Promotion

Betreuung während der Promotion

Während mit der Erstellung einer Examens- oder Diplomarbeit nachgewiesen wird, dass der/die Absolvent/in wissenschaftliche Arbeitsmethoden anwenden kann, soll durch den/die Promovenden/in mit einer Dissertation ein eigener Beitrag zur Forschung geleistet werden, der die Grenzen des Fachwissens erweitert und einer Begutachtung durch nationale und internationale Experten standhält.

Die Forschungsfrage als Kern des Promotionsthemas sollte in einem überschaubaren Zeitraum bearbeitet werden können. Daher ist es notwendig, dass die verschiedenen Elemente der Forschungsarbeit (fachliche Grundlagen, Methoden, Forschungsprozess, Ergebnisse) und ihre Verschriftung in enger Abstimmung mit dem/der betreuenden Hochschullehrer/in besprochen und diskutiert werden.

Wenn das Thema für die Dissertation selbst gewählt wird, besteht eine der wesentlichen Aufgaben der Betreuung darin, den/die Promovenden/in so in der Gestaltung seiner Forschungsarbeit zu beraten, dass er/sie seine/ihre Arbeit auch zielgerichtet durchführen und abschließen kann. Wird das Thema von dem/der Betreuer/in "vergeben" und/oder ist es Teil eines größeren Forschungsprojektes des/der Betreuers/in, so ergeben sich auch z. T. besondere Rahmenbedingungen für die zeitliche und zielgerichtete Gestaltung des Promotionsprozesses. In Graduiertenkollegs sind Promovierende in strukturierte Qualifizierungskonzepte mit systematischen Studienprogrammen eingebunden, durch die die Betreuungsprozesse gesteuert werden.

Der Betreuungsprozess wird an einigen Hochschulen durch besondere Betreuungsvereinbarungen zwischen Doktoranden und Betreuern geregelt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat hierzu Empfehlungen (PDF) herausgegeben.

Doktoranden ist zu empfehlen, während der Zeit ihrer Promotion die verschiedenen Möglichkeiten des fachlichen Austausches über ihr Promotionsthema zu suchen. Dieses kann auf lokal und/oder regional organisierten Kolloquien erfolgen, in denen zu festen Terminen die Doktoranden der Einrichtung (oder mehrerer Standorte) zusammenkommen und ihre Forschungsarbeit vorstellen und diskutieren.

Auf nationaler Ebene hat die dvs zur besonderen Förderung und Weiterbildung des sportwissenschaftlichen Nachwuchses verschiedene Fortbildungsveranstaltungen (Nachwuchsworkshops, Akademien) eingerichtet (siehe dazu das Konzept der dvs für Veranstaltungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs). Diese bieten disziplinäre und disziplinübergreifende Weiterbildungsmöglichkeiten, Unterstützung bei der Erstellung der Qualifikationsarbeiten und ein Forum zum Austausch über Inhalte, Methoden sowie Probleme im Arbeitsprozess.

Insbesondere für Doktoranden/innen bietet die dvs-Kommission "Wissenschaftlicher Nachwuchs" jährlich (in der Regel im Herbst) einen Nachwuchsworkshop an. Die Schwerpunktsetzung der Workshops liegt in den ungeraden Jahren eher auf den sozial- und geisteswissenschaftlich ausgerichteten und in den geraden Jahren eher auf den naturwissenschaftlich ausgerichteten sportwissenschaftlichen Disziplinen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Doktoranden/innen während einer Qualifikationsphase zweimal die gewinnbringende Teilnahme an einem Workshop ermöglicht wird. Diese Veranstaltungen sollen auch dazu dienen, dass Nachwuchswissenschaftler/innen Kontakte in der "scientific community" aufbauen, die für ihre weitere Karriere in der Wissenschaft förderlich sein können. Aktuelle Informationen finden Sie immer unter www.nachwuchsworkshop.de.

Auch die Teilnahme an Fachtagungen, die Präsentation der eigenen Forschungsarbeit und die Diskussion mit Fachkollegen/innen und anderen Experten/innen kann den Fortschritt der eigenen Arbeit und die Netzwerkbildung unterstützen. Daher sollten Doktoranden im Laufe des Promotionsprozesses auch die Möglichkeit nutzen, die Tagungen der Sektionen und Kommissionen der dvs zu besuchen, die Sie in ihrer Forschungsarbeit weiterbringen können und dort - sofern vorhanden - besondere Foren und Veranstaltungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs besuchen. Aktuelle Ankündigungen und Informationen zu den dvs-Veranstaltungen finden Sie hier.

Ein weiteres Element der Netzwerkbildung ist das Engagement in Organisationen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. In der Sportwissenschaft sind hier insbesondere die dvs-Kommission "Wissenschaftlicher Nachwuchs" und der "Verein zur Förderung des sportwissenschaftlichen Nachwuchses" zu nennen, die eng zusammen arbeiten. Beide Organisationen geben zweimal im Jahr die Zeitschrift "Ze-Phir" heraus, in der nachwuchsrelevante Themen behandelt werden. Der "Ze-Phir" steht unter www.sportwissenschaftlicher-nachwuchs.de zum Download zur Verfügung.

Auch gibt es an den Universitäten oftmals übergreifende Doktoranden-Netzwerke. Wer in diesen Organisationen und Netzwerken mitarbeitet, kann davon viel profitieren, darf aber das Ziel der eigenen Promotion nicht aus den Augen verlieren.