Neuerscheinungen 38 (21.12.2009)

Kuno Hottenrott, Olaf Hoos & Hans Dieter Esperer (Hrsg.): Herzfrequenzvariabilität: Risikodiagnostik, Stressanalyse, Belastungssteuerung. Internationales Symposium am 1. November 2008 in Halle (Saale). (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 192). Hamburg: Czwalina 2009, 238 S.,
ISBN 978-3-88020-534-5, 25,00 EUR

Das breite Forschungsspektrum zur Herzfrequenzvariabilität (HRV) hat sich in den letzten Jahren im Wesentlichen auf drei Themenfelder konzentriert. Im klinischen Bereich ist nach wie vor die Risikostratifizierung und Gesundheitsprognose mit Parametern der HRV von entscheidender Bedeutung. Daneben gewinnen klassische und nichtlineare HRV-Methoden in der kardiologischen Akut- und Rehabilitationsmedizin für die Prognose- und Leistungsobjektivierung zunehmend an Gewicht. Im Bereich von Stressmedizin und Psychophysiologie stößt das HRV-Biofeedback auf zunehmendes Interesse. Für die Sport- und Trainingswissenschaften wurden neue Methoden zur Leistungsdiagnostik und Belastungssteuerung entwickelt und in der Praxis evaluiert. So stand das 4. Internationale HRV-Symposium 2008 bewusst unter dem Zeichen der Integration von Grundlagenforschung, praxisrelevanten Ergebnissen und methodischen Aspekten. Die Beiträge im vorliegenden Symposiumsband leisten einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Vernetzung in der HRV-Forschung.

Markus Luksch: Tracers Blackbook. Geheimnisse der Parkour Technik. Bern: ParkourONE 2009, 132 S., ISBN 978-3-9523558-0-0, 29,95 EUR, Bezug über www.parkour-store.com

Parkour ist die Kunst der effizienten Fortbewegung über Hindernisse. In den 1980er Jahren in den Vororten von Paris entstanden, hat die Disziplin in den letzten Jahren weltweit tausende Anhänger gefunden. Vor allem im Internet verbreiten sich Videos von Traceuren (Parkour-Läufern), die scheinbar mühelos Hindernisse wie Mauern, Geländer und Felsen überwinden. Das von Sportwissenschaftler und Parkour-Trainer Markus Luksch geschriebene "Tracers Blackbook" erklärt Parkour-Techniken von Grund auf und bietet auch erfahrenen Parkour-Läufern hilfreiche Tipps. Ziel des Buches ist, ein umfassendes Verständnis der Parkour-Techniken zu fördern und einen hochwertigen und vielschichtigen Diskurs über Bewegung in der Parkour-Community voranzubringen. In der Einführung beschreibt der Autor drei wichtige Prinzipien des Parkour-Trainings: Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz. Anschließend geht er auf biomechanische und motorische Prozesse beim Parkour-Training ein. Diese werden mit Versuchen veranschaulicht, die der Leser selbst ausprobieren kann. Es folgt eine Analyse der güngigsten Techniken im Parkour, die mit Fotocollagen hervorragend illustriert ist. Die Beschreibung der Bewegungsabläufe beinhaltet zudem viele Tipps, wie Parkour-Techniken noch effizienter durchgeführt werden können. Aktuelle Infos und Reviews zum Buch sind auch unter www.parkourone.net zu finden.

Jürgen Baur, Klaus Bös, Achim Conzelmann & Roland Singer (Hrsg.): Handbuch Motorische Entwicklung (Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, 106). 2., komplett überarbeitete Auflage Schorndorf: Hofmann 2009, 464 S., ISBN 978-3-7780-1562-9,
34,90 EUR

Seit dem Erscheinen der ersten Auflage im Jahre 1994 hat sich das Handbuch "Motorische Entwicklung", in dem die Veränderung der Motorik über die Lebensspanne aus einer interdisziplinären Perspektive umfassend behandelt wird, zu einem Klassiker der sportwissenschaftlichen Literatur entwickelt. Für die nun vorliegende 2. Auflage wurde das Handbuch vollständig überarbeitet und erweitert. In 21 Einzelbeiträgen stellen 22 Autorinnen und Autoren den aktuellen Stand der Forschung zur motorischen Entwicklung zusammen. Der Band richtet sich v. a. an Sportwissenschaftler/innen, Studierende der Sportwissenschaft, aber auch an Leserkreise aus den Gebieten der Medizin und Psychologie.

Oliver Stoll & Heiko Ziemainz: Mentaltraining im Langstreckenlauf. (Mentaltraining im Sport, 3). 4. Auflage Hamburg: Czwalina 2009, 100 S., ISBN 978-3-88020-535-2, 12,50 EUR

Nicht nur im Hochleistungssport, sondern auch im wettkampforientierten Breitensport werden die psychischen Fähigkeiten zunehmend zum entscheidenden Faktor über Sieg oder Niederlage. Faktoren wie die Einstellung zu sich selbst und zum Wettkampf, Angst vor Misserfolg, der effiziente Umgang mit Enttäuschungen, die erfolgreiche Bewältigung von im Wettkampf auftretenden, kritischen Situationen und das Vermeiden von Konzentrationsverlusten im entscheidenden Augenblick spielen eine große Rolle. Selbstwertverluste und Motivationsprobleme wirken sich negativ auf den Trainingsprozess aus. Wer seine Leistungsbereitschaft im Training und seine Leistung im Wettkampf beeinflussen will, muss über das notwendige "psychische Rüstzeug" verfügen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen. Mit speziellem Fokus auf den Langstreckenlauf (vom 5.000 Meter-Lauf bis zum Ultramarathon) werden in diesem Buch ausgewählte sportpsychologische Trainingsformen vorgestellt, die Trainer und Athleten dabei unterstützen, die Leistungsfähigkeit zu optimieren. Die praktischen Beispiele helfen, mentale Trainingsverfahren in das Lauftraining sinnvoll einzubauen und im Wettkampf zur Optimierung der Handlungskontrolle einzusetzen. Auch das scheinbar unbewusst gesteuerte Geschehen unterwegs im Wald, auf der Straße oder auf der Tartan-Bahn erweist sich somit als bewusstseinsfühig und somit trainierbar. Das Buch wurde für die vorliegende 4. Auflage vollständig überarbeitet.

Andreas Singler & Gerhard Treutlein: Doping im Spitzensport. Sportwissenschaftliche Analysen zur nationalen und internationalen Leistungsentwicklung (Teil 1). (Sportentwicklungen in Deutschland, 12). 5. Auflage Aachen: Meyer & Meyer 2010, 394 S., ISBN 978-3-89899-192-6, 18,95 EUR

Die Entwicklung sportlicher Spitzenleistungen hängt eng mit der Manipulation solcher Leistungen zusammen. Doping spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle, insbesondere seit der Einführung der anabolen Steroide in den Hochleistungssport. Während das Doping in der ehemaligen DDR aufgrund der vorgefundenen schriftlichen Materialien ausführlich dokumentiert werden konnte, stand eine ähnlich genaue Dokumentation des Dopings in Westdeutschland bis zum Erscheinen dieses Buches aus. Was anhand von Tendenzen in der Leistungsentwicklung vermutet werden kann, dass nämlich Anabolikadoping bereits zu einem relativ frühen Zeitpunkt eine wesentliche Rolle im internationalen Spitzensport spielte, kann durch die Untersuchung der Autoren auch für die frühere Bundesrepublik Deutschland bestätigt werden. Dabei ermöglicht z. B. die Befragung von mehr als 40 Zeitzeugen für die Leichtathletik ein exakteres und differenzierteres Bild der westdeutschen Dopinggeschichte als bisher. Dokumentiert werden aber nicht nur Leistungsentwicklungen und Doping, das Buch liefert auch eine Dokumentation der Dopingbekämpfung in der Bundesrepublik Deutschland.

Christoph Raschka & Marie-Louise Vogel: Herzsport. Erfolgreiche Bewegungsprogramme für stationäre und ambulante Gruppen. Wiebelsheim: Limpert 2009, 148 S., ISBN 978-3-7853-1789-1,
16,95 EUR

Herzsport bzw. Koronarsport ist eine von Fachmedizinern, Therapeuten und Krankenkassen empfohlene Bewegungstherapie, die immer noch viel zu selten von Menschen mit einer kardialen Erkrankung in Anspruch genommen wird. Im Theorieteil des Buches wird das Basiswissen über den Herzsport und damit die notwendige Sicherheit zum souveränen und kompetenten Umgang mit Koronarpatienten vermittelt. Im Praxisteil werden eine Vielzahl von bewährten und ausgewogenen Übungsbeispielen (Ausdauer, Kräftigung, Koordination, Spiele, Entspannung, Dehnen, Wassergymnastik) für eine erfolgreiche Durchführung von Herzsportstunden vorgestellt. Das Buch richtet sich primär an Übungsleiter von Koronarsportgruppen, Sport und Trainingswissenschaftler, Sportlehrer, Sporttherapeuten, Physiotherapeuten sowie Studierende der Sportwissenschaften, Physiotherapie, Pflegewissenschaften und Medizin, aber auch an interessierte Herzsportteilnehmer und ihre betreuenden Ärzte.

Roland Naul & Uwe Wick (Hrsg.): 20 Jahre dvs-Kommission Fußball. Herausforderung für den Fußballsport in Schule und Sportverein. 21. Jahrestagung der dvs-Kommission Fußball vom 22.-24. November 2007 in Kamen-Kaiserau (Beiträge und Analysen zum Fußballsport, XVI; Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 193). Hamburg: Czwalina 2009, 224 S., ISBN 978-3-88020-536-9, 25,00 EUR

Der vorliegende Band dokumentiert die 21. Fachtagung der dvs-Kommission Fußball, die vom 22. bis 24. November 2007 im SportCentrum Kamen-Kaiserau stattfand. Auf der Tagung konnte zugleich das 20-jährige Jubiläum der Kommission Fußball in der dvs gefeiert werden. Die zum Thema "Herausforderung für den Fußballsport in Schule und Sportverein" präsentierten Haupt- und Arbeitskreisreferate der Tagung sind in diesem Sammelband dokumentiert. In einem ersten Teil werden trainingswissenschaftliche Grundlagen für den Kinder- und Jugendfußball vorgestellt. Im zweiten Themenblock wurden Beiträge zusammengestellt, die die Analyse, Entwicklung und Bedeutung von Teamstrukturen im Fußball behandeln. Der dritte Teil des Sammelbandes rückt das Thema Schule, Unterricht und Sozialarbeit in den Mittelpunkt. Im vierten Teil werden verschiedene Beiträge zusammengefasst, deren Gemeinsamkeit in der Analyse des Fußballsports zwischen Theorie und Praxis liegt. Den letzten und fünften Teil des Bandes bildet die erstmals in dieser Form auf einer Jahrestagung durchgeführte "Disputa di calcio" mit ihren Statements zum Thema "Die Heidelberger Ballschule - diskutiert aus Sicht eines zeitgemäßen Fußballsports".

Claudia Kugelmann & Yvonne Weigelt-Schlesinger:
Mädchen spielen Fußball. Ein Lehrgang für Mädchen in Schule und Verein (Praxisideen, 39). Schorndorf: Hofmann 2009, 144 S.,
ISBN 978-3-7780-0391-6, 14,90 EUR

Die Frauenfußballweltmeisterschaft, 2011 in Deutschland, wird eine weitere Welle der Begeisterung für den Mädchen- und Frauenfußball hervorrufen. Im Hinblick auf dieses Großereignis ist es besonders wichtig, den Mädchen und jungen Frauen vielfältige Möglichkeiten zu eröffnen, an der spannenden Fußball-Welt teilzuhaben. Dieses Buch soll dazu beitragen, dass Mädchen sich für das Fußballspielen als gesellschaftliches Phänomen und wichtiges Thema der modernen Sportkultur interessieren. Spaß und Freude am Fußball müssen dabei immer im Mittelpunkt stehen, zahlreiche Spielideen und Übungsaufgaben werden dazu im vorliegenden Band vorgestellt.

Volker Döhring & Norbert Gissel: Sportunterricht planen und auswerten. Ein Praxisbuch für Lehrende und Studierende. Baltmannsweiler: Schneider 2009, 95 S., ISBN 978-3-8340-0638-7, 13,00 EUR

Eine sorgfältige Unterrichtsvorbereitung ist eine unerlässliche Voraussetzung für einen professionellen und qualitativ hochwertigen Sportunterricht. Der vorliegende Ratgeber erläutert die theoretischen Grundlagen und beinhaltet praxisorientiert ein Schema zur Unterrichtsplanung und -auswertung sowie umfangreiche Checklisten, in denen strukturiert eine Vielzahl von Fragestellungen für die Unterrichtsentscheidungen zusammengestellt sind. Das Buch unterscheidet sich vor allem in zwei Punkten von bisherigen Planungshilfen: 1. Sportunterricht wird als "erziehend" und "kompetenzorientiert" verstanden. Das Planungsmodell knüpft an entsprechende fachdidaktische Ansätze an und entwickelt hieraus entsprechende konstruktive Fragestellungen. 2. Das Planungsmodell berücksichtigt, dass sich Sportunterricht in vielerlei Hinsicht vom Geschehen im Klassenraum unterscheidet. Das Buch richtet sich an die Bedürfnisse von Berufsanfängern, indem der zwangsläufig komplexe Planungsprozess im Sinne eines Modells reduziert und strukturiert wird. Dieses didaktische Modell versteht sich nicht als normative Vorgabe, sondern im Sinne pädagogischer Professionalität als ein variables Schema, das Lehrkräften die Möglichkeit eröffnet, sich selbstreflexiv mit den Planungsvariablen auseinander zu setzen. Somit erhalten Studierende, Praktikanten/Innen und Referendare/Innen eine klare Hilfe für ihr Unterrichtsmanagement. Das Buch richtet sich aber auch an erfahrene Lehrende, die längst Routinen zur Komplexitätsreduktion gefunden haben und die sich eingehender mit der Thematik befassen wollen. Die Autoren haben dieses "Werkzeug" für Sportlehrende viele Jahre in der ersten universitären Ausbildungsphase und in zweiten Ausbildungsphase an Studienseminaren erfolgreich eingesetzt und erprobt sowie mit allen Beteiligten diskutiert und mehrfach evaluiert.

Wolfgang Schuster (Hrsg.): Du brauchst Bewegung! Sport zwischen Bildung, Bodykult, Doping und Wertevermittlung. Schorndorf: Hofmann 2009, 554 S., ISBN 978-3-7780-8630-8, 34,90 EUR

Um das Phänomen "Sport" in vielen Städten und Ländern Europas zu skizzieren, setzt das vorliegende Buch den Sport in Beziehung zu 16 Aufgabenfeldern. Der Sport ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Mit seiner Bedeutung für diese und ihre Entwicklung beschäftigen sich rund 60 Autoren. Was kann und sollte Sport im Kleinen vor Ort in den Städten und Gemeinden, aber auch im Großen, in der Beziehung der Nationen zueinander leisten? Welche Aufgaben und Herausforderungen leiten sich für den Sport aus der zunehmenden Individualisierung und sozialen Differenzierung, aus dem demografischen Wandel und aus der wachsenden Internationalität der Stadtgesellschaften ab? Wie kann der Sport das soziale Miteinander, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unseren Städten fördern? Welche Werte kann er vermitteln, die wir für ein friedliches, solidarisches und tolerantes Zusammenleben brauchen? Wie kann Sport dazu beitragen, dass möglichst alle am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen? Wie stark ist die Bedrohung für den Sport durch Doping? Welche Rolle spielen die Medien? Wie kann Sport die Chancen für ein aktiveres Alter erhöhen? Aus all diesen Themen entstand ein spannendes, konstruktiv kritisches wie bereicherndes Mosaik, das Sport in seiner Vielfalt, Breite und Spitze mit seinen Wirkungen und Werten für die Gesellschaft beschreibt.

Ingrid Bach (Red.): Skilauf und Snowboard in Lehre und Forschung (19). (Schriftenreihe der ASH, 19). Hamburg: Czwalina 2009, 158 S., ISBN 978-3-88020-541-3, 18,50 EUR

Die Beiträge in Band 19 der Schriftenreihe der "Arbeitsgemeinschaft Schneesport an Hochschulen" (ASH) spannen einen Bogen von theoretischen Abhandlungen zu grundlegenden bildungstheoretischen und sportpädagogischen Fragestellungen über trainingswissenschaftliche und historische Aspekte bis hin zu "hand outs", die für die praktische Arbeit des hier dokumentierten Seminars 2008 zur Verfügung gestellt wurden. Der Einstieg erfolgt mit einem komplexen "Raum-philosophischen" Beitrag von Elk Franke. Jutta Hannig setzt sich in ihrem Beitrag mit neuen Tendenzen in der Bildungspolitik und den Konsequenzen für die Lehramtsausbildung in Schneesportarten auseinander. In einem Anwendungsbeispiel ("Schneewerkstatt") weist sie nach, wie z. B. Sozialkompetenz mit dem Schwerpunkt Teamkompetenz kontext- und handlungsspezifisch erworben werden kann. Ergebnisse einer Befragung zur Schneesportausbildung an den deutschen Hochschulen präsentieren Swen Kunert, Ronald Burger und Friedemann Ott. Weitere Beiträge befassen sich mit speziellen Fragestellungen des Schneesports: Volker Schmalfuß stellt in seinem Beitrag die pädagogischen Chancen von Schneesportwochen an Schulen aber auch die damit verbundenen Probleme dar. Stefan Künzell beschreibt den Einstieg ins Skifahren mit Kurzski und geht dabei auch auf das Phänomen Angstentwicklung bei Anfängern ein. Herbert Haag beschäftigt sich in seinem Beitrag mit variablen Techniken und Vermittlungsmethoden und konzipiert ein Vermittlungskonzept für Anfänger und Fortgeschrittene, das die im alpinen Skilauf mögliche Bewegungsvielfalt und den besonderen Charakter der Sportart berücksichtigt. Ingrid Bach und Albert Gereke setzen sich der Bedeutung des Trainings der neuromuskulären Leistungsfähigkeit im alpinen Skilauf auseinander. In seinem Beitrag zum Schneesegeln (Snowsailing) gibt Arno Klien abschließend einen historischen Überblick über die Verbindung von Gleiten und Segeln. Umfassend und mit vielen Illustrationen und Bildern versehen stellt er die Entwicklung des Schneesegelns dar und berichtet von aberwitzigen Konstruktionen und wagemutigen Flug- und Gleitversuchen. Im Anhang finden sich die Folien der Beitragspräsentation und eine Übungssammlung von Volker Schmalfuß, Hinweise von Max Holzmann zu einer optimalen Steuertechnik und ein "Hand out" einer Fortbildung für Snowboardlehrkräften von Jörn Steffen.

Ulf Gebken & Nils Neuber (Hrsg.): Anerkennung als sportpädagogischer Begriff. (Jahrbuch Bewegungs- und Sportpädagogik, 8). Baltmannsweiler: Schneider 2009, 219 S.,
ISBN 978-3-8340-0666-0, 18,00 EUR

Vor dem Hintergrund der Bedeutung von Anerkennung für Identitätsbildungsprozesse in der Moderne hat sich in jüngerer Zeit eine Pädagogik der Anerkennung herausgebildet. Die Grundidee des Ansatzes besteht darin, eine Subjektbildung in Anerkennungsverhältnissen zu ermöglichen. Voraussetzung für die Gestaltung der eigenen Lebenspraxis ist das Erkennen von Unterschieden sozialer, kultureller oder geschlechtstypischer Art, das Anerkennen von Vielfalt. Das bedeutet nicht, dass sachbezogene Leistungsunterschiede negiert werden, sondern sie sind auf der Grundlage individueller Anstrengung zu würdigen. In diesem Sinne stellt sich eine anerkennungstheoretisch fundierte Pädagogik die Aufgabe, an einer Kultur der Anerkennung zu arbeiten, in der Schülerinnen und Schüler in ihrer Heterogenität wertgeschätzt werden, zugleich aber auch Rückmeldungen über ihre Leistungen erhalten. Der Sammelband bündelt wesentliche Beiträge zur Tagung der DGfE-Kommission Sportpädagogik, die im November 2008 in Münster stattfand. Zielsetzung der Tagung war es, das Anerkennungsthema im sportpädagogischen Kontext zu diskutieren. Im Rahmen der Hauptbeiträge wird das Thema aus allgemein pädagogischer und sportpädagogischer Perspektive bearbeitet. Weitere Beiträge orientieren sich an den zentralen Bezugsfeldern soziale Herkunft, ethnische Herkunft, Geschlecht und Bewegungsstatus. Insgesamt kreisen die Beiträge um die Frage, inwieweit die Anerkennungsthematik an bestehende sportpädagogische Theoriebestände, etwa zu Differenzierung, Leistung oder sozialem Lernen, anknüpfen kann oder aber neue theoretische Zugänge entwickelt werden müssen.

Roland Naul, Arnd Krüger & Werner Schmidt (Hrsg.): Kulturen des Jugendsports. Bildung, Erziehung und Gesundheit. (Schriftenreihe des Willibald Gebhardt Instituts, 13). Aachen: Meyer & Meyer 2009, 302 S., ISBN 978-3-89899-310-4, 23,95 EUR

In Teil I dieses Sammelbandes thematisiert A. Krüger die Olympische Erziehung im Spätwerk Coubertins und R. Naul und R. Geßmann fragen nach Zielen und Zielgruppen der Olympischen Erziehung. In Teil II beschreiben W.-D. Brettschneider, D. Hoffmann, R. Naul und A. Steinzen lokale Präventionsprojekte zur Gesundheitsförderung vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen bewegungsarmer Lebensstile von Kindern und Jugendlichen in Europa. D. Hoffmann und R. Naul stellen die Ergebnisse einer Pilotstudie zum grenzüberschreitenden WGI-Forschungsprojekt "Gesunde Kinder in gesunden Kommunen" vor. In Teil III zeigt R. Naul die historischen Grundlagen des Schulsports in Europa auf und präsentieren S. Geis, D. Hoffmann, R. Naul und U. Wick die Ergebnisse der Essener Pilotstudie zum aktuellen WGI-Forschungsprojekt "Evaluation der Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote an offenen Ganztagsgrundschulen in NRW". In Teil IV befasst sich W. Schmidt mit Kindheit und Sport im Ruhrgebiet. U. Wick thematisiert die Identitätsstiftung durch Sport im Ruhrgebiet und beschreibt die historische Entwicklung dieser besonderen Sportregion. Im abschließenden Teil V beschäftigen sich A. Höfer und U. Wick mit der Person Willibald Gebhardts und seines Wirkens aus Sicht der deutschen Sportwissenschaft. Rückblickend auf die Entwicklung des WGI beschreibt R. Naul im Zeitraffer kurz die zahlreichen Projekte und Studien des Instituts.

Axel Horn (Hrsg.): Körperkultur. Band 2. Schorndorf: Hofmann 2009, 210 S., ISBN 978-3-7780-8640-7, 19,90 EUR

Der Umgang mit dem Körper gewinnt immer mehr an Bedeutung, wird zum globalen Phänomen und bringt neue individuelle und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Einige dieser Herausforderungen werden hier aufgeworfen, beispielsweise die Frage nach der Integration von Menschen mit anderem Körper-Verständnis; nach der physischen und psychischen Gesundheit der zunehmenden Zahl übergewichtiger und adipöser Heranwachsender; nach der Bedeutung des Körpers angesichts der ethischen Begründung einer Begrenzung der Instrumentalisierung; Manipulierung und Verrohstofflichung des Körpers. Diese Problempunkte treffen unsere hochtechnisierte Leistungsgesellschaft ins Mark und verlangen nach Lösungen. Da es unbestritten ist, dass ein angemessener und sinnvoller Umgang mit dem Körper der Erziehung bedarf, fokussiert der zweite Band der "Körperkultur" zum einen erzieherische Möglichkeiten. Dabei geht es schwerpunktmäßig um didaktische Möglichkeiten einer Erziehung zur Körperkultur v. a. im Rahmen eines Bewegungs- und Sportunterrichts. Zum anderen werden Vorgehensweisen von Interventionen zu Verhaltensänderungen und Ergebnisse aktueller Studien aus dem Bereich der Gesundheitspsychologie in den Mittelpunkt gestellt.

Jürgen Weineck: Sportbiologie. 10. vollständig überarb. und erw. Auflage Balingen: Spitta 2009, 1.144 S., ISBN 978-3-938509-25-8, 59,80 EUR

Wie wirkt sich das Geschlecht auf den Sport aus? Welche Einschränkungen bringt das Alter mit sich? Wie beinträchtigen Umwelteinflüsse die sportliche Leistung? Diese und viele spannende Fragen mehr rund um das Thema biologische Faktoren im Sport beantwortet die "Sportbiologie". Das umfassende Werk behandelt in seinen Hauptteilen die Themenschwerpunkte: Anpassung als Grundvoraussetzung sportlichen Trainings; das Training der motorischen Hauptbeanspruchungsformen unter biologischen Gesichtspunkten wie Lebensalter (Jugend- bis Seniorensport) sowie Geschlecht. Dabei werden sowohl die Grundlagen trainingsbedingter Anpassungsprozesse vermittelt - Anpassung an Belastung, Hitze, Kälte, Wasser - als auch die Besonderheiten sportlicher Betätigung von Kindern und Heranwachsenden sowie von Frauen und älteren Menschen. Darüber hinaus erhält der Leser Informationen über sporthygienische Fragen wie Ernährung, Doping oder die Auswirkungen von Zigaretten- und Alkoholkonsum auf die sportliche Leistung. Die 10. Auflage wurde völlig überarbeitet und um über 200 Seiten ergänzt. Der Autor brachte alle Kapitel auf den neuesten Wissensstand. Hinzu kamen vertiefende Kapitel zu "Rauchen und Sport". Auch die Inhalte zum Thema "Dehnen" wurden stark erweitert. Die Thermoregulation wurde um die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft ergänzt. Kapitel zu chronischen Krankheiten im Bereich des Atmungssystems kamen hinzu. Das Werk wurde außerdem um Kapitel zum Altern der Organe im Zusammenhang mit Sport, zur Prävention der Osteoporose mit Hilfe von neuesten Methoden im Krafttraining sowie um Kapitel zu den Risikofaktoren degenerativer Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie z. B. Übergewicht) erweitert. Des Weiteren nahm der Autor verschiedene Sportarten wie Tauchen und das Übergangs- bzw. Kopplungstraining im Triathlon in sein Werk auf. Das Buch liefert somit nicht nur wichtige Informationen für Leistungssportler, sondern ist auch für Freizeit- und Gesundheitssportler, die sich über einzelne Sportarten und deren gesundheitsfördernde Begleitmaßnahmen informieren wollen, eine fundierte Wissensgrundlage.

Martin Giese: Sport- und Bewegungsunterricht mit Blinden und Sehbehinderten. Band 1: Theoretische Grundlagen - spezifische und adaptierte Sportarten. (Aktiv dabei, 18). Aachen: Meyer & Meyer 2010, 216 S., ISBN 978-3-89899-425-5, 18,95 EUR

Im ersten Teil werden pädagogische, ophtalmologische, soziologische und lerntheoretische Grundlagen diskutiert, um daraus didaktische Konsequenzen für einen sinnerfällten Sport- und Bewegungsunterricht mit Blinden und Sehbehinderten zu gewinnen. Entlang dieser didaktischen Rahmenleitlinien werden im zweiten Teil Möglichkeiten vorgestellt und diskutiert, wie klassische Bewegungsfelder bei Visuseinschränkung thematisiert werden können. Dabei wird jedes Bewegungsfeld (= Kapitel) durch eine knappe Beschreibung seiner Spezifik unter der Maßgabe der Zielgruppe eingeleitet. Dazu gehört auch eine kurze methodisch-didaktische Einführung in das Bewegungsfeld. Die weitere inhaltliche Ausgestaltung des Bewegungsfeldes im Sport- und Bewegungsunterricht wird dazu exemplarisch an einem oder mehreren Beispielen dargestellt, die in ihrem Charakter so konzipiert sind, dass praktisch tätige Kollegen daraus konkrete Anleitung für ihr sport- und bewegungspädagogisches Handeln gewinnen können. Das inhaltliche Themenspektrum ist dabei bewusst weit gefasst, um die real existierende thematische Vielfalt im Sport- und Bewegungsunterricht mit Blinden und Sehbehinderten nicht zu unterlaufen. Zur Sprache kommen dabei auch die in der Praxis virulenten Fragen nach der Benotung, nach Theorieanteilen (vor allem in der Oberstufe) und nach der inhaltlichen Integration von vom Sportunterricht befreiten Schülern. Der dritte Teil ist der Vorstellung und der methodisch-didaktischen Einführung in blindenspezifische Sportarten gewidmet.

Hendrik Beckmann & Peter Wastl (Hrsg.): Perspektiven für die Leichtathletik - Nachwuchsarbeit und Differenzielles Lehren und Lernen. Symposium der dvs-Kommission Leichtathletik vom 9.-10. Oktober 2008 in Mainz. (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 194). Hamburg: Czwalina 2009, 136 S., ISBN 978-3-88020-538-3, 15,00 EUR

In diesem Band ist die 9. Tagung der dvs-Kommission Leichtathletik vom 9.-10. Oktober 2008 in Mainz dokumentiert. Ausgangpunkt der thematischen Auseinandersetzung war, die Themen Nachwuchsleichtathletik und Differenzielles Lehren und Lernen in Theorie und Praxis aufzugreifen. Dabei konnten wichtige Ergebnisse, verbandspolitische Visionen und Impulse des DLV-Nachwuchskongresses "Leichtathletik mit Perspektiven" weitergegeben werden. Weiterhin wurde der Ansatz des Differenziellen Lehrens und Lernens einem breiten Publikum vorgestellt, dass sich neben Lehrenden an Hochschulen auch aus Trainern, Übungsleitern und Sportstudierenden zusammensetzte. Die Beiträge dieses Berichtsbandes stellen eine Auswahl an Vorträgen auf dem genannten Symposium dar, die für dieses Buch unter den inhaltlichen Leitlinien "Nachwuchsleichtathletik", "Differenzielles Lehren und Lernen in der Leichtathletik" und "Leichtathletik als Praxis- und Forschungsfeld" zusammengefasst wurden.

Florian Reim: Fitnessorientiertes Ausdauertraining. Abwechslungsreich und individuell. (Praxisdeen, 40). Schorndorf: Hofmann 2009, 160 S., ISBN 978-3-7780-0401-2, 16,90 EUR

Dieser Band basiert auf einem neuen Konzept zur Steuerung der Intensität im fitnessorientierten Ausdauertraining: der Kombination aus Subjektivem Belastungsempfinden und Herzfrequenz. Das eigene Anstrengungsgefühl wird durch die Kontrolle der Herzfrequenz ergänzt und stellt so ein ideales Steuerinstrument für ein individuelles und abwechslungsreiches Ausdauertraining dar. Das Buch bietet dem Leser einführend eine kompakte Darstellung der wichtigsten Basisinformationen zum Konzept der subjektiven Belastungssteuerung und der Methodik im Ausdauertraining. Den Schwerpunkt bildet eine Vielzahl von praxis-tauglichen und leicht umsetzbaren Trainingsprogrammen in den wichtigsten Ausdauersportarten und an den güngigsten Cardiogeräten sowie spielerische und abwechslungsreiche Möglichkeiten der Ausdauerschulung mit Kindern und Jugendlichen. Somit liefert das Fitnessorientierte Ausdauertraining nicht nur dem Fitnesstrainer und -sportler, sondern auch dem Sportlehrer und Vereinstrainer eine Fundgrube für die Praxis.

Antje Witting & Yvonne Dürken: Bewegte Konzentrationsförderung. 100 neue und bewährte Übungen und Spiele. Wiebelsheim: Limpert 2009, 128 S., ISBN 978-3-7853-1773-0, 14,95 EUR

Kinder mit Konzentrationsproblemen haben nicht nur in der Schule große Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen, sondern sind auch in ihrem Spiel- und Freizeitverhalten beeinträchtigt. Die Folgen sind meist Frustration und mangelndes Selbstbewusstsein. Dabei ist unstrittig, dass Bewegung die Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflusst. Das neu entwickelte Konzept der "Bewegten Konzentrationsförderung" basiert auf dem Wechsel von Bewegung und kognitiven Leistungen. Hierfür haben sie über 100 bewährte Übungen und Spiele zusammengestellt, die - gezielt eingesetzt - unterschiedliche Fertigkeiten fördern. Im Basistraining sind dies Reaktionsfähigkeit, Selbstkontrolle, Sozialverhalten, visuelle und auditive Wahrnehmung. Hinzu kommt im Strategietraining die Förderung der Verhaltensorganisation. Die leicht umsetzbaren Übungen und Spiele sind übersichtlich und einheitlich aufgebaut. Vorangestellte Piktogramme informieren rasch über Förderschwerpunkte, Gruppengröße, benötigtes Material oder Gerät, Spielidee und mögliche Variationen. Dem jeweiligen Förderschwerpunkt geht eine Erläuterung voraus, die die geförderten Zielstellungen herausstellt. Alle Übungen und Spiele können problemlos in eine Sportstunde integriert werden, aber auch einen eigenen Schwerpunkt bilden. Das Buch richtet sich an Lehrer, Erzieher, Therapeuten und Übungsleiter und ist zudem allen Eltern zu empfehlen, deren Kinder Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren.