Ommo-Grupe-Preis 2009 an Britta Kolbert

Sportpädagogischer Nachwuchspreis zum zweiten Mal vergeben

Jury-Vorsitzender Wolf-D. Miethling mit Preisträgerin Britta Kolbert

Die Bremer Sportwissenschaftlerin Britta Kolbert wurde bei der Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik am
11. Juni 2009 in Hildesheim für ihre Dissertation "Ein sinnverstehender Zugang zur Gestaltung von Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht" mit dem Ommo-Grupe-Preis ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung, die die Sektion zum zweiten Mal nach 2007 vergeben hat, ist die Veröffentlichung der Arbeit in der Reihe "Sportforum" des Meyer & Meyer Verlags (Aachen) verbunden.

Britta Kolbert setzte sich in ihrer Arbeit, die von den Hamburger Sportdidaktikern Prof. Dr. Horst Ehni und Prof. Dr. Karlheinz Scherler betreut wurde, mit der Frage nach den Möglichkeiten der Sinngenerierung in Bewegung, Spiel und Sport auseinander. Um dabei die (sport-)pädagogische Relevanz hervorzuheben, liegt das besondere Augenmerk auf der Frage: Welche Bedeutung haben implizite Sinnstrukturen für Erziehungs- und Bildungsprozesse im Allgemeinen und im Besonderen im Sportunterricht? Zur Entschlüsselung impliziter Sinnstrukturen entwickelt die Autorin ein 'sinnverstehendes' Forschungsverfahren. Das Ziel ihrer empirischen Studie liegt in der Untersuchung von Bewegungspraxis, um diese in Hinblick auf die Bedeutung für die Mensch-Welt-Vergewisserung der Menschen, die diese Praxen hervorbringen, auslegen zu können und ist als prozessbegleitende Didaktik zu interpretieren.

Prof. Dr. Wolf-Dietrich Miethling (Kiel) wies als Vorsitzender der Jury, der weiterhin Prof. Dr. Petra Gieß-Stüber (Freiburg), Prof. Dr. Gerd Hölter (Dortmund), Prof. Dr. Claudia Kugelmann (Erlangen) und Prof. Dr. Nils Neuber (Münster) angehörten, bei der Würdigung der Preisträgerin darauf hin, dass sich Britta Kolbert als "prima inter pares" gegen vier weitere ausgezeichnete Arbeiten durchgesetzt hätte. Die Wahl der Jury begründete er mit der differenzierten und anspruchsvollen theoretisch-konzeptionellen Fundierung der Arbeit, ihrer Originalität sowie der ausführlichen Darstellung und Begründung der Forschungsmethodik. Insgesamt sei die Perspektive der Arbeit aus bewegungspädagogischer und sportdidaktischer Sicht zukunftsweisend und böte zahlreiche Anknüpfungspunkte für weitere Forschungsvorhaben, zitierte Miethling aus dem Gutachten zu Kolberts Dissertation, die in Kürze im Meyer & Meyer Verlag (Aachen) in der Reihe "Sportforum" erscheinen wird.

Britta Kolbert ist Lektorin am Institut für Sportwissenschaft/Sportpädagogik der Universität Bremen und derzeit als Vertretungsprofessorin für Sportdidaktik an der Universität Hamburg tätig. In Hamburg war sie von 2003 bis 2006 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Bewegung, Spiel und Sport am Fachbereich Erziehungswissenschaft beschäftigt.

Der Ommo-Grupe-Preis wurde von der dvs-Sektion Sportpädagogik zum zweiten Mal vergeben. Erster Preisträger des sportpädagogischen Nachwuchspreises, der den Namen des Nestors der deutschen Sportwissenschaft trägt, war 2007 der Marburger Martin Giese (Meldung: siehe hier).

Die Jahrestagung 2009 der dvs-Sektion Sportpädagogik wurde vom Institut für Sportwissenschaft und Sportpädagogik der Universität Hildesheim zum Thema "Ungewissheit: Sportpädagogische Felder im Wandel" ausgerichtet. Gut 120 Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland besuchten die 14 Arbeitskreise und 4 Hauptreferate, die von Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford University, USA), Matthias Schierz (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Eckhard Meinberg (Deutsche Sporthochschule Köln) und Ilka Lüsebrink (Pädagogische Hochschule Freiburg) gehalten wurden.

Die Preisträgerin des Ommo-Grupe-Preises 2009 mit Jurymitgliedern und den Sprechern der Sektion Sportpädagogik in Hildesheim (v.l.n.r.): Stellv. Sektionssprecher Peter Frei, Jurymitglied Petra Gieß-Stüber, Sektionssprecher und Jurymitglied Nils Neuber, Britta Kolbert, Jury-Vorsitzender Wolf-D. Miethling, Nachwuchssprecherin Ingrid Bähr.