichtsversuchen. Schorndorf: Hofmann 2010, 192 S., ISBN 978-3-7780-8660-5, 18,00 EUR

In diesem Buch soll gezeigt werden, wie sich der Schulsport gegenwärtig aus der Sicht der Praxis darstellt. Dabei wird auch den Entwicklungen und Umbrüchen nachgegangen, die vom traditionellen "Sportartenkonzept" der Lehrpläne bis hin zu den neueren "Bildungsstandards" gefährt haben. Die Darstellung beruht auf der Auswertung von dokumentierten Unterrichtsversuchen im Rahmen von Examensarbeiten, ergänzt durch die Erfahrungen aus mehr als 20-jähriger Tätigkeit in der zweiten Phase der Sportlehrerausbildung.

Ina Hunger & Renate Zimmer (Hrsg.): Bildungschancen durch Bewegung - von früher Kindheit an! Hofmann: Schorndorf 2010,
368 S., ISBN 978-3-7780-8620-9, 21,90 EUR

Bewegung birgt vielfältige Chancen für das Kind. In der aktiven Erkundung der Umgebung, dem selbstständigen Ausprobieren von Bewegungsmöglichkeiten und der bewegungsintensiven Auseinandersetzung mit Mitmenschen oder Gegenständen macht das Kind sinnliche, emotionale, soziale, materiale Erfahrungen. Es lernt in seiner Bewegungstätigkeit etwas über die Welt, sich selbst und andere. Den Kindern diese Bewegungs- und damit auch Bildungschancen zu ermöglichen und diese pädagogisch sinnvoll zu nutzen - und zwar von früher Kindheit an - das ist die übergeordnete Botschaft dieses Buches mit Beiträgen vom 6. Osnabrücker Kongress im Frühjahr 2009 zum Thema "Bewegte Kindheit". Es werden u.a. Theorien zum Zusammenhang zwischen Bewegung, Bildung und Sprache erörtert, entwicklungspsychologische Grundannahmen zur kindlichen Bewegungstätigkeit dargelegt, pädagogische Möglichkeiten zur Bewegungsförderung diskutiert und vielfältige Spiel- und Bewegungsideen für die Praxis dargestellt.

Manfred Betz & Kuno Hottenrott (Hrsg.): Training und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Beiträge zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ferdinand Klimt. (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 196; Gelebte Sportwissenschaft, 3). Hamburg: Czwalina 2010, 256 S., ISBN 978-3-88020-540-6, 30,00 EUR

Kinder sind keine verkleinerten Abbilder der Erwachsenen. Aus dieser Erkenntnis heraus leitet sich die Notwendigkeit ab, die spezifischen Grundlagen der Leistungsentwicklung und Belastbarkeit von Kindern und Jugendlichen differenziert zu erforschen. Aus dieser Forschungsperspektive entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten die Pädiatrische Sportmedizin. Ein Pionier dieses Bereichs war der Pädiater und Sportmediziner Prof. Dr. Dr. Ferdinand Klimt, dem das vorliegende Buch gewidmet ist. Die wichtigsten Fragestellungen der aktuellen sportpädiatrischen Forschung ergeben sich aus den Extremen unserer Zeit: Auf der einen Seite ist es notwendig, vor dem Hintergrund steigender Zivilisationskrankheiten die körperliche Aktivität so früh wie möglich zu fördern. Auf der anderen Seite muss sichergestellt werden, dass im Leistungssport die Grenzen der Belastbarkeit von Kindern und Jugendlichen nicht überschritten werden. Dazu soll das vorliegende Buch einen Beitrag leisten, in dem zahlreiche neue Erkenntnisse über Training und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen dargestellt werden.

Heinrich Gundlach: Fitnessgeräte: Technik, Training, Varianten. Marburg: Tectum 2010, 400 S., ISBN 978-3-8288-2172-9, 34,90 EUR

Über 400 Skelettmuskeln halten den gesunden Menschen durch Zusammenziehen und Erschlaffen in Bewegung. Etwa 40 Prozent der männlichen und 35 Prozent der weiblichen Körpermasse bestehen aus Muskeln. Dieser Anteil kann allerdings stark verringert sein, wenn die Muskulatur nicht ausreichend beansprucht wird. Speziell konstruierte Trainingsgeräte für den Fitnesssport setzen den Übungsbewegungen einen variierbaren Widerstand entgegen und helfen so, Muskeln effektiv zu kräftigen sowie Kreislauf und Stoffwechsel anzuregen und zu stärken. Die Vielfalt der Krafttrainingsgeräte ist deshalb keine Modeerscheinung. Die unterschiedlichen Muskelgruppen werden damit jeweils gezielt beansprucht. Eine gleichmäßige Belastung des ganzen Körpers wird so möglich. Typische Geräte für über 30 Übungsformen werden hier beschrieben. Hinzu kommen Ausdauergeräte, die auch auf engstem Raum Bewegungsabläufe wie Radfahren, Rudern, Steigen, Schreiten, Laufen und Skilaufen simulieren. Das Buch beschreibt verschiedene Widerstandserzeuger und die Ausstattung mit Steuerungs- und Daten-Elektronik. Gerade bei längerer Belastung ist diese für ein optimiertes Training von entscheidender Bedeutung, um Überlastungen ebenso wie Unterforderungen zu vermeiden. Hingewiesen wird auf Unterschiede zwischen Geräten für den Studiogebrauch und das Heimtraining.

Bernhard Bruggmann & Walter Bucher (Red.):
1009 Spiel- und Übungsformen im Fußball. 8., komplett überarbeitete Auflage Schorndorf: Hofmann 2010, 256 S.,
ISBN 978-3-7780-6298-2, 19,90 EUR

Was enthält die 8. Auflage von Neues? Sicherlich blieben viele der bewährten und erprobten Spiel- und Übungsformen erhalten. Doch das neue Layout, die Durchnummerierung von 1-1009, die aussagekräftige Namensgebung für alle Formen sowie die vielen zusätzlichen Anregungen und Varianten machen auch diese Neuauflage attraktiv.

Andreas Butz: Richtig trainieren für den Halbmarathon.
2. überarb. und erw. Auflage München: BLV 2010, 128 S.,
ISBN 978-3-8354-0617-9, 12,95 EUR

Immer mehr Fitness-Begeisterte ziehen den Halbmarathon der klassischen Distanz vor: niedrigerer Trainingsaufwand, kürzere Vorbereitungs- und Regenerationszeit und ein riesiges bundesweites Angebot an Läufen sind gute Argumente. Dabei heißt halbe Distanz nicht halbe Fitness! Denn um die Strecke durchzuhalten, muss man gezielt und hart trainieren und sich mindestens sechs bis neun Monate vorbereiten. Die vom Autor vorgestellte "Laufcampus-Methode" bietet ausführliche Trainingspläne von Null an: für den Laufanfänger, der seine Fitness steigern oder abnehmen will, für Laufbegeisterte mit Erfahrung und selbst für angehende Marathonläufer. Die Erfolgsmethode mixt Laufen in verschiedenen Tempobereichen und Distanzen, umfasst ausgeklügelte Regenerations- und Alternativtrainingseinheiten - so findet jeder die Abwechslung, die immer wieder zum Laufen motiviert sowie dem Körper neue Reize bietet. Auch bei wichtigen Voraussetzungen für erfolgreiches Lauftraining (Ernährung, Material) lässt das Buch den Läufer nicht im Stich. Außerdem zeigt das Buch die effektivsten Dehn- und Kräftigungsübungen, die zu einem abgerundeten Trainingsprogramm gehören und geschmeidig, gelenkig wie beweglich machen.

Julia Bracke: Lernzirkel Sport VI: Schwimmen lernen.
Kempen: BVK 2010, 80 S., ISBN 978-3-938458-62-4, 18,90 EUR

Der sechste Band der "Lernzirkel Sport" beschäftigt sich mit dem Schwimmenlernen. Vom ersten Wasserkontakt bis zur Technikschulung der Schwimmstile ist dieser Band ein systematisch aufgebautes, umfassendes Materialpaket rund um den Schwimmunterricht. Aufwändig illustrierte Karten mit detaillierten Aufgaben, Hinweise und Tipps zum Erlernen, Üben und Festigen von Bewegungsabläufen erleichtern die Arbeit. Sicherheitshinweise, Vorlagen für Elternbriefe und Urkunden für Schwimmprüfungen runden das Werk ab.